Gerechtigkeit durch Dialog: Kirche bittet Christen in Syrien zu bleiben


Gerechtigkeit durch Dialog: Kirche bittet Christen in Syrien zu bleiben

  |  30.08.12, 10:12

Inmitten anhaltender Gewalt haben syrische Geistliche die Christen im Nahen Osten, vor allem in Syrien, dazu aufgerufen, ihre Heimat nicht zu verlassen. Ihrer Ansicht nach könne Gerechtigkeit nur durch einen sinnvollen Dialog zwischen allen kriegführenden Parteien erreicht werden.

Christen fürchten um ihre Zukunft in Syrien. Was wird bei einer Machtübernahme durch die Muslimbruderschaft geschehen? (Foto:  Graham Spicer/flickr)

Ausgegangen war die Aufforderung an die Christen der Region von der Heiligen Synode der syrisch-orthodoxen Kirche in Damaskus. Diese hatte sich auf Grund der immer schärfer werdenden Spannungen in der Region sowie im Vorfeld des Besuches von Papst Benedikt XVI. im Libanon zusammengefunden (die Visite des Pontifex im Libanon soll vom 14. bis zum 16. September dieses Jahres stattfinden – mehr hier). Nach dem Treffen am 24. August, bei dem auch der Zustand der christlichen Gemeinden in der Region diskutiert wurde, so berichtet die Journalistin Vercihan Ziflioğlu, habe man sich mit dieser Bitte an die Öffentlichkeit gewandt.

„Wir lehnen jegliche Art von Einwanderung als Reaktion auf die aktuelle Krise im Nahen Osten ab und verurteilen alle Verbreiter, Anstifter und Provokateure scharf, die die Christen im Nahen Osten zur Migration auffordern“, heißt es in der zweiten von insgesamt sieben Klauseln der Erklärung, die mit der Unterschrift des syrisch-orthodoxen Bischofs von Aleppo, Mor Gregorios Yuhanna Ibrahim, versehen ist und im kommenden September Papst Benedikt XVI. vorgelegt wird.

Unterstützt wurde die Aufforderung zu bleiben auch von den griechisch-orthodoxen und armenisch-apostolischen Kirchen in der Türkei. So habe es laut dem Metropoliten des Orthodoxen Patriarchats Fener, Elpidophoros Lambriniadis, hier eine ähnliche Erklärung gegeben. Allerdings werde darin nicht explizit vom Nahen Osten gesprochen. Wie Lambriniadis herausstellte, unterstütze man die Deklaration aus Damaskus. Auch er sei der Ansicht, dass es immens wichtig wäre, dass die Christen in der Region bleiben würden.

„An voran sollte nicht vergessen werden, dass der Nahe Osten der Ort ist, an dem das Christentum geboren wurde. Er hat eine große spirituelle Bedeutung“, so Lambriniadis weiter. Seinen Worten schloss sich auch der oberste Vertreter der Armenier in der Türkei, Erzbischof Aram Ateşyan, an. Er betonte: „Wenn uns die Erklärung vorgelegt wird, dann werden wir sie ebenfalls ohne zu zögern unterstützen.“

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Sind das nicht wundervolle tröstende Worte, gesprochen in sicherer Umgebung? In allen Ländern, in denen eine bestimmte Religion ihren Marktanteil auch durch Gewalt vergrößert, müssen Christen doch um Leib, Leben und Besitz fürchten. Trotzdem sollen sie bleiben wo sie sind? ??? ???

Peter Hockenholz an 30.08.212

 

Schönes Alanya – sind die „Helden schon müde?“


hier ist der Platz, an dem so häufig wie möglich diese wunderschönen einladenden ansprechenden Tag- und Nachtaufnahmen unseres Vorortes Alanya stehen. Heute nicht. Vorort, weil Alanya eben vor Kestel hinter dem wild schäumenden Dimcay liegt.

„Wenn dir die Idylle in der Saraglar Mahallesi auf den Geist geht, dann fahre in die Metropole und gönne dir etwas besonders Gutes!“ Der Ratschlag meiner lieben Ehefrau vor ihrer Reise; heute Abend kommt sie wieder! Freu!

Also verließ ich den grünen Hügel und machte mich genusssüchtig auf den Weg. Gehste kernig zu Mittag speisen oder schlabberst du einen veritablen Eisbecher; weiß man das etwa vorher? Letzteres hat doch Hand und Fuß, auf der Prachtmeile zwischen Atatürks Denkmal und der Ampel genieße ich das Flair der Metropole auf dem Weg zur Stammkonditorei, seit Jahren sind wir dort Gäste, nur jetzt eine Weile nicht, die Erwartung steigt.

