Iran als der Nabel der Welt?? Na na Mohamad


Mein persischer Freund Mohamad, er lebt in Deutschland,  hat diese Sicht des Weltbildes heute veröffentlicht.  1.981 Mal wurde das geteilt – ach Leute, nehmt die Brille ab und putzt sie. Außerdem wäre diese Darstellung auch falsch! Denn Castrop-Rauxel ist erwiesenermaßen der Nabel der Welt. Richtig?

Peter Hockenholz am Sonntag, 30.06.2018

Ganz zu geht nicht


Durch Reißverschluss verschlossener Mund

Man kennt das doch von Reißverschlüssen, ob an der Hose, oder weiter oben, manchmal klemmt es, dann ist etwas dazwischen geraten, was hinterher weht tut….

Der Mahnung einer besorgten Freundin und Leserin eingedenk bleibe ich vorwiegend brav, schweigsam und zurückhaltend, eine meiner Charakterstärken. So nach dem Motto: schreibe nie an deinen Fürscht, denn er könnt geladen sein!

Aber es ist mir Bedürfnis genügend, mich zu Vorgängen im ersten wie im zweiten Heimatland zu äußern. In Deutschland scheint mir die Berichterstattung über die Vorgänge in der Türkei häufig kontraproduktiv, also ob die Türkei am Rande des Abgrundes steht und nur noch ein kleiner Schritt genügt. Panik, Panik! Das hat unsere Wahlheimat nicht verdient!

Von mir nichts mehr über Taksimplatz und Gezi Park. Aber immer wieder haben fundierte Meinungen und Analysen in hier im Blog Platz! Auch Berichte über interessante Menschen, denen wir begegnen. Für die harmloseren Themen wie Reisen im Lande, vorzügliche oder weniger vorzügliche Lokalitäten, Speisen, usw. usw. sind die beiden schön gemachten bunten Periodika hierorts zuständig.

Allen Lesern einen wunderschönen Sonntag wünscht Peter Hockenholz am 30.06.2013

ZEIT ONLINE POLITIK – Wir sind so stolz auf euch


Deutschtürken wie ich schauen fasziniert auf die Demonstranten in Istanbul. Sie kämpfen für ein Leben, das uns selbstverständlich ist.

Die Türken in der Türkei haben die Türken in Deutschland politisiert: eine Demonstrantin auf dem Istanbuler Taksim-Platz am 25. Juni

Ich habe die Türkei noch nie so geliebt wie in diesen Tagen.

Und wohl noch nie so verachtet. Die Proteste im Gezi-Park haben das schöne und das hässliche Gesicht der Türkei zum Vorschein gebracht. Und wir, die in Deutschland aufgewachsen sind, aber für immer mit der Türkei verbunden sein werden, schauen fasziniert hin. Das hier ist auch unsere Türkei.

Ob Deutschtürken, Aleviten, Kurden – jeder von uns, der die Proteste, sagen wir: zugewandt verfolgt hat, kann seit Wochen nicht mehr ruhig schlafen. Tanten, Großeltern, Cousins, zurückgekehrte Eltern, Freunde, Kollegen, Bekannte leben dort; Menschen, die dieses Land zu einem besonderen für uns machen. Die Türkei ist uns näher als jemals zuvor. Wahrscheinlich auch jenen, die die Gezi-Bewegung skeptisch sehen. Aufgewühlt scheinen die meisten. Die Amtssprache der Deutschtürken, normalerweise eine Mischung aus Deutsch und Türkisch, wobei Deutsch definitiv dominiert, ist plötzlich Türkisch. Sogar für Leute, die es sonst meiden wie eine anstrengende Gymnastikübung. Es gibt nur noch ein Thema. Plötzlich kriegt man Zehntausende Türkischstämmige unterschiedlichster politischer Ausrichtung auf die Straße, so wie am vergangenen Wochenende in Köln. In meinem Bekanntenkreis, ob säkular oder fromm, ob die Proteste unterstützend oder kritisch hinterfragend, versuchen gerade viele, nach Istanbul zu kommen. Einfach, um irgendwie da zu sein.

Die Türkei ist nicht Ägypten

Ich, ein Kind türkischer Gastarbeiter, gehöre zu denen, die die Ereignisse zugewandt begleiten. Nicht weil ich denke, dass das ein „Türkischer Frühling“ ist. Die Türkei ist nicht Ägypten oder Bahrain. Auch nicht deshalb, weil sich die Proteste gegen Premier Tayyip Erdoğan richten – vor allem in den ersten Jahren seiner Regierung hat sich die Türkei Themen gegenüber geöffnet, die lange niemand anfassen wollte. Rechten von Minderheiten beispielsweise. Zuletzt brachte er Gespräche mit den Kurden auf den Weg (auch wenn sich der Premierminister davon verspricht, dass ihm die Kurden dabei helfen, 2014 Staatspräsident zu werden).

