Heil Schridde Heil!


Heil Schridde – reißen Sie den Arm nicht zu hoch sonst……, der Arzt verbot es. Es geht wirklich noch nicht. Dem Schridde, der jetzt Aftermieter bei mir ist, bin ich äußerst dankbar. Obwohl noch nicht völlig eingezogen hat er den beiden Lästigen namens Zuteilung von Luft zum Atmen und vor allem dem widerlichen Schwindler kräftig in den Hintern getreten. So war es schon am ersten Tag in der Freiheit möglich, würzige Ostseeluft en gros zu inhalieren.

Den Arm nicht zu hoch reißen? Er geht tatsächlich nur bis in einem spitzen Winkel nach oben. Mir kommen da merkwürdige Gedanken beim Nichthochreißenkönnen – vielleicht völlig unpassend, gegenwärtig jedoch! Haben, es heute nicht mehr wahrhabend wollend, nicht Millionen Deutscher den Arm hochgeschleudert und außer sich vor Wonne ihr Heil in die Luft geschmettert? Hinter dem Heil kam noch ein Name irgend eines Braunauers, der ist mir glatt entfallen. Dem und seinem  Reklameklumpfuss gefiel dieses frenetische Aufbrausen ausgezeichnet. Die Minderheit der Heilsverweigerer gab es dann auch nicht mehr lange. Unendliches Unheil widerfuhr ihnen.

1945 war es dem Schuldirektor peinlich, als der Siebenjährige auf der Straße mit einem strammen Heillitler grüßt. Wie es ihm eingepaukt war; das sagt man jetzt doch nicht mehr…..

Heil Schridde, das klingt doch unendlich viel humaner, Heil Schridde, bitte heile endlich ein! Damit ich die Schnauze wieder uneingeschränkt aufreißen kann. Nicht mehr zusammenzucke, wenn mir jemand herzhaft auf die linke Schulter klopfen möchte. Solche gibt es! Und den Arm endlich wieder hochreißen kann, zum Beispiel, um die vollreifen Mushmullahs direkt vom Baum in mich hineinzustopfen….

Einen wunderschönen Wonnemonat Mai allerseits!

Peter Hockenholz – wieder zu Hause am 01. Mai 2013

 

 

Schridde


Guten Tag, mein Name ist Schridde von Neustadt; sagt einfach Schridde zu mir. Ich bin leitender Angestellter im Bereich erneuerbarer Energien. Mein Kompetenzbereich ist es, das Antriebswesen zu optimieren. Da gibt es Nachholbedarf. Ich habe diesbezüglich eine nicht alltägliche inernationale Managementaufgabe in der Türkei übernommen. Dort soll ich eine alte Pumpenanlage modernisieren und auf zeitgemäßes Leistungsniveau anheben.

Die Einarbeitung findet  im Norden von Deutschland statt. Man bietet mir recht passable Konditionen an. Eine individuelle Eigentumswohnung direkt über dem Arbeitsort nahe dem wild schäumenden Dimcay. Die Ausstattung meines neuen Domizils kann ich frei wählen. Da es mich nichts kostet, für die Kosten kommt die Krankenkasse meines neuen Arbeitgebers auf, habe nicht an Luxus gespart.

Wohnen werde ich vollkommen in einer Sonderanfertigung aus naturbelassenem und vom Leben gegerbten Naturfell, direkt über dsm Pumpenhaus. Meine Dreihundertachtzig Volt Energie, vielleicht wird ja auch weniger benötigt, wird dem alten Pumpwerk schon auf die Beine helfen. In der gibt es viele Nachahmerprodukte in der Türkei, aber ich will die Originale, logisch.

Hin und wieder einen kleinen Stromstoß als Motivationsschub zu verabfolgen reicht. Einer dieser seltenen Traumjobs für einen Schrittmacher!!!! Du lebst in der Türkei- und Alte werden ganz von selbst wieder jung und neu….

Hos Geldiniz, lieber Schridde! Mit dir kann man nämlich laufen, hüpfen, springen, rennen ,schwimmen, fliegen, Tretroller fahren, Mushmullahbäume erklettern, bungee springen können. Wachsen mit dir mir auch die Haare wieder? Nur von Flughafenkontrollen hast du Schiss -und diese klaustrophobischen Ganzkörperröntgenröhren machen dir Probleme – mir auch…..

Machs dir morgen schön gemütlich unter meinem Fell. Wir haben noch einige Jahre miteinander, Inshallha!

Peter Hockenholz – zur Zeit bestens geparkt in der SCHÖN KLINIK zu Neustadt Holstein, wo er sich auf Schridde freut – Weniger im world wide net am 23-04.20

nun ist er drin, der Schridde – er arbeitet geräuschlos und effektiv – und wenn der Schmerz weiter so flott verschwindet….. hurra!!!!

