Reise Reise – hast du auch….


Zu früheren Zeiten konnte man sich einem alten Volkslied zu Folge seine Ladung aussuchen, es gab keine Beförderungspflicht. Beschloss der Fuhrparksbesitzer, keine keifenden alten Weiber mehr von A nach B zu bringen, lehnte er auch maulende alte Säcke als Beförderungsgut ab; niemand nahm es übel, fuhr er nur noch junge Mädchen singend durchs Städtchen.

Die Zeiten änderten sich, so gut wie niemand bringt mehr altes Volksliedgut zu Gehör.Heute lädt man seinen Rolli noch aufs Rollband auf dem Flughafen. Nur das Laden gibt es noch – und es ist komplizierter geworden!

Lädst du noch dein und mein handy auf, auch der Plattfisch hat Hunger, er braucht noch Strom, lade ihn bitte mal auf, die Batterie im Reisewecker ist schlapp, gib ihm zu essen, das Modem muss noch in die andere Steckdose gesteckt werden, sonst arbeitet es nicht und die Nachbarn müssen Durst leiden nach facebooknachrichten, hast du an den Katzennapf für Mäow gedacht, ist Arab, die Leasinghündin, versorgt?

Jetzt kommt es: bist du etwa geladen?? Etwas impertinenter: du bist doch nicht etwa geladen????

JAAA, ich bin geladen und kurz vor dem Platzen. Hinunter damit – aber nicht doch, Schätzelein. Ich bin höchst erfreut, alles dieses tun zu dürfen! Diese Lüge bleibt mir fast im Halse stecken. Aber umso größer ist die Vorfreude auf den nächsten Morgen, die Reise nach Izmir, die Neugier auf diese unendlich schöne Stadt.

Ehe es vergessen wird: die Geldbörse muss noch fix aufgeladen werden…..

Peter Hockenholz am 25. Oktober 2013

Der Limburger Käse – nur peanuts (!?)


Franz-Peter Tebartz-van Elst vor dem Vermögensrat des Bistum LimburgKarikatur = Cicero online von heute

Von Hilmar Kopper, einstens erster Mann im geehrten Hause Deutsche Bank AG,: „peanuts“ seien die herben Verluste von Handwerkern in Leipzig. Gemessen an den Verschwendungen von Millionen des fürstbischöflichen Hauses zu Limburg sind das allerdings nur „Erdnüsse“. Mag seine Excellenz oder wie man das in diesen Kreisen nennt, seinen Hintern in Luxusbadewannen versuchen zu reinigen. Mag seine Seele dermaleinst im Fegefeuer braten, hinieden hat er sich mal was gegönnt, weil man sich ja sonst nichts gönnt.

Mag es der Herde seiner Schafe gegen den Strich gehen, so lange sie die Klingel- und die Steuerbeutel weiterhin füllen und überfüllen, kann man die Knete doch getrost verbraten – in unheiliger Allianz zwischen dem aufwändigen irdischen Zwischenhandel und dem Staate. Handeln beide Institutionen doch in Gottes/Allahs Namen.

Zurück zu den „peanuts:“ gemessen am Aufwand des Braunauers und seinen Schergen können die Limburger Verschwender nicht anstinken wie zum Beispiel der Limburger Käse.

Auf einem dieser unzähligen Basare zu Gunsten leidender Vierbeiner zu Alanya schenkte mein lieber Schwiegersohn mir die antiquarische 672-Schwarte „Das Buch Hitler“ – Geheimdossier des NKWD für Josef Wissarionowitsch Stalin, 2007 verlegt bei Bastei Lübbe. Ich habe die Dokumentensammlung quergelesen. Gegen die Millionen Reichsmark, welche das Gesocks aus dem deutschen Reich für ihren Wohlstand sog, ist der fromme Herr von und zu Limburg ein Waisenknabe…

Peter Hockenholz am 24.10.2013

kafa boş = leerer Kopf


man muss nicht alles wissen, aber man fast alles essen! Jeden Morgen habe ich eine dieser leckeren Früchte auf frischem Yoğurt; man löffelt die glibbrige Frucht aus der Schale – soll sehr sehr sehr gesund sein….

Meine liebe Frau hat mir mindestens ein Dutzend Mal den Namen gesagt, aber siehe weiter oben, kafa boş…. aber gesättigter Frühstücksbauch……

Einen schönen Tag wünscht mit diesem Bild von Freund Suphi Kavak

Peter Hockenholz am 23.10.2013

Hilfsbereite Menschen haben mir sofort auf die Sprünge geholfen: die leckeren Glibberdinger heißen Kaki, türkisch Hurma!