Modern und zeitgemäß ist dieses Traditionsunternehmen, mehrfach vertreten in A. Richtig schön ist sie jetzt, die Bürgersteige vornehm überdacht nun – Musik heißt das wohl, was da aus neu installierten Lautsprechern sich über die Menschheit ergießt. Da wendet sich der Gast mit Grausen – und weicht gegenüber zur Konkurrenz aus. Musik, Musik, Musik.

Aber da ist ja noch die schöne Hafenmeile, oh, ein Eisladen. Ich bin meinem leckeren Traum ganz nahe, bestelle einen Eisbecher. Sonst noch was? Außerdem heißt das bei uns Dondurma! Basta. Danke, Verzeihung, vielen Dank, äh, tesekkür ederim, Appetit auf Eis – yok! Niemand steht mit dem Revolver da und zwingt mich zu meinem Glück.

Zurück auf der Flaniermeile, noch schminke ich mir die Eisgefräßigkeit nicht ab. Ein anheimelndes Restaurant, große Tafel mit den schönsten eisigen Bechern. Wortlose Kommunikation, vermutlich muss ich für jedes Wort eine Türkenlira investieren. Es kommt – ein Eisbecherleinchen. Vermutlich können die Leute Gedanken lesen – der sieht doch schon von weitem aus wie ein Diabetiker, der kriegt nur ein Viertelportiönchen, aber er bezahlt uns selbstverständlich den Preis für einen EisBECHER. Nonverbal auch die Abrechnungsmodalitäten….

Fazit: das Saisonende ist nahe, aber daran, dass die Halb- und Viertelbedeckten noch flanieren, erkennt man doch, dass  (Rest-)Saison ist.

Meint ein ziemlich nörgelig auf den grünen Hügel zurückgekehrter Peter Hockenholz

Unangenehm? Abstoßend? Will ich gar nicht sehen? Nur ein bedauerlicher „Kollateralschaden?“


face  book heute 29.08.2012

Oder ein Mensch in einem Stellvertreterkrieg zynischer Durchsetzung von wirtschaftlichen, politischen oder religiösen Interessen????

Oder betrifft es uns doch nicht, ist doch irgendwo da hinten??

eine wunderschön anzusehende Yilan – heute sind wir beide uns über den Weg gelaufen


Sinai-Desert-Cobra.jpgwikipedia

heute begegneten wir uns,  leider – nur viel zu  kurz – eine tiefschwarze Schlange, wie sie hier aus wikipedia abgebildet ist. Ich schätzte sie auf gute eineinhalb Meter. Sie kam aus einem Holzstoß und verschwand im gegenüberliegenden Grundstück. Keine Zeit, mein Lieber, ich habe einen riesigen Kohldampf,  muss zusehen, dass mir noch etwas zum Hinunterschlingen über den Weg läuft. Bei Serife unterm Gerümpel hält sich keine lumpige Feldmaus auf. Du machst ja nur den Kühlschrank auf, aber ich muss mich um meinen Schlangenfraß kümmern. Tschüss. Eine interessante Begegnung.

Vor langer Zeit kamen eine Schlange und ich uns deutlich näher. Ich lag dösend in meinem Hamak, der Hängematte. Direkt vor meinem Gesicht eine ziemlich lange grüne bleistiftdünne Schlange mit goldgeränderten Augen. Du siehst doch, dass ich schlafen will, komm später wieder, wenn du magst. Ein kurzes Züngeln und sie glitt so geräuschlos davon, wie sie gekommen war. So freundlich kann der Umgang mit Schlangen sein. Anders als die Drängelei in einer Schlange vor dem Bus….

Fazit: mit Schlangen kann man bestens kommunizieren – man darf ihnen nur nicht auf den Schwanz treten – eine gegenseitige Höflichkeit……

Peter Hockenholz am 28. August 2012

Ingrid


Ingrid

fast – Sechzig Jahr, blondes Haar, so stand sie vor mir – plötzlich, auf der halben Treppe hinter dem wild schäumenden Dimçay. Die Brille leicht getrübt von den Spritzern der gerade mit den unten angewachsenen Stampferchen in Sachen Weinvorbereitung fehlte mir die Spucke zur angemessenen Begrüßung unserer Freundin. Ingrid kennen wir  noch als kleine Adlershofer Göre, mehr als sechs Jahrzehnte. Die reichhaltige schulterlange Naturlockenpracht, Gegenstand eines Neides, der sich über die Jahre gehalten hat, ist so gut wie unverändert.

