Basstölpel gegen Vollpfosten


Dieses ist der zweite Tag meines Urlaubs vom Dauerurlaub eines Abgestellten ziemlich nahe beim alten Eisen! Sonst verreisen Trottellumme und Basstölpel zumeist einträchtig miteinander. Aber einer von Beiden verreiste muttereelenallein von Kemer per Kreuzfahrt nach Antalya. Das ging einigermaßen schief. Wie fast nicht anders zu erwarten. Meist kommt ein Unheil nicht allein, so auch heute nicht.

Denn die Stadt Antalya hat einige der vor fünf Jahren vom Steuerzahler bezahlten und dem damaligen Bürgermeister gar nicht genehmen Wassertaxis – eingemottet. Der neue Bürgermeister hingegen ließ die Dinger nunmehr zu Wasser  – und du kannst für TL 10,– eine Seereise machen, sechzig Minuten lang zwischen Antalya und Kemer.  Dumm war nur, dass die Fähre um 10:30 Uhr gar nicht gekommen ist. Eine Unfähre also So hatte sah ich mich zwangsweise in Kemer um. Scheußlich, sage ich Euch. Hast du ein Schaufenster gesehen, kennst du sie alle – Einheitsbrei für Touris!

Neben der feinen Marina ein Restaurant der Oberklasse  namens Qualitans oder so ähnlich. Gutes Essen hält eben Leib und – insoweit vorhanden- auch Seele zuusammen. Doch die vier Mitarbeiter schaufelten Spaghetti in sich hinein . Ob sie wohl würfelten, wer aufstehen müsse, ich weiß es nicht. Einer kam, wischte sich den Schweiß von der Stirne und mit dem Tuch dann auch mein Tischlein – die Speise- und die Getränkekarte bitte – mmppff! Etrwas nachdrückllich: Antwort prompt rrrrmmmpppfff. Good biye, – und  tschüss.Die Betonung dieses feinen Etablissements liegt auf der ersten Silbe:Qual…. Und das bei Türkens in unserer Wahlheimat!

Wanderer kommst du nach Kemer, drehe vorher in Göynuk um – oder rasse durch bis Kukurova . Es sei den, Du hast bei Ellen persönlich im Erendiz Ellen Resort Hotel gebucht!   Das, und nur das  macht Kemer erträglich!

Nächste Fähre mit dem Wassertaxi mitten in das Herz Antalyas direkt im Hafen im alten Kaleidci-Viertel. Gleich Rückbuchung für 17:00 Uhr. Kein Problem, in Kemer war es eins, die üben wohl noch…..

Die Glatze sonnenverbrannt, der Sonnendeckel blieb im Hotel. Aber so richtig nach Art des Touristen – das vermasselte feine Mittagsmal – nachgeholt direkt am Wasser. Es war suuuuuper! Kleine Nachhilfe der Mitarbeiter dort bei meinem Wunsch nach einem guten Raki zwecks Verdauens der delikaten Knoblauchshrimps: du kriegtst nicht den ebertenen Tekirdag – viel zu teuer, du kriegst den üblichen Yeni. Oh ja, auf der Rechnung sah es so aus, als hätte ich eine Goldmünze erworben.

Der Basstölpel verpasste nicht zum ersten Mal in seinem Leben einen Reisetermin; das Rückschiff war längt zu Bett gegamgen. Die Hilfe der Türken ist ungeheuer! Ca. zehn davon wussten Rat. Nach fünf Fehlleitungen kramte ich meine dürftigen Türkischkenntnisse und kam mit Antray zum otogar und von dort mit Dolmus nach Kemer Erendiz-Hotel – problem yok. Als der Vollpfosten jedoch weit über das Ziel im Dunkeln hinausschoß, klopfte ich diesem Vollpfosten mit den Fingern auf den Kopf, streng dieses Körperteil namens Hirn gelegentlch auch mal an – natürlich hatte Vollpofsten noch nie im Leben vom Erendiz Hotel gehört. Ausstieg in finsterer Nacht. Fußmarsch rückwärts.