Iyi sabah ve hos geldiniz, kalbim


Guten Morgen,  mein Herz, wir müssen reden! Du hast Ruhe gegeben in der Nacht, bist so gut ausgeschlafen wie der, in welchem du drinsteckst. Nee, nee, drück dich nicht schon wieder, mach kein Theater, o.k.? Wir kennen uns jetzt mehr als fünfundsiebzig Jahre – und jetzt fängst du  einen Zickenkrieg an. Also jetzt halt mal die Luft an und höre mich an!

Fordern und fördern, das verlangt zum Beispiel das Arbeitsamt von allen, die aufstocken müssen. Du Herzchen hast immer alles gekriegt, was du wolltest! Habe ich dich nicht immer bei Laune gehalten, dich in Ruhe deine Arbeit tun lassen? Das musst du zugeben, ohne deinen Rechtsbeistand zu fragen. Aber du undankbares Organ machst seit einiger Zeit zu viel Dienst nach Vorschrift. Wie ein Raucher gönnst du dir nicht vereinbarte zusätzliche Ruhepauen.

Fragst nicht nach, ob demjenigen, der dich Tag für Tag und Nacht für Nacht biologisch ernährt mit seinem eigenen Herzblut. Ob das Einschränkungen für mich bedeutet das scheint dich überhaupt nicht zu interessieren. Was ist in dich gefahren? Haben Gewerkschafsbonzen dich aufgehetzt? Verlangst du einen Mindestlohn? Was ich da höre, ist nicht deine Trillerpfeife, sondern mein Pfeifen auf dem letzten Loch, ist dir das klar?

Nur deinetwegen genieße ich vom elektrischen Bette aus die Aussicht auf die immer noch eisige Ostsee, wenigstens mit Sonne. Nimm dir mal ein Beispiel an dieser Windmühle da hinten. Die dreht und dreht und dreht sich und schiebt Ökostrom in die Leitung und Fördergeld in die Taschen ihres Besitzers. Kriegt außer Wind um die Ohren – nichts. Und du? Hä?

Am Montag werden wir uns zum dritten Mal wiedersehen, per Farbfernseher. Dann bekenne gefälligst auch Farbe und melde deine Wünsche an! Brauchst du neue Leitungsanschlüsse, weil die alten Schläuche porös geworden sind? Sag nur an, dann kriegst du sie. Oder nur neue Verbindungsmuffen, weil die vorhandenen versifft sind? Kriegst du  – gegen dein Versprechen, es noch eine Weile mit mir aushalten zu wollen.

Inshallah!

Peter Hockenholz zu Neustadt/Holstein am Sonnabend, 20.04.2013
Der zwanzigste April ist, so hat man es uns unauslöschlich eingetrichtert, „Führers Geburtstag“
– hier im Angesicht der Gedenkstätte für die Umgekommenen auf der Cap Arkona…..

OH – zwischenmenschlicher Austausch in Ostholstein


aus dem kranken Bett geflüchtet, der Eingriff ist ist  am Montag, und heute ist doch erst Freitag, genieße die kalte frische Luft an der Ostsee. Noch verlassene Campinglandschaften, ein bescheidener Kiosk geöffnet. Kohldampf, völlig unterzuckert. Ein Rücken. Auf mein fröhliches Hallo brummt der Rücken nach geziemter Pause:

R: was wollen Sie?
I: können Sie mir bitte ein Brötchen schmieren?
R: Pause – mpfh
I: ???

R: Mett oder Käse?

I: ?????
R: drohend, lauter, Mett oder Käse!!??
I: eingeschüchtert: Mett bitte
R: knister knaster, dreht sich um:
Der Rücken hat ein Gesicht: macht zwei €

Eigentlich war damit alles gesagt

Peter Hockenholz, nach kurzem Ausflug wieder in seinem Bettchen in der Schön-Klinik in Neustadt in Holstein am 15.4.2013

Balin – Balin – wenn man endlich weg st


Den Schlüssel zu unserem freundlichen Domizil in der Pintschallee zu Britz haben wir pünktlich entwurmt. Denn der Herr im Schlafanzug, der berechtigt war, diese entgegen zu nehmen, der hieß Wurm. Nüchtern und mit noch einigen Portionen Sand in den Augen gönnten wir uns das Abschiedsfrühstück in der auch dem Leser sattsam bekannten Croissanterie Ecke Pintsch-/Hannemann.

