Christoph Fisch in der Neuen Zürcher Zeitung am 25.02.2015


Liebe NZZ-Leserin, lieber NZZ-Leser

1,5 Millionen Ägypter lebten und arbeiteten vor dem Sturz des Diktators Ghadhafi in Libyen. 2011 wurde der Despot mit militärischer Hilfe der Nato gestürzt. Dann hakte der Westen das Land schnell wieder ab und überliess es sich selbst. Die Folge: Bürgerkrieg, Staatskollaps, Terror-Gruppen. Die Berichte von Menschenrechtsorganisationen über Entführungen, Folter, Flüchtlingsströme blieben im Westen weitgehend wirkungslos, lösten allenfalls Betroffenheitsfloskeln aus. Das änderte sich mit dem Auftauchen des jüngsten Propagandavideos der Terror-Miliz IS, das die Enthauptung von 21 ägyptischen Christen zeigt. Doch brauchte es tatsächlich erst ein neues IS-Propagandavideo, um die Welt auf den mörderischen Konflikt aufmerksam zu machen?, fragt Auslandredaktor Daniel Steinvorth in seinem Kommentar in der heutigen NZZ. Schonungslos hält er dem Westen die Fehler von dessen libyscher (Nicht-)Politik vor. Für Steinvorth ist der Westen mitschuldig, dass der Islamische Staat Fuss fassen und an den Küstenabschnitten ein jihadistisches Disneyland entstehen konnte. Unsere Ägypten-Korrespondentin Monika Bolliger beobachtet derweil in Kairo die Rückkehr Tausender ägyptischer Libyen-Flüchtlinge nach einer Reise voller Risiken. Das Versprechen Präsident Sisis, der allen Rückkehrern Jobs verspricht, hält Bolliger angesichts der hohen Arbeitslosigkeit im Land für unrealistisch.

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Wer hat´s erfunden? Die Schweizer und ihre NZZ. Es geht um den Mut zur klaren Aussprache unbequemer Wahrheiten. In deutschen Medien immer schmerzhafter vermisst!

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