Im Einkauf liegt der Segen – das Rollenspiel


Gar nützliche Einsparungen am Etat machen bei jedem Finanzminister, der auf sich hält, „einen schlanken Fuß.“ Meine Finanzministerin, mit der ich seit nahezu vierundvierzig Jahren verheiratet bin, kommt mit ihrem blauen Rennroller zurück von der Metro, hinter sich als Sozius ein ziemlich umfängliches Paket. Mit ihren Strahleaugen berichtet sie von ihren detektivischen Preisermittlungen in einem wichtigen Angebotssegment.

Immobilienhaie, ich muss hier der Nachvollziehbarkeit etwas ausholen, schwafeln in ihrer Lyrik immer von der Lage, Lage, Lage. Dem ging meine Frau bei einem lebenswichtigen Verbrauchsartikel ebenfalls nach. Einlagig, zweilagig, dreilagig werden diese Rollen angeboten. In sechs, zwölf, achtzehn werblich ansehnlichen Verpackungen. Ein Hersteller wirbt mit sechs Rollen bedava. Ein Schnäppchen? Falsch! Das vorgeblich großzügige Geschenk ist gar keins, ist nur aufgedruckt. Nun weiter ging es – wie beim Immo-Hai, um die Lage. Das hat etwas mit der Durchgriffshaftung zu tun, einem Begriff aus dem Insolvenzrecht.

Meine Frau fängt Feuer, meine Frau, nicht das Klopapier; nun will sie es genauer wissen! Sie liest das Kleingedruckte, sind nun hundertfünfzig oder hundertsiebzig Blatt auf der Rolle? Fängt an zu rechnen, bricht den Paketinhalt rechnerisch auf jeweils auf dieselbe Menge pro Rolle herunter – und kauft das Produkt des wirtschaftlichsten Anbieters. Nun haben wir wieder eine Weile….

Nun könnten wir ja auf dem stillen Orte noch nachzählen, ob die aufgedruckte Anzahl der Blätter mit der blanken Wirklichkeit übereinstimmt, aber die Schwaben würden uns, zutreffend, Tipfelesscheisser nennen – und das sind wir nicht!

„Wenn du das schon so breit treten zu müssen glaubst, dann ergänze, dass es kein Geiz ist, es hat mich lediglich angespornt!“ Nein, geizig ist sie nicht, meine Finanzministerin. Sonst hätte ich am selben Tag  als Ablösung für mein hässliches Uralttaschentelefon kein Samsung Galaxy S III, das sich in der Hosentasche dicke macht. Nun muss ich nur noch lernen, wie man damit telefoniert….  Typisch, genau wie beim BER in Berlin, in Stuttgart 21 und bei der Hamburger Elbdisharmonie, erst wird kernig eingespart, die Kuruş fix großzügig aufgerundet in Türkenlira wieder investiert….. Herrlich, dieses Superhypertelefon in der Hosentasche zu fühlen….

Peter Hockenholz am Ultimo des ersten Monats des Jahres zwanzigdreizehn

Hier in der Türkei dürfen ab sofort keine Wasser Pfeifen mehr gemütlich gluckern ……


Inge Mod
hat Tıklanma Rekoru Kıran ResimlerFoto geteilt

DANKE, Inge, für diese Problemlösung aus Japan! Vielleicht eine konstruktive Anregung für unser Gastland Türkei von Peter Hockenholz am letzten Tag im Monat ocak 2013

…. die mit der großen Klappe!


Hierzulande hat der Schöpfer abends immer nur eine kurze Zeit der Dämmerung vorgesehen; muss man mit leben. Fast sekundenschnell verschwindet jeder Tag mit einem grandiosen Sonnenuntergang und Wolkengebilde, dann ist es von jetzt auf gleich stockdunkel. Du kommst müde von des Tages Eindrücken die nachtschwarze Alantur ilk okulu sokak hinunter. Nächtliche Schwärze, weil die Stromer der Tedaş mal wieder keine Birnen für die Straßenlampen, nein, das  heißt ja nun Leuchtmittel, liefern.

Vor dir siehst du zwei Rücklichter, welche die Dunkelheit nur noch mehr erleben lassen. Es sind die drei Männer mit der großen Klappe. Spät abends entsorgen sie die reichlich gewordenen Überreste der Zivilisation, auch cöp, Müll, genannt. Wir kennen einander seit Jahren und ich bewundere ihr Tun, habe großen Respekt. Die Menschen unseres Gastlandes haben – noch – ein anderes Verhältnis zu dem, was sie aus Haus und Hof so alles entsorgen. Da stapeln sich sich die Abfälle auch schon mal abseits der Tonne, nicht jeder hat ein Händchen für Mülltütenweitwurf, für Kartons, für Unappetitliches, auseinandergescharrt von Kolonnen wild lebender Katzen. Auch kann es Dir an diesen Tonne passieren, dass ein wütendes Ungeheuer seinen kostbaren Tonneninhalt verteidigt.

Wie häufig in einer Nachtschicht müssen die Männer sich bücken, aufheben, um alles mitzubekommen. Ein freundliches ehrlilches kolay gelsin, verbunden mit einem gern gegebenem cay parası; wir haben gerne mit diesen Hilsbereiten  mit der großen Klappe zu tun!