Ingrid, Ingrid! Wo hast Du Deinen Schwarm? Ein Türke kommt selten allein, ein Unglück auch, Ingrid sowie so schon gar nicht.

Also, wenn du meinen Clan meinst, einen Teil davon habe ich in Kumköy geparkt. Aber mein Schwarm á la minute ist da oben – Mehmet kommt die Schräge hinab. Mehmet – das Gesicht kennen wir doch – Mehmet gibt sich als der Inhaber des Fischgeschäftes unten am Ortseingang aus. Geschäfte in der Türkei haben häufig genug viele Inhaber – nur den richtigen kennen wir in diesem Fall, – er macht die besten Bratfische der Welt. Aber der heißt nicht Mehmet, den kennen wir vom Sehen, einen Fisch hat der noch nie gebraten.

Türkische Männer nehmen auch ohne Brille wahr, was sie wahr haben wollen, Mehmet sieht unsere frische jugendliche blonde alte Freundin dem Bus entsteigen, sich umsehen nach dem Anschluss. Er verlässt seinen Platz, bietet Ingrid galant seinen Arm, verfrachtet sie auf seinem Moped und fährt so langsam, wie die Physik es gerade noch zulässt, mit Ingrid den Berg hinauf. Vorne der vor Stolz platzende kräftige Mehmet, hinter ihm das blonde und weiß gewandete alte Girl. Ein stolzes Winken, ein besitzendes Grinsen nach rechts und links. Es ist die unendlich herzliche Gastfreundschaft der Türken, in dieser Situation gepaart mit einer liebevollen Portion Schlitzohrigkeit.

Ach bitte sagt mir dringend Bescheid, wenn eure hübsche Freundin irgend wo hingebracht sein möchte, ich fahre sie gerne – auch gerne bis nach Kumköy…

Hätte dieser Schlawiner so viel Hilfsbereitschaft auch aufgefahren, wäre unsere Freundin eine Matrone mit Dutt, Hornbrille Marke CSU-Dobrindt und Gantertretern an den geschwollenen Füßen? Zweifel.

Zwei Tage lang vergessen Ingrid und meine liebe Frau Zeit und Raum. Auch in der Hitze der Nacht sehe ich aus dem Dunkel der Terrasse die Rauchzeichen aufsteigen und höre eine Olympiade an dedi kodu – Klatsch und Tratsch – Empörung! Chauvi!

Unser lieber blonder weißer Wirbelwind wird nun in Kumköy ihre vier Enkel und die dazugehörenden zwei Schwiegertöchter wieder einsammeln und nach Hause fliegen. Da, in Hannover, wartet Lutz, der sich für den Clanboss hält, aber der heißt Ingrid.

Peter Hockenholz am 28.08.2012

Hundertwasser-Bahnhof Uelzen – Extra für Roland Lukner – und alle, die es interessiert


Bei der Stapelung der Wohnungen nach oben geht zuerst der Mensch zugrunde und dann die Natur. Bei der Stapelung in die Breite läuft es umgekehrt.
[Friedensreich Hundertwasser]

Entstanden im Jahr 2000 http://www.hundertwasser.de

Notruf in der Türkei: Ausländer haben schlechte Karten


Notruf in der Türkei: Ausländer haben schlechte Karten

  |  24.08.12, 13:14

Anrufer, die in der Türkei die Polizei-Hotline 155 wählen, aber der Landessprache nicht mächtig sind, scheinen offenbar ein ernsthaftes Problem zu haben. Das zeigte jüngst der Fall des Englischlehrers Paul Hearn, der nicht zu einem Englisch sprechenden Beamten durchgestellt werden konnte. Und er ist nicht der einzige Betroffene.

Keine Verständigung möglich: Türkische Polizeibeamte haben offenbar Nachholbedarf in Sachen Fremdsprachen. (Foto:  andy_tyler/flickr)

Paul Hearn, so berichten derzeit die türkischen Medien, lebe bereits seit gut 17 Jahren in der Türkei. Vergangene Woche sah er sich nun gezwungen, die 155, den türkischen Notruf, zu wählen, um sich über ein Auto zu beschweren, dass über mehrere Wochen hinweg immer wieder mitten in der Nacht die Ruhe in seiner Nachbarschaft störte. Doch erfolgreich soll er bei seinem Vorhaben nicht gewesen sein. Denn es gab offenbar keinen Polizeibeamten, der ihm auf Englisch behilflich sein konnte (Mangelnde Fremdsprachen-Kenntnisse behindern das weitere Wirtschaftswachstum der Türkei, so die Einschätzung der Ökonomen – mehr hier).

