Türkischer Sonntag auf dem platten Lande


Eigentlich sollten wir mal wieder – heute war eigentlich! Anderntags gibt es so manches zu erledigen – und das dauert eigentlich immer so lange, dass die kleine Wanderung den  Hügel abwärts mit Arap, der Leasinghündin zum Meer hinunter unterbleibt. Nun weicht der Sonntag bei Türkens deutlich ab vom Sonntag, an welchem Gott ruhte und das auch seinen Gläubigen ständig verheißen lässt.

Du mein grünes Tal, tausendmal haben wir dich gegrüßt. Obwohl nur im ilk bahar, im Frühling grün. Nun grüßen wir die vielen Bauarbeiter, welche das grüne Tal nachhaltig mit Beton verfüllen. Wir stehen drüber. Auf unserer Terrasse, denn unsere Hütte liegt auf einem Hügel – tepe villa – Villa Hügel….

Arap, die Hündin for rent, hat sich inzwischen an Autos gewöhnt und versucht nun nicht mehr, in die Zwillilngsreifen zu beißen. Am Mittelmeer zeigt sie eine Metamorphose zur rassereinen Tüwahündin, zur türkischen Wasserhündin. Ach, ihr Türken mit der weit verbreiteten Angst vor dem Hunde. Dem einsamen Angler steht die Angst in den Augen. Jetzt hat er…..diagnostiziert meine Eheliebste. Mein Rat an ihn für ein nächstes Mal – auch wenn es anrüchig sein sollte: erst gucken, dann kacken. (Pfui!).

Sonntägliche Grillsippen am Strande genießen selbigen – und hinterlassen als Andenken an diesen schönen Tag  ihren Müll, sind sie besonders sorgsam, dann verbrennen sie Papier und Plastikflaschen und -becher und hinterlassen damit eine Kleinigkeit Gift in der Athmosphäre. Umwelt buchstabiert man hier noch etwas abweichend von europäischen Vorstellungen. Wird die Türkei aber eines Tages von der EU inhaliert, dann werden die Brüsseler Oberlehrer sie schon leeren. Nämlich von ihrem Bruttosozialprodukt.

So kehren wir Ökoprogrammierten nach Goetheschem Ratschlag vor unserer eigenen Tür, bücken uns nach den Süßigkeitenpapieren der lieben Kleinen wie den aus Autofenstern entsorgten Zigarettenschachteln.

Ein schön geschlilfener Plattdstein aus dem Mittelmeer zieht die Hosentasche in die Knie. Auf dem letzten Acker vor der Fruchtfolge aus Beton erntet eine Sippe XXL-Blumenkohl, immerhin ist heute schon Sonntag, der zweite Frebruar. Das Riesenköhlchen wird bergauf geschleppt. Beim Erwerb des eben geschnittenen Blumenkohlschönlings wird ganz selbstverständlich nach Landessitte gehandelt, nur zwei anstatt drei Lira, Freundschaftliche Zuneigung auf beiden Seiten.

Sonntag hinter dem wild schäumenden Dimçay.- noch einiges vor der kommenden Saison. Frieden, Freude, Blumenkohlsuppe, Blumenkohl mit gerösteten Bröseln drüber. Und morgen wieder ein schöner Montag, mit der Freude, den Ärztinnen im Devlet hastanesı, dem staatlichen Krankenhause zu Alanya, die Feinheiten unserer deutschen Sprache weiterhin zu vermitteln. Wir halben Türken.

Peter Hockenholz am Sonntag, 02.02.2014

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