Der Alkohol gehört zum Islam „Die Welt“ heute, 30.01.2016


Rainer Engelhardt –  Türkei – Kultur, Tradition und Mentalität kennen lernen

 Auf Atatürk! Auch anatolische Roma trinken in aller Ruhe ihren Raki

Die Raki-Kultur gehört zum Osmanischen Reich. Man trinkt den türkischen Anisgeist kultiviert, gesellig und tolerant. Eine Geschichte über alte Traditionen, hohe Ideale und strenge Regeln.

Wenn ein Verbot den regierungskritischen Türken in den vergangenen Jahren unter der
islamisch konservativen AKPRegierung wirklich auf die Nerven ging – dann das Verbot des Alkohols: Die AKP hat auf allerlei Wegen versucht, den Alkohol aus der türkischen Alltag zu verbannen. Durch eingeschränkte Verkaufszeiten, durch verpixelte RakiGläser
im Fernsehen und jüngst sogar durch Fragen für die Personalbögen der neu gewählten Abgeordneten zu ihren Trinkgewohnheiten. Dabei wurde Alkohol im Osmanischen Reich wirtschaftlich wie kulturell hoch geschätzt – noch heute gilt der Anisschnaps als nationales Heiligtum, das auch Mustafa Kemal Atatürk als „Vater aller Türken“ anbetete.

In der mehrheitlich muslimischen Türkei herrscht noch heute eine ausgeprägt osmanische
Trinkkultur, die strenge Anstandsregeln voraussetzt und bereits im alten Reich die Muslime und Nichtmuslime an den Raki (Link: http://www.yenirakiglobal.com/de/) Tischen
zusammenbrachte. Respekt  und Verantwortung sind die Grundsätze des türkischen Trinkens, für das multikulturelle Leben des Landes. „Alkohol hatte immer seinen Platz im Islam und im Osmanischen Reich. Unzählige Gedichte und Lieder sind im Persischen und OsmanischTürkischen dem Wein gewidmet.

Dennoch gab es immer Zeiten, in denen das Trinken verboten wurde“, erzählt der Gastronom, Koch und Filmregisseur Ezel Akay, berühmt für seine kulinarischen Weisheiten und für brisante Kinodramen wie „TypF“ über über die Hungerstreiks in den Hochsicherheitsgefängnissen der Neunzigerjahre. Kommt drauf an, wie man den Islam auslegt. Akay bleibt gelassen. Wie gewohnt. Alkohol habe schon immer zu Verwirrungen unter Muslimen geführt. „Es ist nicht in allen islamischen Konfessionen, Gemeinden und Kreisen verboten – so wie es unterschiedliche Interpretationen des Islams gibt, existieren auch unterschiedliche Auffassung unter Muslimen, ob Alkohol sündhaft sei.“ Sagt Akay, der heute in der 125 Jahre alten AgoraMeyhanesi kocht und Der Alkohol gehört zum Islam
Der Alkohol gehört zum Islam: So trinkt der Türke  DIE WELT
http://www.welt.de/kultur/article144862531/DerAlkoholgehoertzumIslam.

Raki, das geistige Nationalgetränk, wird seit fünf Jahrhunderten in den ehemaligen Gebieten des Osmanischen Reiches gebrannt und traditionell im „Meyhane“ getrunken, wie schon die Perser ihre Weinhäuser nannten. Im „Meyhane“ sitzen muslimische, jüdische, griechisc horthodoxe und armenische Bürger beisammen, trinken Raki oder Wein und kosten verschiedene „Meze“, kalte und warme Vorspeisen, in deren Zutaten sich wiederum der ganze ethnischen und religiöse Reichtum des zerbrochenen Imperiums wiederfindet. Während der Wein nach dem Gericht ausgesucht wird, werden Meze nach dem Raki ausgesucht. Armenischer Pilaki, griechischer Skordalia und jüdischarabischer
Hummus gehören auf den Tisch. Es gibt mehr als 1500 verschiedene MezeSpeisen
aus allen Regionen des Landes mit ihren jeweils sehr speziellen Communities.
Die Vorspeisen mit ihren winzigen Portionen haben ihren Ursprung in den Vorkoster -Ritualen an den Höfen und in den Palästen, wo sich die Sultane und ihre Harems bei ihren ausgedehnten und üppigen Mahlzeiten davor hüten mussten, vergiftet zu werden. Zum RakiTischen werden die Meze in die Mitte des Tisches gestellt, man teilt sich die Portionen, jeder kostet. Man isst nicht, um satt zu werden wie auch nicht trinkt, um betrunken zu werden: Goldene Regel Nummer eins beim RakiTrinken.