 

ISTANBUL Kein Mokka mehr, kein Raki ZEIT online 22.10.2013


ISTANBULKein Mokka mehr, kein Raki

Wird Istanbul zu Tode modernisiert? Unser Korrespondent Michael Thumann verabschiedet sich nach sechs Jahren von seiner Stadt VON 

22. Oktober 2013  10:06 UhrMoschee neben Hochhäusern im Istanbuler Stadteil Atasehi

Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan liebt Istanbul so sehr, dass er es am liebsten von unten sieht. Er nimmt einen Fahrstuhl in Üsküdar, einem Stadtteil auf der asiatischen Seite des Bosporus. Tief unter der Erde wartet eine U-Bahn auf ihn. Erdoğan betritt im Scheinwerferlicht einen Waggon und fährt los, quer unter dem Bosporus hindurch. Unweit der Hagia Sofia kommt er wieder heraus, im Scheinwerferlicht. Von diesem Tunnel unter dem Meer haben schon die Griechen geträumt. Erdoğan weiht ihn nun ein.

Doch Erdoğan schimpft: „Das Projekt ist um vier Jahre verspätet, weil sie irgendwelche Töpferware gefunden haben. Wir müssen schneller sein, wenn wir zu den Zivilisationen von morgen gehören wollen.“ Die „Töpferware“ würde jedes große Museum der Welt zieren und stammt aus den vergangenen Zivilisationen am Bosporus: Hellenen, Byzantiner und Osmanen. Heute bestimmt Erdoğan, was Zivilisation ist.

Ich verlasse Istanbul. Doch bevor der letzte Karton gepackt ist, hat Istanbul mich schon verlassen. Die Stadt wächst und verschwindet zugleich. Sie sieht immer mehr wie ein austauschbares International-bul aus. Unter Erdoğan eifert sie einem Modernismus Marke Dubai nach, mit osmanischem Dekor. Die neuen Viertel mit Hochhäusern, Highways und Shoppingmalls passen gut zum Arabischen Golf, wo sie voraussetzungslos auf Wüstensand stehen. In Istanbul kollidieren sie mit Geschichte von mehreren Tausend Jahren. Auf dem Spiel steht nicht nur antike „Töpferware“. Es geht um Gassen, Häuser, Gerüche und das Lebensgefühl, in einer unhierarchischen Stadt zu wohnen. Erdoğans autoritäre Umgestaltung von oben ärgert viele Istanbuler. Deshalb kam es im Sommer zu den wochenlangen Protesten um den Gezi-Park.

Ein Teehaus in Tarlabasi. Männer hocken mit ihren Gläsern auf dem keine zwei Meter breiten Bürgersteig. Sie schnippen die Kippen in den Rinnstein. Kinder spielen Fußball. Sie schauen auf die Abrissbirnen, die ihr Leben abräumen, ein historisches Viertel der Istanbuler Innenstadt. Auf großen Plakaten werden die Neubauten mit Büros und Luxuswohnungen angepriesen: weiße Fassaden, vor denen Frauen mit hohen Absätzen und blonden Kindern spazieren. Tarlabasi stand für die Gleichberechtigung in der Vielfalt Istanbuls. Einst war es ein Viertel von Griechen und Armeniern, heute von Kurden und anderen anatolischen Migranten. Kein Haus hat mehr als vier Etagen. Orthodoxe Kirchen stehen neben Moscheen, die armenische Schule neben dem Nachbarschaftsbordell. Die Bosporuskatze läuft neben dem Schwarzmeerdackel. Das Wägelchen des Sesamkringel-Verkäufers parkt selbstbewusst neben dem Mercedes des arrivierten Großhändlers. Keiner ragt zu weit über den anderen hinaus.

Inmitten der Abrissruinen leuchtet ein gelb getünchtes Haus aus der Spätzeit des Osmanischen Reiches. Hier wohnt der letzte Grieche des Viertels, Andon Morali. Ich hatte ihn in den vergangenen Jahren mehrmals besucht. Morali ist krank, er wehrt sich gegen die Umsiedlung in ein Heim. Das Haus gehört ihm. Nun soll er rausgeekelt werden. Draußen vor der Tür infernalischer Lärm, der Gestank offener Rohre, Staub, einstürzende Altbauten. Morali will nicht wegziehen. „Lieber sterben.“

