Sahıl Güvenlik Ahoi! – Ahoi Küstenwache!


 

„wenn ich fix von zu Hause meine Zahnbürste hole, nimmt die Küstenwache der Türkei mich dann mit bis Mersin, dem nächsten Ziel?“ Turgut, Mann aus dem Team verneint….. Schade. „Aber, wenn Du nach Syrien reist und dort ins Mittelmeer springst, dann retten wir dich…“ Versprochen, ja. Garantie nein. …..

Die Bilder auf der Großleinwand zeigen Dramatisches vom Alltag einer Küstenwache. Die teils eingeblendeten Behältnisse, sie sind nicht leer. Menschen, die es nicht geschafft haben….

Die Küstenwache lud am Nationalfeiertag unserer Wahlheimat Türkei ein, ein Schiff der Küstenwache, am Kai in Alanya liegend, zu erleben. Vom Hangar für den Hubschrauber führt Turgut unser Quartett durch seinen Arbeitsplatz.Der ist drei Jahre jung, in einer türkischen Werft gebaut – und mit Technologie aus Deutschland ausgerüstet. Wie lobend erwähnt wird. Aus der Kombüse duftet es, anregend für die Magennerven, genau gegenüberliegend der moderne Operationssaal. Der Arzt, Ausbildung an einer Eliltiuniversität in Istanbul, erklärt seinen Arbeitsplatz.  Kajüten von vier bis acht Betten für die Mannschaft; die jüngsten Mannschaftsmitglieder dienen sich in die kleineren Unterkünfte langsam hoch. Nur der Kapitän und seine engste Crew haben Einzelkabinen – und eine modern-sachliche Offiziersmesse.

Turgut führt souverän Etage um Etage nach oben, beantwortet unsere Fragen ausführlich. Natürlich ist die Brücke das Interessanteste. Nichts erinnert mehr an die früheren Zeiten der christlichen, nein, hier wohl der muslimischen Zeit der Seefahrerei. Selbst in dieser Epoche arbeitet man sozusagen mit Gürtel und Hosenträgern. Will heißen, neben aller Elektronik ist außen ein voll funktionierendes Morsegerät zu finden

Achtzehn Knoten schnell durchpflügt das Küchenbewachungs- und Rettungsboot das Mittelmeer. Turgut: „wenn es brennt, dann können wir doppelt so schnell. Aber dann rauscht der Treibstoff so schnell durch die Aggregate, dass eine Raffinerie an Bord nützlich wäre. Selbst die Bordkanonen waren kein tabu, auch hier auf jede Frage eine erschöpfende Antwort.

Hier gibt es Kanonen statt Butter, die Zeiten sind eben so. Ergänzt durch Wasser- und Schaumkanonen. Für den Helikopter gibt eine eigene Löschstation. Der Heli bedient mehrere Rettungsschiffe und wird bei Bedarf geordert. Dann wird das Dach über dem Hangar eingefahren und er wird hineingezogen.

Es hätte noch Stunden andauern können, aber die frühe Mittagszeit war eine gute Zeit. Des Nachmittags fluteten türkische Großfamilien nebst Kind und Kegel die Sahıl Güvenlik. Schließlich war es der Nationalfeiertag. Danke Turgut, danke der gesamten Besatzung! Sage mir niemand, in Alanya sei eh nix los…..

post skriptum:

01. Der Schiffsarzt hat seine Ausbildung nicht in Istanbul, sondern an der Militärakademie Ankara absolviert.

02. Das Schiff macht maximal 24 Knoten, und nicht wie oben – mit dem Knotenzählen habe ich es nicht so…..

03. Wenn die Besatzung nicht mehr alle Tassen im Schrank hat, dann liegt das daran, dass meine Liebste mir einen Becher käuflich erwarb…..

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Die jüngsten Gerüchte…..


Das Gerüchtaus A. Paul-Weber-Museum

Also ich komme erst mal nicht  mehr in diese Türkei! Mir hat eine Bekannte gesagt, im Kipa Kaufhaus sei ein Mann mit einer Bombe am Gürtel herumgelaufen.

Also ich verlasse die Türkei umgehend. Denn die kommen und schneiden uns allen die Hälse durch!

Also, ich besorge euch schon mal eine Wohnmöglichkeit, ihr kommt ja bald zurück nach Deutschland.

Also, diese Türkei ist doch so furchtbar unsicher geworden. Die Zahlungsbilanz ist schief, meine Flasche Whisky preislich ein nur noch schwer zu bezahlender Luxus. Und die Tomaten sind auch schon wieder teurer geworden. So weit zu unserer Wahlheimat Türkei.

Heute fragt eine Ängstliche bei facebook nach: in Schweden sei Mobilmachung, man bereite sich auf den unausweichlichen Kriegsfall vor…… Aua! In China indes sei ein weiterer Sack Reis umgefallen.

Mal ganz bierernst: auf die sogenannte Lügenpresse wird unisono geschimpft. Sie unterschlage Wichtiges auf höhere Weisung selbstverständlich. Schlimmer noch, sie lanciere lediglich noch dem Establishment genehme Nachrichten. Mag sein – oder nicht. Die größeren Übeltäter hingegen sind die Unken, die Schwarzseher. Iwan, genannt der Schreckliche ließ  bei den Überbringern widriger Nachrichten einen Fuß mit der Lanze durchbohren. Nicht sehr human, aber sehr wirksam.

Gutes tun, fröhlich sein – und die Spatzen pfeifen lassen!

Er duldet uns schon, der Kater Lysator….