„In einer Bar wird Alkohol so schnell wie möglich konsumiert, Beziehungen werden nur für eine Nacht eingegangen. Menschen trinken und schlafen miteinander. Überstürzt und gierig. Bei lauter Musik hören sie nur das, was sie hören wollen, und sagen nur das, was sie sagen wollen“, sagt Ersin Kalkan, der Inhaber der AgoraMeyhanesi.
Die Barkultur habe ihre Berechtigung, sagt Kalkan, aber er werde sie nie lieben und pflegen können wie die MeyhaneKultur. „In Meyhanes wird langsam gegessen und getrunken. Raki wird schlückchenweise genossen. Unterhaltungen und Beziehungen sind tiefsinnig. Jemand, der in der Meyhane sitzt, hat keine Eile. An manchen Nächten wird an allen Tischen das gleiche Lied gesungen. Man weint zusammen, man tanzt zusammen.“

RakiTrinken sei eine Zeremonie. Zwischendurch trinke man ungesüßten Tee, um schön
langsam betrunken zu werden. „RakiTrinken in einer Meyhane folgt unumstößlichen
Anstandsregeln“, so Akay, der Koch und Künstler. Die Meyhane-Kultur lehne jeden Streit
grundsätzlich ab, auch wenn an den Tischen alle Gedanken frei ausgetauscht würden. Der Meyhaneci, der Betreiber des Meyhane, trägt Verantwortung für seine Gäste. Er muss genau wissen, wer wie viel vertrage. „Der Meyhaneci ist derjenige, der seinem Gast höflich die Flasche wegnimmt, wenn es angeraten ist.“

Die schöne, alte Liebesgeschichte von Kapitän Asteri Deshalb sehe man in Istanbul keine Betrunkenen auf der Straße schlafen. Im Osmanischen Reich war jeder unaufmerksame Meyhaneci dazu verpflichtet, seinem Gast im Notfall als Küfecilik zu dienen. Küfe waren die Körbe, in denen tagsüber Obst und Gemüse transportiert und bei Nacht die Betrunkenen heim getragen wurden. „So war die Vorschrift für die Zulassung
als Meyhaneci. Heute haben wir ein zusammenklappbares Motorrad, das unser Fahrer im
Autokofferraum des Betrunkenen verstaut, den Gast nach Hause fährt und mit dem Motorrad zur Agora Meyhanesi zurückkehrt“, erklärt Akay. „Oder wir rufen heute einfach ein Taxi.“
Im Osmanischen Reich befanden sich die Meyhanes im Besitz der Gayrimüslimler, von NichtMuslimen wie Armeniern, Griechen und Juden. Während des Ramadans wurden die Meyhanes aus Respekt geschlossen gehalten. Auch heute bleiben viele Meyhanes wie das armenische „Kor Agop“ am Kumkapi und das moderniranische „Aheste“ am Galata im muslimischen Fastenmonat zu.
Die AgoraMeyhanesi im Istanbuler Altstadtviertel Balat gehört zu den wichtigsten der über 150 Istanbuler „Weinhäuser“. Hunderte von Filmen wurden hier gedreht, hoffnungslose Liebesfilme. Auch die Geschichte der AgoraMeyhanesi ist eine Liebesgeschichte, allerdings eine ausnahmsweise glückliche: Der griechisch orthodoxe Kapitän Asteri verliebt sich in Balat in eine schöne Frau und macht ihr einen Heiratsantrag. Sie sagt zu, unter einer Bedingung: „Du musst deinen Anker werfen.“ Asteri gibt seine Schiffe und das Meer auf, erwirbt ein Immobilie, die heutige AgoraMeyhanesi, und beginnt auf seinem Gut auf der MarmaraInsel Wein und Raki zu produzieren. 1890, unter dem osmanischen Sultan Abdülhamid, bekommt er seine Zulassung.