Sein Tarlabasi ist schon tot. Die Ruinen werfen Schatten auf andere Viertel, denen der Umbau droht. Von Tarlabasi geht es steil hinunter zum Goldenen Horn, der Meeresbucht im alten Istanbul. In den Vierteln Balat und Fener lebten Griechen. Heute wohnen hier meist türkische Fischer, Händler und Gastwirte. Es riecht nach frischem Brot, Bratfisch, Schweiß und Kölnisch Wasser. In den dreistöckigen schmalen Altbauten sind Werkstätten, kleine Läden mit Höfen, in die sich abends Liebende verlieren. Balat wurde 2007 mit EU-Geld renoviert, jetzt droht der Totalabriss. Die Kirche des Heiligen Georgius wird von Christen und Muslimen besucht. Sie werfen eine Münze in einen Brunnen und wünschen sich etwas. Ein Fischhändler wünscht sich die Griechen zurück, die vertrieben wurden, als er jung war. Warum? „Weil sie so lebten, wie ich leben möchte: tagsüber Mokka, nachts Raki.“  Auszug aus ZEIT-online

-.-.-.-.-.-

Besuchen Sie  Europa – Verzeihung bitte – ISTANBUL – so lange es noch steht!!!

Peter Hockenholz am 22.10.2013

 

Das Türk-Ei….


….. hatte, als wir uns für dieses Land als unsere Wahlheimat entschieden, aus heutiger Sicht die Größe eines Wachteleies. Im Laufe der letzten eineinhalb Jahrzehnte wuchs es zu stattlicher Größe heran. Ausgehend von den Gegebenheiten hat es sich zu Wohlstand und Ansehen entwickelt. Auch, wenn die Auguren immer wieder unken, was alles noch mies ist, das Land hat aufgeholt! Ein bislang nicht gekannter Wohlstand ist auch beim türkischen Ottonormalverbraucher angekommen – und wird genossen.

Der soll aber nicht bei Mahmut, seiner Frau, seinen Kindern, seiner Familie bleiben, sondern der nimmersatte Rachen aus Brüssel entwickelt einen riesigen Appetit. Er will das Türk-ei mit Haut und Haaren. Verbunden mit dem Imperativ: du Türk-ei musst erstmal noch – und es folgt die lange Liste. Das Türk-ei soll die den  Euobürokraten Form annehmen, am besten gleich vier Ecken ausbilden – und man gleich viel Geld für das Eurofass ohne Boden mitbringen.

Das wird man sich hier im Lande reiflich überlegen. Das Türk-ei wächst noch im Innern. Zwischen Allah und Atatürk festgefügt wächst eine neue gebildete türkische Generation heran, die sich mehr und mehr selbst in der Verantwortung sieht – und diese wahrnimmt, trotz, oder gerade wegen Gezipark, gerade wegen der merkwürdigen Gesetze betreffend Alkohol, in Sachen Kopftuch, Familienplanung, vorgegebener Denkschablonen aus der Hauptstadt. Lasst doch der Jugend, der Jugend ihren Lauf, gleich welchen Alters! Auch hier gilt es: Unmögliches wird sofort erledigt, Wunder brauchen etwas länger. Sie müssen reifen wie die Überfülle hiesigen Obstes.

Das Türk-Ei wächst….

Peter Hockenholz am sonnigen 21. Oktober 2013

Strikte Alkoholgesetze: Ein Fluch für türkische Winzer


Strikte Alkoholgesetze: Ein Fluch für türkische Winzer

Seit kurzem ist in der Türkei eine strikte Alkohol-Gesetzgebung für den Verkauf und die Bewerbung von Alkoholprodukten in Kraft. Das Regelwerk ruft nicht nur türkische Brauereien auf den Plan. Auch junge Winzer sind besorgt. Wie sollen sie unter diesen Umständen ihre Produkte vermarkten und so ihren Unternehmenserfolg sichern?

Weinbau spielt in der Türkei bisher eine eher untergeordnete Rolle. Es gibt nur rund 100, meist sehr kleine Betriebe. Dennoch wagen einige, ambitionierte junge Winzer den Sprung ins kalte Wasser. Noch. Denn die Sorgen sind groß, aufgrund der neuen Alkohol-Gesetzgebung, keinen Fuß auf den Boden zu bekommen.

Zu den aufstrebenden Betrieben der Türkei gehört Nif Vineyards, in den Hügeln von Izmir, an der türkischen Ägäisküste. Geführt wird das Unternehmen von einer jungen Dame namens Gaye Ozcan. Im Jahr 2013 sollen die ersten Erzeugnisse auf den Markt kommen. Doch schon jetzt sind die Sorgen groß. Schuld ist die neue Alkohol-Gesetzgebung des Landes, die die Bewerbung von Alkoholika verbietet.

