Asparagus Airline


Vorgestern morgen landete auf unserem neuen Flughäfelein Gazipasa ein nasses Küchenhandtuch. Das alleine wäre keine Erwähnung wert, wäre es allein ein nasses Küchenhandtuch.  Frisch gestochener Nienburger Spargel hat da zur Landung angesetzt. Direkt von Nienburg an der Weser über Hannover nach Gazıpaşa. Nach fünfundzwanzig Minuten waren sie schon im Kühlschrank, die Spargelstangen aus Nienburg.

Allein das ist nicht selbstverständlich. Gar nicht so selten landet man nicht auf unserem Hausflughäfelein sondern im ferneren Antalya. Weil wir erst noch in einer ferneren Zukunft eine richtige Landebahn erhalten, die Winden und Wettern trotzen soll. Inşallah!

Zurück zum Flugspargel; ein Spargel kommt selten allein. Der ihn begleitende Partner war ein dicker kerniger Holsteiner Schinken. Hinter den Beiden zwei rollende Gepäckstücke, an denen unsere lieben Freundinnen Andrea und Birgit hingen. Sie kommen immer zur Spargelzeit, einem hochedlen, jedoch im Türkischen nicht bekannten Genuss. Andrea und Birgit waren  es, welche den Spargelimport beim türkischen Zoll auszustehen hatten. „Aufmachen! Was haben Sie da? Höchste Aufmerksamkeit! Was sind das für merkwürdige Stangen? Halt! Sieht aus wie Material zum Sprengen von Häusern! STOP! Das soll Gemüse sein? Solches Gemüse gibt es nicht!“ Vorsichtig tasten sie diese Gefahr ab, Stange für Stange. Kleines Flughäfelein, dafür große Ratlosigkeit bei der Obrigkeit. Einpacken; man ist die gefährliche Fracht los; die türkische Lösung eben… Aber so kam es später zu einer riesigen Geschmacksexplosition hinter dem wild schäumenden Dimcay.

Nach herzlicher Begrüßung dann gleich die Aufklärung: mitnichten handele es sich um den berühmten Burgdorfer, sondern um den noch um Klassen leckeren Nienburger Spargel.

Liegt an der guten Weserluft, dass Spargel aus und um Nienburg herum noch besser ist. Oder hat das mit lokalem Patriotismus zu tun? In aller Form entschuldige ich mich beim Nienburger, dass ich ihn fälschlich nur für Burgdorfer hielt. Die knackfrischen Spargelstangen mundeten gar köstlich, der Holsteiner Schinken ergänzte den Genuss. die gebutterten Stangen hinterließen nicht zu übersehende Spuren in den Mundwinkeln. Während sich unsere lieben Gäste an mindestens ebenso knackfrischen türkischen Gemüseköstlichkeiten vom cuma bazar, vom Freitagsmarkt, delektierten. Ein Genussabend, der nicht enden mochte. Was da in der Tiefkühlung schläft, ist die Wiederholung……

 

 

 

 

 

 

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