Ganz ähnlich soll es auch Anna D. ergangen sein. Als sie das erste Mal in die Türkei kam, soll sie kein Wort Türkisch gesprochen haben. Dann fiel sie in der Istanbulerİstiklal Straße einem Verbrechen zum Opfer. Als sie die 155 rief, stand auch sie vor dem Problem, dass sie am anderen Ende der Leitung niemand verstehen konnte.

Ganz ähnlich soll es auch Anna D. ergangen sein. Als sie das erste Mal in die Türkei kam, soll sie kein Wort Türkisch gesprochen haben. Dann fiel sie in der Istanbulerİstiklal Straße einem Verbrechen zum Opfer. Als sie die 155 rief, stand auch sie vor dem Problem, dass sie am anderen Ende der Leitung niemand verstehen konnte.

30 Millionen Touristen: Polizei muss Fremdsprachen lernen

„Viele ausländische Bürger in der Türkei können sich gegenüber der Polizei auf Grund von Sprachbarrieren nicht verständigen“, beschreibt die Journalistin Duygu Özkan die Problematik. Nach jahrelangen Erfahrungen sei etwa Paul Hearn zu der Erkenntnis gelangt, dass türkische Polizeibeamte derart mangelnde Fremdsprachenkenntnisse hätten, dass sie nicht in der Lage seien, zu sprechen oder gar zu verstehen. In Anbetracht der Tatsache, dass jährlich fast 30 Millionen Touristen in die Türkei kämen und im Jahr 2011 immerhin ganze 200.000 Ausländer hier lebten, seien die mangelnden Sprachkenntnisse der türkischen Polizei ein absolut ernsthaftes Problem (auch unter türkischen Piloten soll es Probleme geben – mehr hier).

Dass die Situation derart heikel ist, wird jedoch von der Nationalen Polizeibehörde bestritten. Von deren Seite heißt es, dass in jeder der großen türkischen Metropolen, also sowohl in İstanbul, Ankara, Bursa als auch in İzmir, mindestens zwei Polizeibeamte an der Hotline abgestellt seien, die Englisch könnten. Gerade in Touristenregionen seien Beamte, die Fremdsprachen wie Deutsch oder Französisch sprächen, angehalten, sich um die Besucher zu kümmern. In der Urlaubszeit sei dieser Service allerdings nicht zu gewährleisten.

Doch zurück zu Paul Hearn: Immer wieder habe er in den letzten Monaten Versuche gestartet, doch noch den richtigen Ansprechpartner zu finden. Nachdem er bei einem Beamten gelandet sei, erklärte man ihm, ihn durchzustellen. Dann wurde die Verbindung jedoch gekappt. Hearn, so heißt es weiter, könne durchaus Türkisch, er frage sich nun allerdings, was passieren würde, wenn dem nicht so wäre. Er, so gibt er gegenüber der Presse zu Protokoll, würde sich weiterhin mit diesem Thema beschäftigen. Anna D. hat jedoch kapituliert. Für sie kommt ein Anruf bei der Polizei nicht mehr in Frage.

Wie ein Polizeibeamter gegenüber Özkan erklärte, könnten einige seiner Kollegen durchaus Fremdsprachen. Das Niveau sei jedoch ausgesprochen niedrig. Ein weiterer, mittlerweile in Pension befindlicher Polizist, weist auf ein anderes Problem in diesem Zusammenhang hin. Ihm zufolge, würde die Einteilung an der Hotline ohne Berücksichtigung der Fremdsprachenkenntnisse erfolgen.

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Türkische Menschen sind stolze Menschen, offenbar seit Generationen bis in die heutigen Tage. Aber Vorsicht!!! Übt man Kritik, dann können sie zu reißenden Wölfen werden! Lasst mich versuchen, es gaaanz vörsichtig zu formulieren: stolz weist man darauf hin, dass Englisch schon in den ersten Jahren der Grundschule gelehrt und in den weiterführenden Schulen kultiviert wird. Spricht man Grundschüler wie Lyzeumsabsolventen aber auf Englisch an – au backe!!!! …. Meistens ist da so gut wie überhaupt nichts….

Brigitte Melek machte völlig andere – positive Erfahrungen:

Das stimmt so nicht ganz..Ich hatte vor einigen Wochen Einbrecher bei mir im Haus und habe sofort die Jandarma angerufen.Sie fragten ob ich Ausländer wäre und dann möchte ich doch bitte die 112 wählen.Dort meldete sich eine deutschsprechende Dame nahm meine Adresse auf und schickte mir die Jandarma..Ich war überrascht das es so gut klappte..Bei der Ausländerbehörde spricht man auch deutsch..

Peter Hockenholz am 25.08.2012