Störe meine Kreise nicht – diese Türken und ihre Neutürken


Selbst die Gelehrten sind sich nicht einig darüber, ob die Kreisstörer von Archimedes oder Sokrates in die Schranken gewiesen waren. Aber darum geht auch gar nicht. Haben wir Ollen unser kalorienkontrolliertes tägliches Frühstück eingeatmet, tauchen wir mit einem Platsch in unseren jeweiligen Kreis ein. Und stören einander, manches Mal mit einem nur mühsam unterdrückten Seufzer.

Vor allem von meiner Seite. Während ich mich über BER, uns´ Kanzlerin und ihre Politiküsse, über die Roßtäuscher einer bekannten Schmiede für Autos und anderes Wichtige echauffiere, stört meine Eheliebste heute mit einem aussagestarken Beitrag aus einem ihrer Kreise.

Aus welchem, darf ich hier nicht offenbaren. Gleich dem Geheimen Rat für Ausländer ist es ein closed shop, in dem sie selbst agiert und aus ihrem Herzen keine Mördergrube macht. Es geht um die teils unsachliche, teils überhebliche Wahrnehmung von Deutschen, die hier leben, gegen „diese Türken.“ Und darum, was die so alles falsch machen. Oberlehrer contra Menschen, die zu blöd, zu borniert, zu rückständig usw. sind – ihrer Meinung nach.

Da fallen mir so einige Dinge wieder ein. Fünf Kopfbetuchte nebst Säugling saßen gar artig auf unserem neuen Sofa. Während diese höflichst anfragten, ob einer ihrer Männer Arbeit und damit Verdienst bekommen könne, pieselte der Säugling – na, wohin wohl? Später lernten wir, dass ein Mann selbst nicht selbst kommt, und  auch weshalb.

Eine Nachbarin brachte uns einen Teller voll mit Selbstgebackenem. Irritiert, sie reagierte leicht angesäuert, sagte nichts. Wir lernten, das niemals ein Teller leer zurückgegeben wird.

Ganz selbstverständlich latschten wir mit Schuhen in die nachbarlichen Häuser, nicht lange allerdings. Woher sollten wir von diesem Tabu auch wissen? In Deutschland ratschten wir langatmig über die Gebirge von Schuhen vor türkischen Türen.

In jedem Jahr, auch heute noch, liegen die abgeernteten Stämme der Bananen verteilt um die Felder hier auf dem platten Land. Mann Mann Mann, wie blöd sind diese Türken! Anstattr sie zu shreddern, lassen sie alles einfach herumliegen. Der Sinn ging uns, zumindest mir, erst nach Jahren auf. Gar nicht so blöd, nicht menschliche und elektrische Energie einzusetzen, wo das Klima das für die Menschen erledigt. Kostenlos.

Die Schreiberin aus den Kreisen meiner Frau wirbt um Verständnis dafür, dass es Zustände in Bereichen gibt, die geändert werden müssen. Sie macht das an der Stadt Antalya fest, die, nicht zuletzt auch durch uns, die Yabanci, fett in die Breite und in die Höhe explodierte. Der Tierschutz zum Beispiel. Er ist wichtig sehr wichtig, aber ist er wichtiger als die Menschen?

Selbst dieser Bereich blieb höhern Orts nicht unbemerkt. Seit einigen Jahren gibt es ein Tierschutzgesetz! Aber müssen die Besserwisser aus deutschen Landen das ins türkische Bewußsein hineinnörgeln? Oder gibt es da bessere Ansätze? Auch unsere ehemalige Vorstadt von Kestel,  Alanya hat einen atemberaubenden Wandel zur Moderne hinter sich. Seit wir dieser Stadt Adem Murat Yücel als Bürgermeister ausliehen, noch vitaler.

Die Türkei hat in diesem Vierteljahrhundert, in welchem wir einander besser kennen und verstehen lernten, so ungeheuer viel zum Positiven verändert! Das verdient größten Respekt! Dass man für die vielen neuen Schulen Lehrerinnen Lehrer  und Dozenten, für die vielen neuen Universitäten überall im Lande nicht wie ekmek fix backen kann, sollte jedem Denkenden einleuchten. Nur geistigen Tiefliegern fehlt der Durchblick. Logisch?

Wir sind in diesen vorwiegend glücklichen Jahren in unserer Wahlheimat Türkei demütig geworden – und haben das Tempo unserer nur scheinbaren Überlegenheit gegenüber diesen Türken erheblich verlangsamt. Wer immer noch nach der Devise „Alles schön und gut, ABER…….  Dem sei ganz privatim gesagt: putz dir die Brille, komshu! Niemand hat uns mit dem Revolver – oder gar mit einer dieser Hecklerundkochknarren im Genick gezwungen, sein trauriges  Schicksal hierzulande zu erleiden!

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2 Gedanken zu „Störe meine Kreise nicht – diese Türken und ihre Neutürken

  1. hallo nachbar am wildschäumenden dimcai. hast mir aus der seele und dem herzen geschrieben, so ist es ,diese leute sind nicht mehr lernfähig, oder die türkische sonne hat das hirn verbrannt, grüße vom ruhig dahinfließenden gülden bach in kestel..

    Date: Wed, 30 Sep 2015 08:24:47 +0000 To: hacibaba69@live.de

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