Alles nur halb so schlimm – oder doch nicht?


„ich komme erst mal nicht mehr in die Türkei, da hat doch einer gesehen, der einen gesehen hat und der spazierte mit einer Bombe am Gürtel durch ein Kaufhaus hier in Alanya!……. Antwort auf meine nur halbernst gemeinte Anfrage bei einem Magazin: Blödsinn! Panikmache.

Doch nun hat es in unserer Wahlheimat Türkei auch die Stadt Alanya erreicht. Eine aufgeregte – und von wem auch immer – angestachelte Masse Mensch zündelt, geht auf andere Menschen einer anderen Kultur los…. Eine Tatsache. Leider. Ein  anderes Magazin stellt die Situation neutral nach. Brav.

Mir fallen dabei zwei Tatsachen ein: Am zweiten Juli 1993 brannte in der Bergstadt Sivas ein Hotel, in welchem Menschen tagten, denen andere Menschen gar nicht wohlgesinnt sind. Fünfunddreißig Menschen verbrannten. Die Feuer am Löschen gehindert. Die Polizei habe nicht eingegriffen bze. sei abwesend gewesen. Später in Malatya – drei Mitarbeiterneiner Druckerei für Christliches die Hälse durchschnitten. Ein Hotelmitarbeiter sagte meiner Frau und mir: lasst die Finger davon, das ist hochpolitisch….

Besuch in der uralten armenischen Königsstadt Ani, heute in der Türkei gelegen. Eine Gruppe armenischer Frauen aus Deutschland kam meiner Frau und mir entgegen und schimpfte unisono übelst über die Türken, auf (schlechtem) deutsch.

Während meiner langjährigen Tätigkeit hier an der Fakülte viele Gespräche mit Studenten. ich bin Kurde, aber sag das nicht laut, Pättärr, ich bin Yezide, aber….. ich bin Laze, aber es darf kein anderer wissen……

Auf der Spendenreise nach Ucus habe wurde mein agressives Gespräch mit Bonzen einer „Partei“, deren Namen ich möglichst nicht nennen sollte, übersetzt, hätte ich noch welche, mir hätten sich die Haare gesträubt. Pätter-könnte-kotzen!

Hier in dieser Region sind es urururalte Fehden, die eine Weile per Gespräch schwelen, hin und wieder, wie gerade jetzt, in Gewalt ausarten. Wer in der großen Politik könnte daran interessiert sein, Gewalt immer wieder anzuheizen, die Menschen hier sind offenbar leicht zu entzünden. Welche nationalen und lokalen uralten Clanfehden bestehen fort und fort. Parteibonzen sämtlicher Couleur sind nicht imstande, alls kleinsten gemeinsamen Nenner eine Politik der nationalen Einheit zustande zu bringen, vertane Chancen. Eitelkeiten sind wichtiger und Pfründen ohnehin. Man nur gut, dass das es das in Deutschland nicht gibt – und niemals gegeben hat….

Es wird sich wieder beruhigen, dessen bin ich mir sicher. Aber wir leben bis dato gut und integriert in einem der interessantesten Länder mit den freundlichsten Menschen der Welt!

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