Peter Hockenholz am ocak 2013

Atatürks Enkelkinder: Jetzt wollen sie sein Millionenerbe


 

Deutsch Türkische Nachrichten - Berlin, Germany

Atatürks Enkelkinder: Jetzt wollen sie sein Millionenerbe

  |  29.01.13, 10:47

Die Söhne von Ülkü Adatepe, Adoptivtochter von Mustafa Kemal Atatürk, haben sich mit einem offiziellen Schreiben an die Oppositionspartei CHP sowie die İş Bankası gewandt. Darin verlangen sie die Herausgabe des Erbes ihres Großvaters. Es handelt sich um nicht weniger als eine Million US-Dollar.

Ahmet Kemal Doğançay und Ali Kemal Doğançay, die beiden Söhne der vergangenes Jahr bei einem Autounfall getöteten Adatepe (mehr hier), wollen offenbar eine Klage gegen die türkische Oppositionspartei CHP und die İs Bankası anstreben, falls diese sich weigern, ihnen das Erbe auszuzahlen. Das berichtet die türkische Zeitung Zaman.

Nach Angaben der beiden Brüder sei es ihrer Mutter nie geglückt, das rechtmäßige Erbe ihres Vaters durchzusetzen. In dem nun von den beiden Anwälten Osman Ersin Kozanhan und Erdi Yıldız übermittelten Brief führen sie deshalb auch an, dass sie die Rechte ihrer Mutter verletzt sehen, weshalb sie nun das Geld an ihrer statt verlangen würden. Weitere Informationen über das Anliegen, so teilt Kozanhan mit, würde die Öffentlichkeit im Rahmen einer Pressekonferenz am kommenden Mittwoch erfahren.

Atatürks Adoptivtochter Adatepe, starb bei einem Autounfall vergangenen August in Akyazı in der Nähe von Istanbul. Sie wurde 79 Jahre alt. Die İş Bankası wurde 1924 auf Geheiß von Atatürk von Celal Bayar gegründet. Atatürki steuerte 250,000 Lira des Gesamtkapitals von einer Million Lira bei. Bevor er starb, hinterließ er sein Vermögen der CHP – einschließlich seiner Anteile an der Bank. CHP und die İş Bankası agieren nun als Geschäftspartner. Adatepes Kinder vertreten nun den Standpunkt, wenn diese ihnen ihr Recht auf das Erbe (mehr hier) verweigern, werden sie auch beide Partner verklagen.

Kennst Du das Land, wohin die Drohnen zieh´n……


Kennst Du das Land, wo die Kanonen blüh´n?
Du kennst es nicht? Du wirst es kennenlernen?
Dort stehn die Prokuristen stolz und kühn
in den Bureaus, als wären es Kasernen.Dort wachsen unterm Schlips Gefreitenköpfe.
Und unsichtbare Helme trägt man dort.
Gesichter hat man dort, doch keine Köpfe.
Und wer zu Bett geht, pflanzt sich auch schon fort!

Wenn dort ein Vorgesetzter etwas will
– und es ist sein Beruf etwas zu wollen –
steht der Verstand erst stramm und zweitens still.
Die Augen rechts! Und mit dem Rückgrat rollen!

Die Kinder kommen dort mit kleinen Sporen
und mit gezognem Scheitel auf die Welt.
Dort wird man nicht als Zivilist geboren.
Dort wird befördert, wer die Schnauze hält.

Kennst Du das Land? Es könnte glücklich sein.
Es könnte glücklich sein und glücklich machen!
Dort gibt es Äcker, Kohle, Stahl und Stein
und Fleiß und Kraft und andre schöne Sachen.

Selbst Geist und Güte gibt’s dort dann und wann!
Und wahres Heldentum. Doch nicht bei vielen.
Dort steckt ein Kind in jedem zweiten Mann.
Das will mit Bleisoldaten spielen.

Dort reift die Freiheit nicht. Dort bleibt sie grün.
Was man auch baut – es werden stets Kanonen.
Kennst Du das Land, wo die Kanonen blühn?
Du kennst es nicht? Du wirst es kennenlernen!

Vor Zeiten veröffentlichte Erich Kästner in Ossietzkys „Weltbühne“ seine zeitkritischen Zeilen. Jahrzehnte später würde er modernere Kriegstechnologien beschreiben, der Mann, den wir als „Vater von Emil und die Detektive“ kennen und mögen.
Wir sind wieder so weit. Der deutsche Verteidigungsminister verlangt nachdrücklich die Ausrüstung der Bundeswehr mit sogenannten Drohnen. Unbemannte Flugkörper, vom Computer aus in jedes Ziel zu steuern. Rationeller Bombenabwurf.
Da muss Deutschland doch auf der Höhe der Zeit bleiben, mitmachen und die Dinger in den Staaten kaufen. Denn bald ist es wohl unnötig geworden, unsere Freiheit am Hindukusch verteidigen zu müssen, da muss man zeitig genug für Ersatz sorgen.
Haben Bienen etwa den gesünderen Menschenverstand, in dem sie ihre Drohnen nach getaner Paarung umbringen und aus dem Haus schmeißen? Muss beim homo sapiens ja nicht gleich soo weit gehen…..
….. meint Peter Hockenholz am Sonntag, 27. ocak 2013