Konzert ohne Dichter – Erinnerungen – durch ein Buch


Frohgemute und zugreifende Hilfsbereite nehmen bei und für Bombola in Alanya ganze Gebirge von Büchern in die Hand, lesen, säubern, entfernen Eselsohren, machen Buch für Buch wieder lesbar. Ich kann mir vorstellen, an deren Stelle Bücher zu sortieren. Wenn mir eine alte Schwarte in die Hände kommt, die nach altem Zigarettenmief stinkt……. Oder als zerfledderte  „Spende“ daherkommt – oder vom Inhalt her einfach Mist ist; soll ja alles schon vorgekommen sein.

Dafür kann man sich um kleine Lirabeträge alle vierzehn Tage bei Goldsteins in der FünfundzwanzigmeterStraße um billiges Geld second hand auch mit guter und sogar bester Literatur versorgen. Weil die Bombolaveranstalter alles ehrenamtlich bewegen. Lob!

Manches Mal brauche selbst ich, sonst alles elektronisch lesend, fast alles, auch die Haptik papierenen Lesestoffes, die Cicero zum Beispiel. Die eröffnet ihre Seele nur im Druck auf Papier.

Doch nächtens klicke ich mit dem Daumen auf einen Minischalterchen, und lese und lese – ohne Papierrascheln, die Buchstaben auf die etwas älteren Augen vergrößert, ohne das meine Liebste durch das Nachtlicht gestört wird in ihrem Schönheitsschlaf. Sie macht das ganz genau so.

Man erwirbt ein Buch – oder mehrere gleichzeitig online, mir immer noch ein Rätsel, wie Bücher aus dem internet herauskommen – und wie sie diese Bücher aufs Lesegerät diskutiert. ( Guck doch nur mal, wie einfach das ist….)

Klaus Modicks Roman Konzert ohne Dichter, Spiegelbestseller 2015 führt zurück in das Jahr 1900-1905 in das Kaff Worpswede nahe Bremen. Vor Jahren standen wir vor dem Barkenhoff, errichtet von Heinrich Vogeler. Zwei Vogelers, noch aus meines Vaters Bestand, ergänzt durch einen dritten Vogeler, Geschenk der Wiegermutter, noch eingelagert. Schon wird Worpswede inmitten des Teufelsmoores unweit von Bremen, wieder ganz lebendig.

Der auch heute in der Hansestatt Bremen bestens bekannte Industrielle Roselius, Freund und Mäzen Vogelers ist wieder gegenwärtig, Heinrich Vogeler als Künstler und seinerseits als Mäzen des Dichters René, der sich später Rainer Maria Rilke nannte. Rundum die Großen, welche Worpswede zur Künstlerkolonie fomten – Modersohn, Paula Becker-Modersohn, Hans am Ende, nur diese – für Viele zur Erinnerung; Heinrich Vogeler lebte ja bis 1942 – über seine Zeit und sein Ableben in der sogenannten Sowjetunion muss ich mich erst noch belesen – nachts.

Klaus Modick – Konzert ohne Dichter – Verlag Kiepenheuer und Witsch. Lesen! Aber die Bücherexperten von Bombola mal aufsuchen, sich beraten lassen, von deren Bücherkenntnissen kann man profitieren. Alle vierzehn Tage bei Goldsteins und bei den Bombolaveranstaltungen.

Peter Hockenholz

Der Barkenhoff in Worpswede – frohe Gedanken stellen sich ein, steht man davor! Bild aus Wikipedia

 

 

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