Das neue Leben der pompa


Schnürsenkel zum Beispiel reißen niemals, liegt man auf dem Soffa und ödet sich an einem dieser obermiesen Krimis. Pumpen legen auch immer mitten im hohen Sommer die Arbeit nieder. Obwohl sie es ja im winterlichen Ruhestand könnten. Die Umwälzpumpe hier am pool stieg aus – Ende. Ein böses Knurren noch aus dem elektrischen Kasten beim Versuch, sie per Schrittmacher wieder zu wecken.

Das geht beim homo sapiens, niemals bei einer pompa – gleich Pumpe – Türkisch scheint gar nicht so schwer. Der Fachmann erscheint mit der in der Türkei üblichen Zeitverzögerung, völlig normal. Dikkat! Köpek var! Die schon leicht eingerostete Warnung am Tor schreckt ihn. Köpek nerede? Köpek öldü!  Angstvoll schaut er sich um, ob nicht doch aus irgend einer Ecke ein wilder Wolf es auf seine Hosenbeine absieht. Mein wildes und tief aus dem Bauch hervorgebrachtes grollendes Geräusch treibt ihn in die Flucht, den Armen, der Schreck sitzt tief.

Aber er legt seine zwei Schraubenzieher und sein Prüfgerät auf den nassen Boden. Pompa öldü? Hayır, pompa hasta. Nein, die pompa ist nicht gestorben, iest nur kraaank! Ich machen wieder gesuuund. Nimmt die schwere Last der beiden Schraubenzieher und des Spannungsprüfers auf sich. Der Alte, noch ganz rüstig, eilt mit der schweren Pumpe die Auffahrt hinauf hinter ihm her. Oben auf der Straße steht ein kleiner roter Hondaspielzeugroller. Pompa? Problem yok! O-beinig hält der Meister die kranke Pumpe in der Lächerlichkeit eines Fußraumes zwischen sich in der Balance und rauscht davon. 

Die Pumpe pumpt wieder, hat ein neues Herz und eine reine Seele. Türke repariert, Türke baut aus – das ist hier im Lande noch Standard, hier wird nichts weggeschmissen, weil sich Reparieren nicht mehr lohnt….

Peter Hockenholz am 31. Juli 2013 – das Letzte im Juli!

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Europa ist Vergangenheit: Mit Kurdistan soll die Türkei größer werden


MEINUNG

  |  Veröffentlicht: 30.07.13, 09:23

Yiğit Bulut, Chefberater Erdoğans und Finanzanalyst, ist fest davon überzeugt, dass die Türkei nur eine wichtige globalpolitische Rolle spielen könne, wenn sie sich von Europa lossage. Ihre unmittelbare Region sei der Schlüssel zum Erfolg. In diesem Rahmen dürfe die Türkei keine Angst vor der Gründung Kurdistans haben. Denn in solch einem Szenario werde die Türkei der wichtigste Partner der Kurden werden.

Der neue Chefberater des türkischen Ministerpräsidenten Erdoğan, Yiğit Bulut, macht kein Geheimnis aus seiner europakritischen Haltung. Für ihn ist die EU keine Option mehr für die Türkei.

Ausschlaggebend sei die mittelmäßige Rolle Europas im Rahmen der aufkommenden „Neuen Weltordnung“. Im Westen gebe es nur noch die USA als federführende Macht (mehr hier).

Regionale Ambitionen Ankaras

Stattdessen solle die Türkei auf ihre regionale Umgebung setzen. Denn davon hänge auch ihre globale machtpolitische Rolle ab. Das türkische Volk dürfe keine Angst vor einem entstehenden Kurdistan haben. „Wenn Kurdistan gegründet wird, dann wird die Türkei größer werden“, zitiert das Nachrichtenportal Rota Haber Bulut. Der Einfluss der Türkei werde sich erweitern, da jenes neue Gebilde sowohl ökonomisch, als auch gesellschaftlich ohnehin ein Teil der Türkei sei.

„Wenn Sie heute nach Arbil fahren, werden Sie folgendes feststellen: Der Flughafen, die Krankenhäuser, die Schulen, die Unis und die Behördengebäude wurde allesamt von Türken erbaut. Überall werden sie auf türkische Marken stoßen. Arbil unterscheidet sich nicht von Ankara.“

Tatsächlich verfolgt die AKP-Regierung eine Politik der Aussöhnung mit den Kurden des Nahen Ostens. Doch der Widerstand innerhalb der türkischen Bevölkerung gegen die Verhandlungen mit der PKK wird immer größer. Denn viele Bürger haben im Zuge des 30-jährigen Kampfes gegen die Terrororganisation zahlreiche Familienangehörige verloren.

Spaltung der Türkei ist möglich

Auch der Glaube an eine große Türkei mit Einbindung der kurdischen Gebiete Syriens und des Irak wird immer unglaubwürdiger. Zudem gibt es keine Garantie, dass die Kurden nicht irgendwann auf Idee kommen, ihre vollkommene Unabhängigkeit auszurufen.

In der aktuellen Phase dürfte dies nur schwerlich gelingen, da insbesondere der Nordirak wirtschaftliche abhängig ist von der Türkei. Doch Kurdistan befindet sich in der Aufbauphase und könnte schon bald auf eigenen Beinen stehen. Dieser Tatsache sind sich auch die USA bewusst (mehr hier).

Vergangene Woche fand in Arbil eine Kurden-Konferenz statt, an der alle wichtigen Kurdenführer des Irak, der Türkei und Syrien teilnahmen. Sie demonstrierten Einigkeit (mehr hier).

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Tja, liebe europäische Superpolitiküsse, das habt ihr durch Taktieren und Finassieren über Jahrzehnte doch so gewollt, richtig? Spart eure Krokodilstränen. Der Zug scheint abgefahren…..

