Lussekatts Blogg – Winterabend am Hjälmaren See bei Örebro in Schweden


Im Blog eines Landschaftsfotografen, dessen Arbeit ich sehr bewundere, habe ich neulich folgenden Satz gelesen: “In der Landschaftsfotografie geht es genauso sehr darum, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, wie um die Wahl der richtigen Blende, der Belichtungszeit, der Komposition und so 200 bis 300 anderen wichtigen Faktoren.” Seit ich in Schweden wohne, bin ich von diesem speziellen Winterlicht fasziniert. Diesem Licht, dass hauptsächlich in der kalten Jahreszeit vorkommt und bei dem der Sonnenuntergang diese hysterischen Bonbonfarben an den Himmel zaubert: rosa, orange, lila, hellblau. Genauso lange, wie ich hier wohne, habe ich versucht, ein schönes Bild davon zu machen. Und damit wären wir wieder bei dem klugen Satz des Landschaftsfotografen oben. Gestern abend, als die Sonne unterging, bin ich losgehetzt. Losgehetzt, weil ich vorher gearbeitet habe und erst kurz vor Sonnenuntergang fertig war. In aller Eile bin ich zum Hälmaren gefahren und kam genau im richtigen Moment an: der Mond ging auf und stand wie ein gigantischer Ball über dem Wasser. Das bedeutet für ein gutes Foto: etwa 20 Sekunden Zeit – danach ist es vorbei, der Mond sieht wieder normal aus. Da stand ich also auf dem Parkplatz, das perfekte Motiv direkt vor der Nase, das Licht herrlich – aber um zum Wasser zu kommen, musste ich noch um ein Haus herum- und über einen Hügel hinüber laufen. Und natürlich war der Mond dann schon wieder weg. Aber ich habe trotzdem noch ein paar Bilder gemacht. Die sind zwar nicht perfekt, aber immerhin habe ich das Licht mit drauf. Aber ich arbeite weiter dran, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Irgendwann. Irgendwann!

Cicero Karikatur – Schuldenschnitt umsonst?


 

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Schuldenschnitt umsonst, wie Herr Mohr von Cicero auf seiner vorzüglichen Karikatur meint? Richtiger wäre doch, festzustellen, dass ein weiterer hair cut für Griechenland tatsächlich umsonst, im Sinne von vergeblich, ist. Die Reichen Griechenlands haben ihre Schäflein lange schon im Trockenen, die Armen sind von ihrer Elite bis aufs letzte Hemd ausgeplündert. Apropos ausgeplündert: jetzt bezahlen deutsche Steuerzahler dafür! Und zwar gründlichst. Die ersten Tranchen deutscher Steuern sind von der Politik in Griechenland bereits verbraten. Weitere folgen! Sicher! Spätestens, wenn sich unsere Politelite für eine weitere Legislaturperiode von uns ihre Pfründen festschreiben ließ….

Peter Hockenholz am letzten Oktobertag 2012

 

 

Ungewöhnliche Völkerverständigung: Die türkisch-armenische Käsediplomatie


Politik ist ohnehin alles Käse – mag ein Harzer, ein Limburger, ein Gruyerzer oder eben  auch  ein amenischer Türke oder türkischer Armene auf einem Ministersessel die Politik gestalten; alsbald würde einem allein beim Duft das Wasser im Munde zusammenlaufen; Erfolg garantiert! Fenster auf!

 

Ungewöhnliche Völkerverständigung: Die türkisch-armenische Käsediplomatie

Auszug aus den   |  25.10.12, 15:02

Die türkisch- armenische Beziehung ist, trotz erster diplomatischer Schritte, miserabel. Ein erfolgreiches türkisch-armenisches Joint Venture in der Käseproduktion zeigt, wie Völkerverständigung jenseits der Politik funktioniert.

Schmeckt nicht nur, sondern dient auch als Kittmittel zwischen Völkern (Foto: Flickr/ christian.senger)

Die türkische Stadt Kars und die armenische Stadt Gyumri liegen weniger als 70 Kilometer auseinander. Zwischen beiden Städten liegt nicht nur eine Grenze, die seit mehr als zwanzig Jahren geschlossen ist, sondern auch eine gescheiterte, politische Verständigung. Doch es gibt Brücken darüber, berichtet die New York Times, beispielsweise aus Käse.

Die Käseproduzenten beider Städte und einer aus der georgischen Stadt Ninotsminda produzieren und vermarkten zusammen erfolgreich „Kaukasischen Käse“.

Mit dieser Form der informellen Diplomatie sind die Käseproduzenten weitaus erfolgreicher als die Politiker beider Länder. „Mein Käse ist der Fußball-Diplomatie zwischen unseren Ländern weit voraus“, sagt Artush Mkrtchyan, Erfinder des kaukasischen Käses am Montag bei einem Gipfel des Verbandes der armenisch-türkischen Völkerverständigung. Damit spielt er auf den Besuch von Präsident Abdullah Gül an, der im September 2008 zu einem Fußball-WM-Qualifikationsspiel zwischen beiden Ländern nach Eriwan flog. Diesem Besuch folgte der Gegenbesuch von Armeniens Präsident Sersch Sargsyan, der für das Rückspiel im Oktober 2009 nach Bursa kam. -.-

Beim Barte der Ehefrau….


Flughafen Antalya gestern Abend TK 2418 aus Istanbul Domestic Terminal. Auto für die zwei Ankommenden, Ehefrau nebst Freundin bestellt, von Sait bey prompt bestätigt. Alles in trockenen Tüchern. Alles bestens! Oder doch nicht?

Bei der Übergabe zückt meine Frau ihren Führerschein. Der junge Mann füllt die Papiere aus, stutzt, schaut diese beiden aufgekratzten fröhlichen Frauen an, bekommt einen puterroten Kopf: bist Du das, Luiza? Natürlich, wer soll das denn sonst sein, etwas schnippisch: welcher Name soll denn da drin stehen, außer meinem? Der Jüngling stottert, windet sich: aber Luiza hanim, Sie haben doch keinen Bart – und keine Glatze – und Sie sehen auch nicht männlich aus…..

Es war mein Führerschein. Jeder von uns hat beim letzten Autoleasing den Führerschein des anderen ungesehen eingesteckt. Im Gegensatz zur Zollbehörde ging es freundlich und unbürokratisch weiter. Ein Anruf, Durchgeben der korrekten Daten, ein freundliches  –

Affedersiniz!

Beide Damen sind gut und sicher hier angekommen.

Peter Hockenholz am 24.10.2012 – einen Tag vor Kurban bayramı