Ein schöner Tag, oh was für ein schöööööner Tag


……. wenn nicht nur der schöne Tag an der Ostsee so wohlig vor sich hinfliesst….
…… sondern auch ….. einfach wundervoll……
…….der Philosoph hat diesbezglich vermutlich auch so seine Erfahrungen….

Nur noch ein paar Tage bis zum Ritt nach Hause über den Wolken nach hinter dem wild schäumenden Dimcay – aber das soll es ja noch winterlich-eisiger und nasser sein…..

So sehen unsere schweizer Nachbarn den gemeinsamen Nachbarn Frankreich


Peter Sennhauser heute, 15.01.2015 in der Neuen Zürcher

Zu Hause, so erinnert sich Abdelkader Bernali, hatte seine Familie zwei Bücher: den Koran und das Telefonbuch. «Wir benutzten keines von beiden», so der in Amsterdam aufgewachsene Autor marokkanischer Abstammung. Und dennoch erbebte er als junger Mann vor Wut angesichts von Angriffen auf seinen Propheten wie den durch die «Satanischen Verse» – bis er sie las und erkannte: Salman Rushdie beschreibt darin just seine ureigene Situation eines Immigranten aus tiefreligiöser Welt, der klarkommen muss in einer Gesellschaft, in der alles möglich und nichts heilig ist.

Zweifel und Zorn

Hat die Verführung junger, verunsicherter Muslime in Westeuropa durch Fundamentalisten demnach nichts mit den sozialen Verhältnissen in den Ghettos der Einwanderer zu tun? Auslandredaktor Andres Wysling hat sich auf die Suche nach Antworten in die Cité Grande Borne in Grigny im Süden von Paris begeben: dem Viertel, in dem der zum Terroristen gewordene Amedy Coulibaly aufgewachsen ist.

Mustersiedlung mit Problemen

Die Schwierigkeiten der Menschen aus der Banlieue seien allerdings nur eine Seite, sagt die in Paris und Berlin lebende Schriftstellerin Cécile Wajsbrot. Wer die Vororte für das Schlimmste halte, vergesse die Provinz: Auf dem Lande der Grande Nation herrsche die grosse Vernachlässigung. Zur sozialen, ethnischen und religiösen Spaltung geselle sich auch noch der Stadt-Land-Konflikt: Unheilvolle Auswirkungen des Zentralismus, sagt Wajsbrot im Gespräch mit den NZZ-Feuilleton-Redaktoren Barbara Villiger Heilig und Andreas Breitenstein.

Von Trauer gezeichnet


… schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung – FAZ – heute – zur Befindlichkeit des Zeichners – heutiger Titel der französischen Publikation der superspitzen Bleistifte…..

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Großen Respekt empfinde ich vor dem Mut des Verlegers der „Charlie Hebdo“ und den Köpfen, in denen die verlogenen Ergüsse von Verbrechern zu ergreifenden Karikaturen werden. Karikaturen sollen, müssen drastisch wirken, auch zu Tränen rühren, hin und wieder die wenigen heiteren Dinge aufspießen! Dort, wo Argumente scheinbarer politischer Korrektheit an Mauern in Köpfen abprallen, dort beginnt der Einsatz der Karikatur!

Weiter so! Wir kriegen so viel nur scheinbar Vorgekautes durch die Medien schlampig serviert hingescheschludert, dass die zuweilen harte Kost aus den spitzen Bleistiften und Federhaltern für frischen Wind im Hirn – und im Herzen – wohl tut – tut – tut…..

Investigativer Journalismus – nur in Frankreich?


Neue Zürcher Zeitung – NZZ am Morgen – 13.01.2015

Die Medien tun sich nicht nur in Frankreich mit dem Umbruch in der Branche schwer. Mit «Mediapart» zeigt dort aber ein Unternehmen, wie eine Online-Publikation gutes Geld verdienen kann. Dem investigativen Journalismus verpflichtet, legt sich die «Mediapart» immer wieder mit den Mächtigen in Wirtschaft und Politik an. Marc Zitzmann berichtet in seinem Unternehmensporträt von Affären um Sarkozy und Hollande sowie dem Einfluss der französischen Oligarchen. Aktuell sieht sich die Firma mit einer existenzgefährdenden Steuerrechnung aus dem Finanzministerium konfrontiert. Eine mögliche Rache für den 2013 nach wochenlangen Recherchen erzwungenen Rücktritt des Finanzministers Cahuzac?