Volksauflauf, alle Rentner und alle Arbeiter aus dem Britzer Kiez hatten dieselbe Idee. Ach du jee, die hatten allesamt ihre Berliner Schnauze an der Garderobe abgegeben. Da wohl jedem Tag im Kalender eine besondere Bedeutung zugeschrieben wird, jedem Britzer schien heute ein Schweigegebot mit auf den Weg gegeben zu sein. Die einzigen Geräusche waren Blubberblasen aus der Futterluke. Etwas eklig anzuschauen. Ein kleiner Kinderwageninhalt, von meiner Eheliebsten angesprochen. Stellvertretend für diesen fauchte die dazu gehörende Mutter mit Migrationshintergrund  misstönendes Ablehnendes. Asta Nielsen und Henny Porten, die Stars der Stummfilmzeit, welche ja zwar nicht in Britz, doch in Berlin erfunden war, hätten ihre Freude gehabt!

Am heutigen Tag zeigt Berlin deutlich seinen ausgefranzten  Kragen, die zweite Tasse Kaffee bleibt in der Pumpkanne, wir wollen bei dieser nicht auch noch schlechte Laune testen.

Zwischenstopp in Wolfsburg – in einer verknautschen Parkgarage namens Phaeno. Wolfsburg hat von der Hauptstadt allzu rasch gelernt, Scheußlichkeiten wunderbar zu finden und einer berühmten Architektin aus dem Iran erlaubt, viele Millionen Euro für ihr riesiges Betonmöbel zu  verbraten. Die Akustik im Inneren eine einzige Katastrophe. Wolfsburg ist ja nur eine Zugstunde von der Berlinverschwendung entfernt, da springt so ein Bazillus leicht über.

Drei Stunden Wolfsburg mit seinem Bahnhöfle, das sich  ein „Haupt“ im Namen genehmigt, sie reichen völlig aus, wenn man nicht gerade Lust verspürt, einen Volkswagen zu erwerben. Wenn nicht, dann kriegt man in der Empfangslounge des Werkes im „Haupt“bahnhöflein ein heftiges RAUS entgegengetönt, hier haben nur die einen sitzen, die, wie gesagt, in Sachen Automobil hier sitzen dürfen. Da saß aber keiner.

Ein kräftiger Frühlingssturm blies uns in Justus´ Auto, auf nach Neustadt in Holstein zu Freunden – und zu neuen Freuden.

Peter Hockenholz, erheblich besser gelaunt am Abend des 15.04.2013

Berlin Berlin und sein regiertes Viertel


Berlin Berlin, am unwiderruflich letzten Tag schifften wir über, nicht in die, Spree. Der Lautsprecher verkündete pausenlos: ihr seid jetzt her im RegierungsVIERTEL. Eine gewisse Ähnlichkeit zu der zementierten Fernsehberichterstattung war unverkennbar.  Berlin hat seinen ihm vorgegebenen Aggregatzustand wieder erreicht

Erstmals viertelten die Besatzungsmächte die zerbombte Reichshauptstadt außer Diensten in vier Sektoren. Berlin schämte sich dessen sehr und trotzte den Siegern schließlich die Umwandlung in die Zweiteilung ab. Jahrzehntelang lebte man vermuffelt und vermauert in seinen beiden Teilen. Nun endlich hat man wieder sein Viertel, sein Regierungsviertel. Die Welt ist in Ordnung; dieses Regierungsviertel umgibt sich mit noch mehr Neubauten, Kräne wachsen in den Himmel.

Berlin war ja weder zu Kaisers noch zu des Braunauers Zeiten noch zu Besatzungszeiten, schon gar nicht heutzutage, zimperlich. „Man jibt ebent an!“ In diesem ausufernden Regierungsviertele, stelle ich mir vor, wärmen sich bescheidenerweise auch geviertelte Verorgungsempfänger auf, verzeiht mir, arbeiten dort. Zum Wohle des Volkes. Ein gar farbiges abgehobenes Völklein – bunt vermischt aus zwei völlig unterschiedlichen Zutaten.

Rote, grüne, gelbe und vor allem schwarze, durch den unerforschlichen Ratschlag ihrer Parteioberen auf sicheren Versorgungslistenplätzen die einen. Die anderen kraft hergebrachten Berufsbeamtentums. Dazu die Heerscharen grauer Schranzen; wir müssen gar Viele ordentlich füttern in diesem Viertel. Es ist ein Kiez für sich, mit eigenem sich gar großartig in das Gesamtensemble einfügenden Kindergarten für alle die Bunten da drinnen. Bestens observiert – und dem absonderten Steuerzahler.