Wenn man heute die Agora Meyhane betritt, sieht man Wänden aus der byzantinischen, der osmanischen und der republikanischen Zeit. Man steht in einem magischen Mahnmal der türkischen Geschichte. Balat war schon das Zentrum des jüdischer Lebens gewesen wie des griechisch orthodoxen. Das ökumenische Patriarchat von Konstantinopel ist im benachbarten Fener und die Yanbol und Balat Ahrida Synagogen sind nur wenige Schritte von der AgoraMeyhanesi entfernt. Heute gehört die AgoraMeyhane
dem muslimischen Soziologen und Journalisten Ersin Kalkan.

Der Urenkel von Kapitän Asteri, Hristo Dulidis und seine Ehefrau „Madame“ Evgenia, waren Kalkans Nachbarn in Balat. Als Kalkans Mutter 1969 nach Hamburg als türkische
Gastarbeiterin auswanderte und ihre drei Kinder in Balat für zwei Jahre zurückließ, war es
Madame Evgenia, die für Kalkan und seine Geschwister sorgte. Mit 13 Jahren arbeitete Kalkan im Agora Meyhanesi als Kellner und Laufbursche und traf dort auf den Dichter Cemal Süreya, der Kalkan mit 17 Jahren eine Assistenzstelle in der Zeitungsredaktion anbot, in der Süreya als Kulturredakteur tätig war. So begann Kalkans Journalistenkarriere. Dreißig Jahre später überließ Hristo Dulidis die AgoraMeyhanesi
seinem Zögling Kalkan zum Freundschaftspreis – „damit der Name erhalten bleibt“ – obwohl sich große Restaurantketten schon länger für das Lokal interessierten.
Sowohl als Koch als auch als Regisseur versuche Ezel Akay seinen Zuschauern und Gästen seine Geschichten zu erzählen. So sei die Auswahl der kalten Vorspeisen zusammen mit dem Kellner am Kühlschrank eine unverzichtbare Tradition, in der man sich von Gerichten und Zutaten erzählt und dadurch Vorurteile abbaut. Man traut sich, alles zu essen, vielleicht sogar Leber.

Die Meyhane Kultur  zelebriert die osmanische Multikulturalität. In der AgoraMeyhane
ist heute der Chefkoch zazaischer Herkunft, seine Assistenten kurdisch und turkmenisch, und unter den Kellnern sind Roma, auch ein britischer Türke ist dabei. Akay, der selbst oft in Berlin war und vorübergehend auch schon mal dort lebte, ist nun in
Kreuzberg auf der Suche nach einem Lokal, um die Meyhane Kultur auch im internationalen Berlin aufleben zu lassen. Wenn es soweit ist, sollten auch die Berliner die Regeln des RakiTrinkens kennen. Vor allem Regel Nummer 48: „Raki trinkt man nicht allein.“


Das Agora-Meyhanesi von innen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Pastırma drei Tage danach


Pastırma Wirbelsäule (fettarme) Qualität der türkischen Stadt Kayseri. – Abbildung aus Wikipedia

Abbildung aus Wikipedia

….. sooo weit sind wir ja noch nicht mit unserem Wickelkind auf dem Nordbalkon. Heute noch mal auf dem Wickeltisch, frisches Salz, frische Streicheleinheiten und dann ab wieder an die frische Luft, noch rund 7-8 Tage. Die Entwicklung gibt Anlass zu guter Hoffnung, unsere Pastirma – Rinderschinken – Nagelholz – Art Bündnerfleisch ist kaum noch inkontinent, nur noch wenige Tropfen ließ es unter sich.

Wird jeden Tag gewendet und wieder mit Eisenplatte und schwerer Feldspatklamotte beschwert. Später wird das Prachtstück neu eingekleidet in eine Strumpfhose und oben auf dem Hängeboden gehenkt…..

