Antalya und sein Museum der steinernen Menschen


…… gestern war gestern und heute war anders als gestern….. Der vorauf gegangene Sonntag mit seinem fröhlichen Kunstmuseum und heute das Antalya Müzesi, das berühmte mit den Fragmenten der uralten Vergangenheit Perges.Noch animiert durch das gestrige sonntägliche Erlebnis Kunstmuseum fahren wir selbstverständlich mit der nostalgischen Straßenbahn; Stil ist eben nicht das Ende des Besens.

In dieser alten  Klapperkiste gibt es die freie Auswahl des Bezahlens, bar Kralle oder mit der Kentkart, die in der zeitgemäßen Tramway – sprich Trammweih – akzeptiert ist. Mit der Antalya Kentkart kann man nur in Antalya Tramweih fahren, die Alana Kentkart wird nicht akzeptiert und man könnte nur in Alanya….

Entgegen unserer Annahme, dass montags alle Museen schlafen, war Antalya Müzesi offen – aber wach? Eisempfang schon an der Kasse – so ein richtig deutsches Behördengefühl – tut uns leid – da müssensemal….. Wir störten offenbar mit unserer Neugier.Das Erklären gehört nicht zu unserer Aufgabe. Dafür werden wir auch nicht bezahlt….Eingangskontrolle, noch so einer, bei dem jedes Wort offenbar zehn Lira kostet. So trollten wir uns – in die falsche Richtung – Museum Antalya also von hinten.

Meine Liebste focht das nicht an, ach guck doch mal, dieser Faltenwurf, wie geschneidert, doch aus Marmor herausgearbeitet. Schau doch nur mal, diese vielen vielen vielen allzu vielen Großen, Übergroßen, die aufgereiht wie die Zinnsoldaten in endlosen Räumen daheim sind. Aus jeder Ecke kritische weibliche und anscheinend männliche Augen, argwöhnisch achtend, dass wir nicht eine der mehr als siebentausend Menschen einfach unterhakten und mit mitnehmen. Kalte Atmosphäre. Viele Engeller, Beschädigte, Eingeschränkte, Hier fehlte mal ein Bein, durch Eisenstäbe ersetzt, dort ein Arm, viele Köpfe waren nicht mehr dort, wo sie hingehörten. Ob die sich nächtens umarmen, sich über despektierliche Besucher unterhielten, ehe sie morgens wieder da standen, wo man sie hinstellte?

Ach mein Liebster, komm doch mal zurück und begrüße sie! Die drei Grazien! Marmorn! Die Originale. Ich war ihr Längen voraus, also zurück. Erinnerungen an deren Kopien im Louvre Jahrzehnte zuvor. Auch ich streichelte der Mittleren hingerissen den Blanken   Ein Sonnenstrahl  brachte der Dame ins Antlitz zum Strahlen. Niemand wird mir jemals glauben, dass Sie mir,nur mir, deutlich zuzwinkerte.

Nun diese drei Marmorschönen aus dem uralten Perge. Gräulich von vielen Händen, welche an der ……backe herum streichelten. Die untoten Augen über das Volk hinweg in eine  unsereins verschlossen gebliebene Welt blickten. Und tschüß, ihr drei Grazien.

Die Schüsseln, Vasen, Pötte sorgsamst restauriert, sehenswert. Ob Museen in hundert Jahren menschlichen Besuchern, insofern es sie noch gibt, etwa Tupperware präsentieren? Zur Abschreckung? Zum Gelächter?

Die Pause im musealen Garten – der Capucino im Pappbecher verdient. Die etwas mickrigen Aufhänge mit Werbung für die Weltausstellung 2016 in Antalya verloren in der Pergola. Dort mögen sie ihre Werbewirkung im Nirvana entfalten…. Mein Hunger auf Museum? Ach, wie war das doch gleich im Museum für Künste. Antalya, du hast zwei Gesichter…..

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s