Alanya – Ankara – Beybazari – Tatvan – Bitlis – Van – Hakkari – Antalya – Teil 4


Zuvor: es gibt keine Bilder hier – in der Knipse meiner Frau ging die Speicherkarte in einen unbefristeten Streik – und behielt ihr gesamtes Wissen für sich. Na und mein Wundergerät zeigte mir heimlich einen Vogel – nicht mit mir, deine sogenannten Fotografien. Nicht eins ist etwas geworden…… Dummheit lässt grüßen…..

20150517_104840

Seit Stunden begleitet der biblische Euphrat den Tatvanı Ekspres.. Morgenlicht, Morgensonne. Morgenheißer Tee. Ein türkisches Frühstück wärmt den Magen, weckt die Sinne. Frühstück am Euphrat. Was hingegen ist schon ein Frühstück bei Tiffany?

Hier in unserem Zweierschlafabteil liegt eine Preisliste aus, ein Posten darauf heißt Bira. Bira in einem muslimischen Land? Yusuf, der besorgte Schlafwagenbedienstete, bedauert. Problem? Problem yok. Ein winziger Rest an Benehmen, ich bedaure meine Frage.

Heute Morgen mit dem Frühstückstee präsentiert er aus der Innentasche seiner Dienstjacke – eine gekühlte Dose Tuborg. Stellt sie mit Verschwörermiene hinter die Gardine unserer Bleibe. Während wir schlummern, hat er sie für mich bei gemeinsamem Halt vom Speisewagen eines internationalen Gegenzuges für mich erworben. Sprachlos.
Wieder drängt sich der Vergleich mit Europa, mit Deutschland, auf…

Die Sache mit den Pißpantoffeln

bestens bekannt, der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand, hinterließ die seinigen im verhassten Altersheim. Unsere wurden kurzerhand in den Abteilabfall des Van-Ekspres versenkt. Wohnungen in der Türkei sind tabu für Straßenschuhe! Unser Abteil ist die Wohnung für 33 Stunden. Yusuf, der Hilfsbereite, versorgt uns gleich mit je zwei Paaren, verpackt, schneeweiß. Als Kenner der Materie verwendeten wir sogleich das eine Paar auf dem Wege zur Tuvalet. Pißpantoffeln eben. Und wie die nötig waren! Die türkische Art der Erleichterung. Kein Problem, außer du hast Knie! Wie gut Pißpantoffeln sind. Man könnte sie doch noch – zu Hause – als terlik für liebe Gäste…. Schwupps, steckte meine liebe Ehefrau die Pißpantoffeln in den Abfall und eine Lehrstunde über Hygiene in meine Ohren.

Tatvan nach einer Nacht – 19.05.2015

Das Städtlein Tatvan, der ungeschliffene Diamant, noch diesen Tag und die kommende Nacht müssen wir ausharren. „Heut´ ist ein Feiertag für mich, und für die Tatvaner auch“. Schicke und nach modernem Islamoutfit gekleidete Tatvanerinnen – und davon die meisten! Eine Luft wie Sekt, die Sommerwärme angenehm gemildert durch die Seeluft. Eine verdreckte sogenannte Promenade, ein vollgemüllter Flutsaum, miese kleine Mickerbuden, bei denen der Appetit das Vergehen lernte. In der Stadt eine Suppenküche, sauber, hell, freundlich. Der Besitzer verabschiedet uns deutsch mit einem herzlichen Aufwiedersehen die Herrschaften.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s