SPARGUTHABEN Bargeld-Verbot: Erste Banken in Europa wollen Matratzen der Kunden leeren


…… schreiben die DWN – Deutsche Wirtschaftsnachrichten heute morgen, 27.01.2016:- http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/01/27/bargeld-verbot-erste-banken-in-europa-wollen-matratzen-der-kunden-leeren/

Mit dem Wiederaufflammen der europäischen Banken-Krise ergreifen erste Banken drastische Maßnahmen und wollen ihren Kunden den Gebrauch von Bargeld verbieten. Wie schnell die finanzielle Repression als direkte Folge einer Wirtschaftskrise einsetzt, zeigt das Beispiel der größten norwegischen Bank.

Die größte norwegische Bank, DNB ASA, wird das Bargeld für ihre Kunden komplett abschaffen. Der Chef der DNB, Trond Bentestuen, sagte in einem Interview in der Zeitung VG, dass „Norwegen kein Bargeld braucht“. Interessant sind die Details seiner Begründung: Bentestuen sagte: „60 Prozent des Geldes, das in Norwegen im Umlauf ist, ist außerhalb unserer Kontrolle.“ Er sagte, es sei naheliegend anzunehmen, dass dieses Geld in der Geldwäsche kursiere. Auf die erstaunte Nachfrage von VG, ob dies denn bedeute, dass 30 Milliarden Kronen also in der Schattenwirtschaft versickern, gestand der Banker ein, dass es nur teilweise um Schwarzgeld gehe. Bentestuen: „Ein Teil dieses Geldes liegt bei den Leuten unter der Matratze. Es ist Geld, das wir nicht sehen.“

Mit dieser Aussage gibt Bentestuen einen Hinweis, was hinter der Bargeld-Abschaffung steckt: Die Banken, wegen der Weltwirtschaftskrise unter Druck geraten, wollen sich den Zugriff über die Vermögenswerte der Bankkunden sichern. Norwegens Wirtschaft befindet sich wegen der tiefen Erdölpreise in einer schweren Krise und ist in dieser Hinsicht ein Vorbote einer möglichen neuen Weltwirtschaftskrise…….

…….

Zur Überraschung vieler hat sich auch der Chef der Deutschen Bank, John Cryan, in Davos gegen das Bargeld positioniert, weil es „fürchterlich teuer und ineffizient“ sei.

Der Vorstoß der DNB Bank kann als Indiz dafür gelten, dass Sonderbelastungen auf Bankvermögen in der Politik diskutiert werden. Der IWF hatte bereits vor Jahren eine Vermögensabgabe von zehn Prozent für alle Haushalte zur Lösung der Schuldenkrise in Europa ins Gespräch gebracht. Am Montag war Norwegens Ministerpräsidentin mit dem Finanzminister und dem Zentralbankchef zu einem außerplanmäßigen Treffen zusammengekommen. Für den Staat und die Banken liegen die Vorteile des bargeldlosen Zahlungsverkehrs auf der Hand: Sie könnten Sparer durch den Einsatz von Negativzinsen zum Konsumieren zwingen und durch Sonderverordnungen leichter enteignen……..

Auszug, einige Hervorhebungen sind hier entstandanden

 

Aus Edlem soll Edleres werden – inshallah….


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….. doch, wie es da drunter aussieht, geht niemand was an – augenblicklich zumindest. Zweikommaeinsdreisechs Kilogramm Fleisch aus dem Hintern einer türkischen Zweitheimatskuh sind ziemlich bedrückt mit Grillpfanne aus Eisen und mit einem Stein beschwert. Natürlich nicht mit irgend einer Klamotte. Mit einem dicken fetten Brocken aus Feldspat.

Der wuchs hier hinter dem wild schäumenden Dimçay und wir verguckten uns vor Jahren in ihn und noch andere solche Brocken. Steine sollen ja eine besondere Ausstrahlung haben. Unser Steini wird seine heilenden und helfenden Kräfte durch das Eisen hindurch auf das Fleisch  aus dem Hintern einer türkischen Kuh übertragen. Damit es in einigen Wochen zu einer edlen Pastırma geworden sein wird. Das dauert eben.