„Spielt nicht mit den Schmuddelkindern, singt nicht ihre Lieder! Spielt nicht auf dem Hermannsplatz. Macht es wie eure Brühühüder….“ Denn auf dem Hermannsplatz könnte man sich infizieren, etwa an Gören mit Migrationshintergrund – entsetzliche Vorstellung. Denn das sind doch yabanci aus der Türkei….Türkei, Türkei ei ei ei……

Berlin Berlin hinterlässt merkwürdige Eindrücke……. Wir verabschieden uns in Raten. Heute verwarfen wir die Jannowitzbrücke als Umsteiger zum Hauptbahnhof, zu viele Treppen für dieee Alten. Alexanderplatz besser. Unsere kleine Croissanterei an der Ecke Pintschallee/Hannemannstraße, sie schläft heute schon.

Morgen in unserer kleinen Croissanterei werden wir zwei noch einmal einen dieser Britzer Backwerke in glutheißen Kaffe aus der großen Kanne tauchen und  ditschen. Ein paar schwarze Tropfen werden zurückpladdern – in die Tasse oder auf die Hose……

Peter Hockenholz am 17.04.2013

Berlin Berlin – Tschüss auch…..


zwar gibt es noch den morgigen Tag, aber heute schon beschlagen die Brillengläser. Wenig nur. Heute noch einmal Berlin extra sahnig! Auf der Friedrichstraße ein Häuflein Trauernder, einer dieser Stolpersteine wird in das Bürgersteigpflaster eingelassen. Bewegend. Die Nelke wird nur daneben gelegt, nicht mit eingemauert. Wo bleiben die Stolpersteine für die Opfer des kommunistischen Gesockses?

In Berlin ist wohl schon zu viel getrauert worden und deshalb viel Verständnis für den Rummel, den die junge Generation auf dem Checkpoint Charlie veranstaltet. Da werden  die Stasidienstmützen auf jugendlichen Köpfen getragen, da wird gelacht, gefuttert,  auf der Straße getanzt, sich amüsiert. Richtig so! Weg mit den Geistern von gestern. Berlin schaut nach vorne. So.

Viel gesehen haben wir, viel erlebt, viele Menschen gesprochen. Was wir uns bisher verkniffen, war ein Besuch im sogenannten Regierungsviertel. Irritiert von der Stadt Potsdam sind wir gewarnt! Zur Erklärung: in Potsdam gibt es eine beeindruckende Moschee unweit vom Filmmuseum. Doch niemals intonierte ein Imam das Lob Allahs in die frische Frühlingsluft. Gehst du nahe genug heran an dieses beeindruckende Bauwerk und horchst, dann klingt es, als ob dieses nur scheinbare muslimische Bauwerk – gleich einen lauten Furz in die Umwelt entlässt. Die Moschee ist keine, sondern ein potemkinsches Dorf, das Wasserwerk für die Schlösser.

Wer sagt uns die Wahrheit, ob nicht das sogenannte Regierungsviertel auch nur Kulisse ist, was uns da immer im Fernsehen als Realität vorgemacht wird?
Ob die Kanzlerin nicht ganz gemütlich im Mecklenburghinterpommerschen auf dem Soffa sitzt und sich in Berlin doubeln lässt? Vom Bundestag ist es ja hinreichend bekannt, dass dort Freitags vor Fussballspielen im Minutentakt sogenannte Gesetze durchgewinkt werden. Die beeindruckende Glaskuppel als Krönung des Deutschen Reichstages zeigt doch auch allsonntäglichabends dieselben Figuren im politischen Kommentar.

Wie verdruckst standen 2008 oder 2009 Kanzlerin und ihr roter Finanzminister an einem Sonntagabend vor der Kamera und erzählten uns, weshalb mit Milliarden unserer Steuern betrügerische Banken gerettet werden müssten. Da waren sie zumindest authentisch. Dieses eine Mal. Sie sagten dunnemals auch, dass unser Geld sicher sei. Aha!

Mein Vater zitierte, als er vom roten Gesocks noch eine kurze Zeit am Leben bleiben durfte: „nu weene ma nich, in der Röhre stehen doch Klöße! Die siehste bloß nich!“

Tschüss denn auch, Hauptstadt. Wir freuen uns auf unsere türkische Wahlheimat. Noch genießen wir den Urlaubsrest – genießen statt Genossen – lassen aber keinen Koffer in Berlin, sondern nehmen den lieber mit nach Alanya; man kann ja nie wissen….. Wer auch noch einen Koffer in Berlin hat, der sollte sich mal um den kümmern!!!

Peter Hockenholz am vorletzten Tag in Berlin. Tschüss auch. Auf Wiedersehen Britz – Briiieeetz unser freundliches Zuhause auf Zeit.