Es geht um etwas anderes: um ureuropäische Werte. Selbstbestimmung, Sicherheit, Bürgerrechte. Und für mich gehört die Türkei nun einmal zu Europa. Es gibt viele, die so denken. Die seit Wochen nichts anderes machen, als Protestbriefe und Informationsflyer zu verfassen, Diskussionsrunden zu veranstalten oder Solidaritätsdemonstrationen zu organisieren. Ständig Nachrichten und Erzählungen aus der Türkei auf Twitter und Facebook ins Deutsche zu übersetzen.

Es geht um europäische Innenpolitik

Plötzlich stellen wir Deutschtürken fest, dass jene, die die Proteste auf demTaksim-Platz intellektuell anführen und so viele mitreißen konnten, uns ähnlicher sind, als wir jemals gedacht haben. Als wir jemals bei unseren privaten oder beruflichen Reisen in die Türkei geahnt hätten. Sie wollen das, was wir in Deutschland recht leicht bekommen haben: ein europäisches Leben. Uns fiel dieses Leben zu, weil unsere Eltern die Türkei verlassen haben. Vielleicht spürt der eine oder andere deshalb sein schlechtes Gewissen, fühlt zumindest eine Verantwortung und will etwas tun. Irgendetwas. Denn während wir dieses europäische Leben durch eine Entscheidung unserer Eltern, die ihnen und uns lange wehtat, einfach so bekommen haben, zeigen unsere Altersgenossen in der Türkei, was es heißt, sich dieses Leben zu erobern – und zwar ohne die Werte des eigenen Landes oder den Stolz darauf zu verleugnen. Deshalb das rote Fahnenmeer bei den Demonstrationen, deshalb das Konterfei des Staatsgründers Atatürk überall. Deshalb die kleinen Zeltmoscheen im Gezi-Park.

Die Türken in der Türkei haben die Türken in Deutschland politisiert, und dabei geht es nicht um türkische Innenpolitik, sondern um europäische. „Wir können uns zur Türkei, zu diesem Teil der Türkei bekennen, ohne uns von irgendwelchen Sarrazins nach unser ›Integrationsbereitschaft‹ ausfragen lassen zu müssen“,schrieb mein Kollege Deniz Yücel von der tageszeitung. Genau so ist es. Es ist ein Gefühl, das sagt: Sieh her, Deutschland, es läuft viel schief in der Türkei, es gibt Tote zu beklagen, und wenn junge Menschen von der Polizei festgenommen werden, schreien sie laut ihre Namen hinaus, weil sie Angst haben, lange festgehalten zu werden – aber es gibt eine europäische Türkei!

-.-.-.-.-..– .es geht noch viel viel weiter – also nichts für Schnell-/und Querleser…. informativ – strukturiert – interessant – siehe facebook

Peter Hockenholz am 29.06.2013

ÜBERSICHT ZU DIESEM ARTIKEL
  1. SEITE 1Wir sind so stolz auf euch
  2. SEITE 2Diese Jugend war gar nicht unpolitisch, sondern unparteiisch
  3. SEITE 3Man muss nicht alles unterstützen, wofür der Protest steht

Der Schneemann ist heute gestorben


Der bürgerliche Name des Schneemanns war Hüseyin. Für alle Welt, zumindest in unserem kleinen Kosmos Sarağlar Mahallesi, war es der Schneemann. Heute ist er bestattet worden.

Seinen Namen Schneemann erwarb sich dieser Hüne durch seine scheinbar unverwüstliche Gesundheit; bei allen Wettbewerben hielt er es am längsten – eben im Schnee aus, keiner war robuster als unser Schneemann. Anstelle von Händen hatte er Schraubstöcke an den Armen. Mehr als einmal bin ich wider Willen dazwischen geraten, es waren immer schmerzhafte Erfahrungen. Dieser wüste Kerl merkte gar nicht, wie sehr er sensible Normalpfoten zusammen geknauscht hat.

Mehr als einmal gabelte er mich auf der Fahrt den Berg hinauf, trat die Tür seines Fahrzeuges, seiner Fahrzeuge, von innen auf, gel komşu, in der einen Hand die Knarre, in der anderen die Bierdose fuhr er mit seinem eingeschüchterten Opfer den Berg hinan, kernige Lieder mehr grölend als singend.

Nun lebt er nicht mehr, der Schneemann Hüseyin. Das scheinbar verrückte und dem Alkohol alles andere als abgeneigte Original – eines mit einem großen Herzen. Dieser rohe Kerl bringt, brachte über die Jahre immer wieder geschundene Kreaturen auf sein kleines Stück Land mit. Alte Pferde, junge Gäule, verschreckt, übersät mit Brandwunden von Zigaretten. Sie hatten es gut beim Schneemann .Durchaus vergaß er schon  mal Füttern und Tränken , das schmälerte sein Tun nicht. Dafür hatte er ja seine Nachbarn, die eingesprungen sind.