Ellen, die Besitzerin dieser Oase unter den Hotells, fragte mehrfach nach meinem Verbleib – Pättärr, ist auch wirklich alles in Orxdnung mit dir,  brauchst wirklich keine Hilfe. Der erste Mitarbeiter im Erendiz Ellen: Pättärr, Ellen hat Dir ein kräftiges Abendessen aufgehoben, soll ich es dir holen? Das und das lange nächtliche Gespräch mit den freundlichen Menschen aus dem Münsterland ließ den Tag ausklingen, hier bahnt sich eine Freundschaft am. inshallah!

Leider muss eines der der nächtlich genossenen Biere miteinander nicht mehr frisch gewesen sein……

 

 

 

 

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Suphi Kavak hat Die ganze Wahrheits Foto geteilt. 33 Min ·


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…..  nicht „Garp, und wie er die Welt sah“, eher mein lieber Freund Suphi Kavak, und wie er die Welt sieht – aus seiner Perspektive und mit Blick auf die andere Seite des Mittelmeeres….. Eine bittere Tragödie, weil hier doch mit Verve Stellvertreterkriege über Jahrzehnte gepflegt werden!

Hoş geldiniz, Carlos I – good bye Lenin…..


Carlos I, der attraktive Spanier im Schwenker und good bye Lenin gestern Abend, 27.07.2014 auf arte – hat schon gepasst! Nach vier Wochen freiwilligen Verzichts auf den Genuss eines Raki, Whisky oder anderes Köstliches. . Dazu good bye Lenin, eine Reminiszenz an das Leben in der Sogenannten.

Da kommen Erinnerungen auf. Ende `89 trieb mich die Neugier in die Pleiterepublik; Beginn einer Erfahrung, die bis heute nicht zu Ende ist. Der Film überzeichnet nicht, die Wohnkultur war wie dargestellt. So habe ich es erlebt. Mit gastfreundlichen Menschen in den Betonplatten. In Magdeburg, in Zeitz, in Schönebeck, in Calbe. Die Anfahrt war eine einzige Katastrophe, die Unterkunft eine noch größere.

Bauarbeiter“hotel“ Magdeburg. „In diesem Zimmer hat immer unser Bordeiseggrätärr gewohnt“. Au! Wie oft sind dann Menschen „in der Platte“ zusammengerückt, sich immer entschuldigend, dass der Wessi das als nicht gut genug empfinde. Wie gastfreundlich haben sie mich immer versorgt, wie viele Nächte haben wir diskutiert, mit in der Wolle gefärbten roten Socken, mit Künstlern, mit Verkäuferehepaaren, mit Bonzen, die durch den Wandel aus der Bahn geworfen, nicht mehr klar gekommen sind mit ihrem Leben. Eine merkwürdige Begegnung ist mir noch präsent: ein Mandant brachte mich bei seinen Eltern unter: Kommunisten der Sonderklasse, Reisekader, so hieß das wirklich, fürstliche Unterkunft, alles vom Feinsten – ein etabliertes schweigsames Ehepaar: wir haben Ihnen hier noch eine Tüte voller Walnüsse aus unserem Park gefüllt, aber bitte lassen Sie sich niemals wieder bei uns sehen! Keine weitere Erklärung. Schock!!

Sie allesamt brauchten keine Versicherungen, keine Bausparverträge, keine Finanzprodukte, sie brauchten dringenden Rat, was sie mit der neuen Freiheit am Vernünftigsten beginnen können. Achtzehnstundentage durchgehend, zwischendurch eine schnelle Stulle, dann bitte der Nächste. Wir hingegen brauchten keine schnellen Verträge, wir brauchten das Vertrauen der Menschen – und das kam reichlich – bis heute, über zwanzig Jahre später. Freundschaften sind entstanden;

Erst vor wenigen Tagen eine mail: Manfred T., ein sehr geradliniger sympathischer Mitarbeiter seinerzeit, meldet sich über das Büro Hannover, wir werden uns hoffentlich bald sehen, Frau S. aus Halle berichtet von der Scheidung und von ihrem neuen Leben, sie ist eingeladen hieher in unsere Wahlheimat, um nur dieses zu nennen. Es kann also nicht alles falsch gewesen sein, was getan wurde.