Bis dahin wird das Stück Hintern aus der Kuh täglich meine zarten Pranken spüren. Zehn Tage lang. Davon ist eben erst ein Tag herum. Heute morgen habe ich sie zart gewendet, niemand soll sich wundliegen, der selbstverständlich auch nicht.

Mit reichlich Salz massiert drückte sie, die werdende Köstlichkeit in meine Hände, heute bekommt sie als Beilage einen Zweig Gartenlorbeer und einen weitern aus Gartenrosmarin zur Seite. Zehn Tage und zehn Nächte wird sie solchermaßen hergerichtet. Ob hernach auch Gläschen Whisky ihr zum Wohlsein wirkt? Ganz leise singt sie vor sich  hin: „er schaut sich ja auch mal nach Leckerem um, aber streicheln, streicheln tut er nur mich! Und natürlich seine Liebste“….

Nach diesen zehn wahrhaft bedrückenden Tagen auf dem Nordbalkon bekommt sie ihr rotes würzendes Feierkleid aus Cemen eingekleistert. Das Rezept dafür ist natürlich geheim. Das ist drunter auf der nackten Haut. Darüber kommt dann noch – das Bein einer Strumpfhose. Zum Hängen muss man schließlich schön sein. Kommentar der Trägerin: die Verwendung bleibt ja dieselbe, war doch vorher auch ein Schinkenbeutel……

Autofahren auf türkisch….


…. in der Praxis richtig gut, schön, angenehm – wenn man nicht direkt über den Taurus zu fahren gedenkt. Die Schlaglöcher liegen in den Behördenräumen herum….

Martina Yaman schreibt dazu:

Nur zur Info: den Führerschein-Artikel habe ich gelöscht. Erstens ist es grundsätzlich immer teuer, wenn man ein Servicebüro in Anspruch nimmt (und es ist KEIN Büro damit beauftragt, das kann man auch selbst bei der Verkehrspolizei erledigen!!) zweitens ist es derzeit nicht endgültig geklärt, ob die Polizei Alanya das Zeugnis verlangen KANN.
Es wird auch ohnehin KEIN Abiturzeugnis oder gar Universitätsabschluss verlangt, das ist ein Übersetzungsfehler! „Öğrenme belgesi“ Heisst NICHT Unizeugnis, sondern Schulabschlusszeugnis (egal welches).
Darüber hinaus ist auf der türkeiweiten Webseite der Verkehrspolizei KEIN Zeugnis bei Umtausch aufgeführt, auf der Seite der Verkehrspolizei Antalya dagegen schon. Hier ist noch erheblicher Klärungsbedarf.

-.-.-.-.-..-

lasst es euch nicht verdrießen – und schon gar nicht von den „Experten“, die alles schon wissen – oder gewusst haben wollen…..

 

Was es heute gab: Gemületten


Bei uns in Berlin hießen diese Klopse Bouletten, der Name kam von diesem jungen Nilpferd im Zoo, In Bajuwarien heben sie als Pfleischpflanzerl die Köpfe aus der Pfanne. Meine liebe Frau brachte sie heute mittag als Gemületten frisch auf den Tisch. Fleischplanzerl sind eine dieser Veräppelungen der Nahrungsmittelindustrie; wehe jenen, welche etwa dem Essenden Pflanzerl ins Fleisch hineinduskieren. Der Kini würde sich im Grabe herumdrehen.

Wir Berliner brauchen das Brot in der Boulette, in Kriegs- und Nachkriegszeiten immer einiges mehr als das gelegentlich auf Marken zu beziehende Fleisch – oder etwas, das sich dafür hielt. Außerdem breiten sich im täglich Brot ja Kompanien von Kohlenhydraten auf den Ernstfall vor.

So wurde hinterm wild schäumenden Dimcay die Gemülette erfunden: geraspelte Mohrrüben, geraspelter Weißkohl und – eben Gehacktes, lecker gewürzt und mit Eigenmostrich und Eigentomatendip – tut gut und macht satt. Und macht fröhlich!