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ziemlich rund ist er geworden. Als er uns vor Jahren adoptierte, war er ein magerer Straßenkater mit ruppigem Fell. Das glänzt jetzt. Nun traut er sich sogar schon an die Schwelle, duldet uns als Futterstelle morgens und abends, mehr aber auch (noch) nicht.

Über seinem Napf steht winters eine Katerhütte, die geruht Kater Lysator bei Regen und Wind auch zu nutzen. Schön, dass er da ist.

Kalebassen – und wie es darin aussieht


wpid-img_20151023_125704.jpgKalebassen – wie es darin aussieht….

…. geht niemand was an!  Allah oder wer auch immer versäumte es, mir eine tragende Bassstimme oder einen durchdringenden Heldentenor auf den Weg mitzugeben. Sonst hätte ich es meiner Liebsten nachhaltiger vorgetragen. Lediglich Zureden hat nicht geholfen.

Denn neugierig war des Hockis Weib; gib mir eine von den  zwanzig dicken fetten Kalebassen, ich will da mal reinschauen. So viele dieser Kürbisse mit der Wespentaille sind am Haus gewachsen. Ich habe ihnen allen einen Strick um ihre Mitte gelegt und sie draußen unter Dach aufgehängt.

Mit sanftem Nachdruck quatschte sie mir ein Ohr ab – und erhielt selbstverständlich ihre Kalebasse. Mir schnitt es tief in die zwei Herzen, als sie mit dem Brotmesser der Frucht ihren Unterleib entfernte und die Innereien zum Trocknen ausbreitete. Kannst ja im nächsten Jahr damit wieder neue machen…

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Dann sprudelten ihrerseits die Ideen: man könnte doch – und dieses noch  und das dann auch noch. …..  In dieser stürmischen Regennacht suchte selbst ein Alp Nähe und Wärme und setzte sich auf meinen Brustkorb. Komm  mit! Die knöcherne Hand zog mich mit sich durchs Haus. In jedem Raum waren die Lampenschirme entfernt und durch Kalebassen zu meinem Entsetzen ersetzt.

Hunderte Löchlein warfen, mit bunten gläsernen Steinchen verschönert, ein schummeriges Licht. Es war wie Orient pur in seinem so anderen Farbempfinden – einfach hübsch hässlich! Entsetzen. Ich jagte den schmierigen Alp hinaus in den Wolkenbruch, nahm einen nächtlichen Whisky zu mir auf den Schrecken und kroch wieder unter die Decke zu meiner Liebsten.

Nun hängen die Unbeschnittenen draußen unterm Regendach und warten gleich uns auf besseres Wetter. Wenn überhaupt, dann kommt nur ein solch verunstaltetes Ding – in die Besenkammer. Man sieht dann nicht so, dass Aufräumen überfällig ist…..…

Dieses Möbel kenne ich auch noch – zur Genüge….


Blanka Warzecha zeichnet ein Zeitobjekt Marita Regendhards nach – und fragt auch noch, wer sich daran erinnert. Erinnern? Mir steigt sofort dieser miefige Geruch wieder in die Nase. Über diesem Heizwunder hing ein Haken, befestigt am Ofenrohr, für die zu trocknende Wäsche.

Warm machte dieser sogenannte Tiefbauherd schon die Küche – wenn man kräftig „stochte“, wie das im Westfälischen hieß. Unter dem Backofen war die Grude, mit Grus gefüllt, der stank, wenn man nachstochen musste. Die unterste der vier Schubladen war der Kohlenkasten, gefüllt mit Briketts – deren Krümel war der Grus.

Mit dem Stochhaken hob man auch die Ringe obendrauf ab und legte nach, die Töppe hinterher wurden mit Ata gescheuert. Ein Privileg der Hausfrau war das Scheuern der Herdplatte nach jedem Futter. Stiefmütterlein delegierte diese Aufgabe an Stiefsöhnchen. Das knüllte die Westfälische Rundschau zusammen, feuchtete sie an und tunkte die Putzhilfe in den Aschkasten – und dann eine halbe Stunde lang Armtraining.

Ach wie war diese Zeit so unendlich schön. Sie dauerte von der Flucht 1951 an bis so ca. 1957.

Die Brunnen vor den Toren –


  • stehen, standen, zuweilen noch Lindenbäume herum. Sie sind entbehrlich geworden und die Experten der Abteilung  Heimatlyrik von gestern haben sich ja gefühlvoll genug zum Thema geäußert. Brunnen und Linden räumten ihre Plätze – Innenstadtplätze werden vom Kommerz genutzt.
  • Geblieben sind die Tore. Hässlich quietschend machen sie auf sich aufmerksam. In Alanya haben sich viele dieser Sorte zur Winterruhe begeben. Alanya gehört seit diesem Tag wieder den Alanyalılar. Wozu sich die wärmesuchenden Rentiers zählen. Bis die Allinclusivereisenden unsere Metropole wieder füllen. Inshallah!
  • Ein besonders niederträchtiges und schadenfroh rauf und runter rasselndes Tor befindet sich hier auf dem Hof. Es steht in boshafter Zusammenarbeit mit dem Wetter. Heute morgen wieder! Als ob es in seinem Inneren allen Regen in einer Nacht in seinem Inneren abwartet, bis das Schloss an seiner Verriegelung wartet, bis mir einmal mehr einen Schwall gezielt ins Genick schüttet.. Ein höhnisches Geräusch dazu kommt von oben. Was kann ich armer Tor dafür, dass ich auch nach Jahren immer noch nicht des Tors mieses Vorhaben nicht frühzeitig genug erkenne….
  • Meine Liebste tröstet mit heißem Frühstückstee und selbst gemachtem Limoncurd – und bedankt sich für die Freigabe des blauen Rennrollers.