Good bye Sogenannte! Willkommen Zonis a. D. – was so ein Film so freisetzt im Inneren…..

 

 

 

NZZ am Morgen – 2807.2014


So sehen es die Redakteure der Neuen Zürcher Zeitung – NZZ – heute morgen email

Nicht Glück, sondern nackte Angst, empfindet dieser Tage in vielen Städten Europas die dort lebende jüdische Bevölkerung. Der Krieg im Nahen Osten zwischen Israel und der Hamas hat dem Antisemitismus neuen Auftrieb verliehen, allen voran in Frankreich, aber auch in Deutschland. Wie unsere Korrespondenten Marc Zitzmann in Paris und Joachim Güntnerin Berlin berichten, hat dieser neue Judenhass neben einer kulturell-politischen auch eine religiöse und soziale Facette. So sind es denn auch längst nicht nur Muslime und Bürger mit Migrationshintergrund, die gegen Juden hetzen, sondern zunehmend auch sozial Benachteiligte, Linke und Pazifisten.

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre!

şeker bayramı – Ende des ramazan 2014


an diesem Sonntag endet die Fastenzeit, der Ramazan für Muslime und große Gebirge werfen ihre Schatten voraus. Das kommt nicht vom Taurus, der vor Jahrmillionen schon da gewesen und sich bis heute nicht von der Stelle rührte. Die Gebirge wachsen immer zum Ende der Fastenzeit neu, also auch in Alanya, aus Milliarden von Kalorien.

Es ist so, als ob ein tiefes Durchatmen die Menschen sich aufrichten lässt, alle religiösen Gebete, Verrichtungen, Verzichte sind erfüllt. Nun darf man auch wieder an sich und seine Familile denken; man bewegt sich geschmeidig durch Bonbon-, Keks-, Torten- und Kuchengebirge. Das Zuckerfest dauert immerhin drei Tage – und wer am ersten Tag, dem 28.07.2014 etwa zu einer Bank, zu einer Behörde oder sonst irgend etwas Unaufschiebbares tun möchte, der rennt mit dem Kopf gegen die hinuntergelassenen Gitter. Der erste Tag nach dem Ramazan gilt gemeinhin als Feiertag.

Muslime beziehen Nichtmuslime fröhlich mit ein, schließlich lebt man miteinander in Frieden – zumindest hier in unserer Wahlheimat Türkei. Nur bei uns stehen in diesem Jahr keine Süßigkeiten en masse für die Kinder bereit – weil wir nicht daheim sein werden.

Der bekennende Diabetiker erträgt es mit Fassung, wenn sich die Türkei mit Süßigkeiten, Nüssen, Feierlaune vollstopft- und leidetu nter der Leere am Gaumen. Bei BIM geht das schon am Eingang los, durch ganze Galerien Süßkram führt der Weg. Da locken diese honigklebrigen triefenden runden Kuchentaler, da gibt es diese türkische Spezialität von türlischem Honig mit Granatapfelsirup, da oben links in Augenhöhe die Prahhlienen….

„Lieber Alter, BIM hat da wieder ganz neue Kekse – mit ganz wenig Zucker…“, ist gut gemeint, zeigt aber das große Elend, weil eben nur ganz wenig Zucker den Geschmack veredelt. „Wenn dir nach Zucker ist, dann gönne dir doch einfach ein paar Einheiten mehr Insulin!“ Aber dann kommt gleich der Hammer hinterher – von wegen fixer Erblindung und der Schilderung von alsbald abzusägender angefaulter Füße und anderen Übeln.