Peter Hockenholz am 30.07.2013

 

T C Baris Önal gefällt ein Foto.


… und mir auch! Das ist die andere, die ursprüngliche, die archaische Türkei, nicht zu finden in den Gebieten der Fremdenverkehrsindustrie, eher hoch oben im anatolischen Gebirge – aber auf ihre Weise schön, gastfreundlich. ursprünglich, sicher nicht komfortabel, aber die Menschen, die Menschen  hier…..

Danke Bariş – wie lange kennen wir einander eigentlich schon?

Peter Hockenholz am 29.07.l2013

Abschied in Großbritannien: Geliebter Ford Transit wird jetzt in der Türkei produziert


Abschied in Großbritannien: Geliebter Ford Transit wird jetzt in der Türkei produziert

  |  26.07.13, 17:48

Gut neun Monate hatten die Briten Zeit, sich auf diesen Abschied vorzubereiten. Nun rollte in Southampton tatsächlich der letzte Ford vom Band. Sein Glück sucht das Unternehmen nun in der Türkei und seinen „signifikant niedrigeren“ Produktionskosten.

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Türkei: Produktionskosten „signifikant niedriger“

In der Türkei hat der amerikanische Automobilhersteller ein Joint Venture namens Otosan mit dem türkischen Mischkonzern Koç in Gölcük bei Istanbul. Die Produktionskosten sind „signifikant niedriger“. Ford streicht in Europa insgesamt 6,200 Stellen und damit 18 Prozent seiner Produktionskapazitäten, um damit jährlich 450 bis 500 Millionen US-Dollar einzusparen (mehr hier).

Ford ist jedoch nicht der einzige Autobauer, den es in die Türkei zieht. Renault hat die Produktion seines Klio ebenfalls verlagert und auch Honda baut seine Motorräder jetzt in der Türkei (mehr hier).

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… nur mal so in das Stammbuch Jener, welche die Wirtschaft in der Türkei permanent mies reden; in welchem Auftrag eigentlich?

Peter Hockenholz am 29.07.2013

Heute ist Sonntag – Chatschapouri-Tag


Freundin Nona Fe aus Georgien brachte uns in Tiflis auf den Geschmack. Gestern veröffentlichte sie auf ihrer facebook-Seite das Rezept. Das war gestern. Heute gab es bei einigermaßen wärmender Sommertemperatur von 36,4 Grad plus Chaschapouri hinter dem wild schäumenden Dimcay.

Das ist die Lufttemperatur draußen im Schatten, nicht die, welche aus der Ofenklappe kommt.

Nimm zwei Eier – 100 g Butter oder Backmargarine, zimmer warm – 500 g Naturyoghurt – 2 TL Backpulver – oder 1 TL Natron mit etwas Weinessig – 600 – 700 g Mehl – 800 g Käse, z. B. 400 g Mozzarella und 400 g Feta-Art.

Wie man das würzt und zu einem Teig unten, einem Teig oben und dazwischen den gewürzten Käse zubereitet, schlag nach bei Nona! Man kann es nicht kopieren – und mir ist es zu heiß, das alles zu tippen – mühselig mit dem Bauch voll von Chaschapouri. Meine liebe Frau bereitete es mit Vollkonrmehl, macht satt. Und glücklich! Danke danke, allen Beiden, jener da hinten in Georgien, meiner hier in der Küche!

Peter Hockenholz am letzten Sonntag im Juli 2013

Nona hat meine Chatschapouri-Schreibe mit einem Link ergänzt! Bitte machte euch die Freude und „lest“ auch mal die georgische Beschreibung!! Viel Spass!

http://www.letuscook.de/chatschapuri-mit-joghurtteig/

Nostalgia Charlie Alanya hat Halte durch, Türkeis Foto geteilt.


Seit einigen Stunden demonstrieren sie gegen die diskriminierenden Aussagen eines AKP Anhängers Namens Ömer Tugrul Inancer (siehe unten).

Die Demonstranten zeigen wieder einmal, was in ihnen steckt.
Sie lassen sich solche erschreckenden, vor allem niveaulosen Aussagen nicht gefallen und gehen auf die Straße.
Sie sind schwanger, sehen schwanger aus, tun schwanger, verhalten sich schwanger, unterstützen somit alle Frauen.
Mann oder Frau….spielt hierbei keine Rolle.
Es geht um die Akzeptanz, den Respekt, die Anerkennung und vor allem um die Rechte der Frauen in der Türkei.

Nicht nur Erdogan ist von solch konservativen, sinnlosen Gedanken besessen, sondern auch all seine Anhänger, wie es aktuell der Fall bei Anwalt Ömer Tugrul Inancer ist.

Bei einer Ramadan Sendung auf „TRT1“ sagte er während einer Rede schockierende Sätze wie:
„Die Schwangerschaft an die große Glocke zu hängen, ist ein unanständiger Widerspruch.“
„Mit so einem Bauch geht man nicht auf die Straße!“
„Ab dem 7.-8. Monat soll die Frau nur zum Luft schnappen raus.“
„Heute ist es so, dass alle, egal mit oder ohne Flügel, im TV herumfliegen- das ist eine Schande.
Das ist kein Realismus, dass ist einfach nur unanständig!“

Das lassen sich weder die schwangeren Frauen, deren Männer, noch die restlichen Demonstranten gefallen.

Heute Abend packten sich viele Demonstranten Kissen unter ihre Oberteile, malten ihre Bäuchlein an, hielten Plakate hoch und zeigten somit Solidarität zu den (schwangeren) Frauen.
Wenn das mal nicht wieder der intelligente einzigartige und unvergessliche weltoffene Humor der Demonstranten ist.

Love and Peace for all!