Es blieb beim Schneemann nicht bei hilfsbedürftigen Pferden, es wechselte auch seine Hunde, vermutlich schneller als seine Kleidung. So lange jeweils ein Hund dort allein angebunden war, freundeten wir einander an. Hüseyin ließ uns machen und die diversen Köter auch. Ich erinnere mich an einen angeblich fürchterlich bissigen Kampfhund. Der ließ sich streicheln,  Zecken absammeln, ein unendlicher Schmuser.

Schneemann war seit einem Unfall mit einem seiner Fahrzeuge äußerst eingeschränkt beim Laufen, mal grüßte er, mal eben nicht. Man kennt, kannte, sich eben. Arges sagte man ihm nach im Umgang mit seiner Frau. Aber das wurde lediglich kolportiert. Vor einigen Wochen sahen wir diesen wüsten groben Kerl, er war von Krankheit gezeichnet. Nun ist er nicht mehr. Schneemann Hüseyin, benimm dich dort, wo du jetzt bist. Gut, dass wir einander mehr als zehn Jahre kannten!

Peter Hockenholz am 27. Juni 2013

Bier für den guten Zweck CICERO online 25.06.2013


Bier für den guten Zweck

VON JULIAN GRAEBER25. JUNI 2013
Soziales Engagement müsste Spaß machen, dachte sich der Student Sebastian Jacob 2009 und gründete Quartiermeister – das Bier für seinen Kiez. Von jeder verkauften Flasche gehen ein paar Cent an soziale Projekte. Mittlerweile wurden über 10.000 Euro ausgeschüttet.
Auf dem Bahnhofsvorplatz nerven aufdringliche Greenpeace-Aktivisten, im E-Mail-Postfach geht der Newsletter der SOS-Kinderdörfer im Spam unter und ohnehin ist die Freizeit knapp bemessen – da ist es nicht immer einfach, Gutes zu tun. Soziales Engagement müsste unkomplizierter sein, dachte sich Sebastian Jacob im Jahr 2009. So kam der Jurist, der sich damals in der Vorbereitungsphase für das erste Staatsexamen befand, auf die Idee, ein Produkt zu verkaufen und den Gewinn sozialen Projekten in seinem Berliner Bezirk zugute kommen zu lassen. Und was ist bei jeder Studentenparty und in jeder Kneipe unverzichtbar? Richtig, Bier. Gesagt, getan. Im Herbst 2010 wurden in wenigen Neuköllner Bars und Kneipen die ersten Flaschen Quartiermeister verkauft – das Bier für den Kiez.
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Mehr in Cicero Online lesen – interessant!!!

Gurkentruppe


Die Gurkentruppe – so sanft formuliert, dass nun wirklich niemand sich etwa düpiert fühlen dürfte……

Meine liebe Frau fliegt den blauen Rennroller meist so tief, dass die superfrischen türkischen Gurken fast den Boden berühren. Türkische Gurken sind die besten Gurken auf der Welt. Sie schmecken nach frischen Walnüssen, sie sind, wie meine Frau, unwiderstehlich. Und sie wachsen, wie der Schöpfer aller Dinge, also auch der Gurke, es vorgegeben hat. Will heißen, ohne dass sie sich erst in der Superbehörde in Brüssel vorstellen müssen, ehe sie den Segen der Bürokraten erhalten haben. Denn dann würden sie zwar schöner von bürokratischer Gestalt, aber nach nichts mehr schmecken dürfen.

Gut gewaschen, beide, die Gurken und ich, teile sie längs in Viertel auf. Deshalb, weil man später mit zwei Fingern die Schnitze direkt aus dem Glas fingern kann. Schnitz für Schnitz  wird in ein heiß ausgespültes Glas hineindiskutiert. Händchen voll Senfkörner dazu, zwei gehackte Knoblauchzehen, ein möglichst selbst gepflücktes Lorbeerblatt, ganz genau sieben Wacholderbeeren. Die Sieben ist eine magischen Zahl und ganz genau sieben Beeren machen die Sache rund. Zwei gehackte getrocknete Chili, ein wenig Salz, guter Essig, Zucker oder dieses Zeugs, welches Zucker ersetzt, Deckel fest drauf, ab in den Kühlschrank. Jedern Tag einmal zart durchschütteln, liebevoll ansehen dabei.

Schon nach drei Tagen – oh! Ein Gurkenschnitz auf ein Brot mit eingeflogener Koffermettwurst – ah!

Das ist meine ganz persönliche Gurkentruppe, die nichts, aber auch gar keine Ähnlichkeit mit einer gewissen Häme der Konkurrenz im poliltischen Bereich mehr oder weniger, meist weniger, für das Volk tätig zu sein vorgibt.

Peter Hockenholz am Tag 04 seiner Gurkentruppe – afiet olsun! – 24.06.2013