Welch ein Jammer aber auch – ich möchte mich sooo gerne unter die Süßigkeitdenhamsterer mischen, sie ablenken und in die vollen Plastikbeutel mit dem süßen Zeugs greifen. Aber das ist  natürlich wieder cok ayip….

IYI BAYRAMLAR allen Freundinnen, allen Freunden, aber auch allen Jenen, welche den muslimischen Glauben in perverser Weise missbrauchen und in einem großen Teil unserer Welt in Misskredit bringen!

Peter Hockenholz

 

 

…. lebst du noch, oder….


Deutsche Behörden sind die gründlichsten auf der Welt. Die Frage nach dem irdischen Dasein ist nicht einfach mal so zu beantworten, dass du hingehst: hi, hier bin ich, ich lebe noch, wie man sieht. Die wollen, dass jemand das dokumentiert. Erst mit einem Dokument sichert die Rentenstelle deinen Einkauf von ekmek, zeytin, meyve ve sebze, cay und hin und wieder ein wenig Raki….

Ganz leicht geht das in unserer Wahlheimat Türkei. Alle Jahre wieder kommt ein viersprachiges Dokument – wenn das Glück sich auf deiner Seite befindet und die Post dieses Wichtig zustellt.

Bei mir stempelt Yesiom hanim von der Hausbank und schmückt es mit einer der in der Türkei üblichen schwungvollen Unterschriften. Bei meiner lieben Frau ist das etwas aufwändiger – sie kriegt ein bescheidenes Salär als Zubrot von ihrem Betrieb. Die Beamten dort anerkennen mitnichten die Kompetenz einer Bank, hier muss ein richtiger Beamter her!

Auf auf zum Einwohnermeldeamt in Alanya, denn da sitzen solche richtigen und im übrigen sehr höflichen Memure, das sind Beamte. Die drücken aufs Knöpfchen und aus dem Drucker kommt Meldebestätigung. Mehr aber nicht.

Für die Feststellung, ob Mensch noch lebt, oder tot in der Gegend herumläuft, sei der Muhtar in der Gemeinde da. Der wiederum ist überall – und auch hin und wieder in seinem Büro anzutreffen. Den blauen Rennroller habe ich für meine Frau extra gewaschen, zum Muhtar fährt man doch sauber. Vier Besuche gestern, immer reizend, ach setzen sie sich doch, trinken sie einen Cay, der Muhtar kommt gleich – türkische Zeitrechnung. Heute war er da und waltete seines Amtes. Sie wollten doch gestern noch mal kommen, ich habe ab zwanzig Uhr auf Sie gewartet.

Auch die Post in Mahmutlar ist uns wirklich sehr freundlich gesonnen, man begegnet sich wirklich gerne. Nur, dass so eben, meine Bank in Deutschland anruft, wir seien unbekannt verzogen, ein Brief sei als unzustellbar zurückgekommen. Wir sind nicht verzogen, wir verzogen ob dieser Auskunft keine Miene, darüber, dass es sich die netten Postbeamten im Nachbarort nicht etwas leicht machten – vielleicht war es ihnen denn doch zu anstrengend, den gelben Postroller den Berg hinauf zu diskutieren…..

In welchem Land leben wir doch gleich – immer noch gerne – im Lande der freundlichen Menschen – Türkei, ei, ei, ei…..

Türkis Magazin Akdeniz – die Kadır-Nacht – die Fastenzeit geht zu Ende


Martina Yaman erinnert und erläutert:

Heute ist die „Nacht der Macht“ – Kadir Gecesi

Glückwünsche zur Kadir Nacht (27. Tag des Ramazan, heute Nacht)

Kadir Geceniz mübarek olsun. (Ihre Kadir-Nacht

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Die Glückwünsche gelten den Fastenden aus religiösen Gründen in unserer Wahlheimat Türkei…… Aus Respekt habe ich – nein, nicht gefastet. Aber einen Fastenmonat lang auf meinen abendlichen Raki oder Whisky oder Cognac verzichtet, freue mich jetzt wieder drauf..