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Geht uns nichts an? Ist aber doch der nächste Nachbar! Einst Erbfeind hat sich unter sanftem Zureden der Siegermächte a. D. eine intensive Freundschaft zu entwickeln gehabt… Aber zur Sache: gibt es in Deutschland noch richtig bissige investigative Journalisten? Spiegel? Na jaaaa….. Geht gerade noch so…..

Putin jetzt nicht aus den Augen verlieren cicero.de heute per mail


http://www.cicero.de/weltbuehne/ukraine-krise-russland-jetzt-nicht-aus-den-augen-lassen/58712

Putin jetzt nicht aus den Augen verlieren
Von Werner Sonne 9. Januar 2015

Auch wenn sich der Fokus der Welt gerade auf den radikalen Islamismus richtet, dürfen Putin und der Ukrainekonflikt jetzt nicht aus dem Fokus geraten. Wer wegschaut, der darf sich nicht beklagen, wenn sich die Landkarte vor der deutschen Haustür erneut verändert
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…… trotz der widerlichen Morde in Paris – uns dem Schaulaufen der Politiker und dem weichgespülten Talk des Herrn Jauch – die Welt dreht sich weiter – unter anderem um die Diskrepanz zwischen (scheinbarem) Anspruch und der mörderischen Wirklichkeit…..

Aleppo – Syrisch Haleb


Aleppo 2005

Im Schlafzimmer für unsere Gäste gibt eine Lampe aus rosa Kristallen ein schummeriges Licht. Für uns ist sie die Klunker-Else, vor Jahren erworben in Aleppo in Syrien. Eine und eine halbe Nacht und zwei Tage in der Bagdadbahn brachten uns in diese unendlich interessante Metropole. Sie fing uns so sehr ein, dass wir an eine Weiterfahren nach Homs und noch weiter in die Hauptstadt Syriens völlig vergessen haben. Leider.

Oben auf der Zitadelle genossen wir diese dicken schwarzen Süßkirschen, übten uns im Weitspucken der Kerne, benahmen uns kindisch fröhlich! Unten genossen wir die Stadt – und wurden jeden Tag dort magisch in die Soughs hineingesogen. Die Soughs von Aleppo! Nur der Basar in Teheran ist größer und noch orientalischer. Die Duftorgien von Seifen, Kaffee, Gewürzen, weiteten die Nasenlöcher, die Gespräche mit vielen Menschen, Händlern wie deren Kunden.

Aleppo 2

Der Händler der schönsten Stoffe, nach Tagen vertraut er uns, den Fremden, an, dass er nur Männer liebt – und dieses höchst gefährlich ist für ihn, würde das offenbar. Ein Leben im Halbschatten. Der Juwelier. Er webt um die Kette ein orientalisches Märchen. Die Bernsteinperlen seien aus einem polnischen Rosenkranz. Die silbernen Glieder dazwischen können nur von armenischen Silberschmieden so filigran gefertigt sein. Und das Fädeln vollbrachten geschickte Frauen aus Syrien. Nach einer Stunde des Handelns miteinander mussten, wollten wir sie erwerben. Schwarzvermummte staunen vor dem Schaufenster mit gewagten Dessous.

Im Museum war es, als ob er große steinerne Adler etwas beiseite rückt, damit ich mich auf den Sockel setzen kann.
Aleppo 3

Die Klunker-Else grobschlächtig verpackt warten wir auf den Bus zurück nach Antakiya/Hatay in der Türkei auf den Bus. Es kommt noch ein Bus. Inshallah. Ob er aber wirklich kommt? In die Türkei fährt? Oder nach nirgendwo? Wann er kommt? ??? Heute? Oder Morgen? Die rastlosen Euroäer finden ein Taxi, so ein Vehikel, dass sich mit dem Namen schmückt und sind nach Stunden wieder in der Wahlheimat Türkei.

Das war im Jahr Zweitausendfünf. Nachzulesen unter Reisen in diesem blog.

Aleppo gibt es nicht mehr. Peter Scholl-Latour in seinem letzten Buch 2014: Aleppo gleicht nun dem zerbombten Berlin nach Kriegsende. Nichts steht mehr. Die Soughs, die uns so vertrauten Soughs, sie gibt es nicht mehr!

Aleppo 2