Keine Weinproben, keine Werbung, keine Prospekte

„Natürlich habe ich viele Verkostungen und Veranstaltungen geplant, um in Kontakt mit meinem potenziellen Verbraucher zu kommen“, zitiert das Portal Pri die 27-Jährige. Das Werbe-Verbot ist ein schwerer Schlag für ihr angehendes Business. Dabei hat die junge Frau bereits viel Arbeit in ihren Winzerbetrieb investiert. Seit zehn Jahren ist sie gemeinsam mit ihrem Vater dabei, die Kellerei aufzubauen. Nach einem Studium der Agrartechnik ging sie sogar in die USA, um in San Francisco ihren Master in Önologie zu erlangen.

Dort, in den fernen USA, wurde die junge Frau nicht nur einmal mit der Frage konfrontiert, ob die Weinherstellung in einem muslimischen Land wie der Türkei überhaupt Sinn machen würde. Der Umstand Muslimin und Winzerin in einem liberalen Land zu sein, war für sie jedoch nie ein Widerspruch. Bis jetzt. „Heute finde ich es schwer, mein Land auf die gleiche Weise zu verteidigen wie ich es noch vor ein paar Jahren getan habe“, so Gaye Ozcan.

Mittlerweile hat ihr Team hunderte Flaschen des diesjährigen Jahrgangs der Nif Weine gekeltert. Dank der neuen Gesetze ist sie nun unter Zugzwang. Kontakte innerhalb der Weinwirtschaft zu knüpfen ist für die junge Frau kein Problem, wohl aber unter diesen Umständen Kontakt zu potentiellen Kunden zu bekommen. Nicht einmal ein einladend dekoriertes Schaufenster zum Thema Wein ist erlaubt.

Strafen bis zu 250.000 Dollar

Doch: Gerade beim Wein geht es darum, eine Marke aufzubauen. Nur so können sich die kleinen Winzer von der Konkurrenz abheben. Ozcan ist jedoch überzeugt: Die türkischen Gesetze binden ihr nun vollständig die Hände, um aus der Masse hervorzustechen. „Ich kann die Leute meinen Wein nicht probieren lassen, damit sie erkennen, wie er sich von den anderen unterscheidet. Ich kann auch nicht darüber sprechen oder Prospekte verteilen. Ich kann die Weine noch nicht einmal auf meiner Webseite präsentieren. Noch nicht einmal Weinproben sind drin“, so die junge Frau. Hält sie sich nicht daran, drohen Strafen zwischen 2500 und 250.000 Dollar.

Mit ihren Sorgen ist die junge Winzerin nicht allein. Auch einschlägige Lifestyle-Publikationen sind betroffen. Die Werbeeinnahmen brechen weg und auch die Themen. Die Redaktionen setzen den Rotstift an oder müssen Kolumnen, die sich etwa mit Wein beschäftigen, ganz sein lassen. Wie derweil große Brauereien des Landes reagiert haben, ist hinlänglich bekannt. Ganze Festivals wurden abgesagt.

Es bleibt nur der Export

Der türkische Premier Recep Tayyip Erdoğan sieht sich aufgrund des Anti-Alkohol-Gesetzes jedoch zu Unrecht kritisiert. Das sei kein Eingriff in die Lebensweise und Privatsphäre. Er argumentiert vielmehr mit der Gesundheit seiner Bürger (mehr hier). Nachvollziehen kann Gaye Ozcan das nicht. Ihrer Ansicht nach gebe es eine Menge Dinge, die die Gesundheit schädigen. Diese seien im Islam allerdings nicht verboten. Ihrer Ansicht nach sei alles eine Frage des richtigen Maßes. Ginge es hier wirklich um die Gesundheit müsste auch gegen Fast Food entsprechend vorgegangen werden. Das sei aber nicht der Fall. Für sie bleibt in der jetzigen Situation nur ein Ausweg: Sie muss ihren Absatzmarkt im Ausland finden. Und das sei vielleicht nicht das Schlechteste.

Seit Mitte September dürfen im Umkreis von 100 Metern um Gebetsstätten und Schulen herum gar keine Alkoholika mehr verkauft werden. Zwischen zehn und sechs Uhr morgens herrscht ein absolutes Verkaufsverbot für den Einzelhandel. Letztere müssen Logos und Werbeschilder für alkoholische Getränke entfernen. Ein Sponsoring von Großveranstaltungen ist für Alkoholhersteller ebenfalls nicht mehr möglich.