VIP-Reise eines Briefes nach Deutschland


….. das der Brief für den Steuerberater Deutschland gut erreichen wird, steht außer Frage. Dafür bürgt seine freundliche Reiseleiterin, ihr auch von dieser Stelle nochmals Dank und iyi yolculuklar!

Das der Brief seine erste Station auf Alanyas Kurfürstendamm schon VIP erreichte, das war überraschend. Er reiste von hinter dem wild schäumenden Dimcay erster Klasse – und er nahm uns mit. Ein funkelnagelneuer Corendon Bus, ich nenne dieses Unternehmen gerne, hielt direkt vor uns: wollt ihr mit? Ich fahre nach Antalya, die ersten Touristen abholen.

Der sympathische Fahrer: wollt ihr über die Schnellstraße oder lieber die Strandstraße entlang? Der Brief nahm uns als Begleitung mit, als erste Passagiere in einem neuen Superbus. Wann hat man das schon einmal? Ein kleiner Obulus, ein fröhliches Winken. Die erste Poststation – ein neuer Eissalon auf Alanyas Kurfürstendamm, wir befreiten ihn von zwei Eisportionen…. Mensch gönnt sich ja sonst auch nichts….

Und noch eins: irgendwelche Schwarzseher sehen Facebookkontakten keine richtigen Freunde. Heute erlebten wir zu wiederholtem Male: es gibt sie! Wie man in dieses Medium hineinschreibt, so antwortet es heraus!!

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….. was ich heute schon alles tun musste….


01. raus aus dem sonnigen Liegestuhl – 02. sofort auf die kalte schattige Balkonseite – 03. setz dich mal dahin – 04. setzt dich mal auf die andere Seite – 05. schau freundlich – 06. guck nicht so grimmig, sitzt doch schließlich eng an  meiner Seite – 07. mach die Augen auf – 08. mach sie weiter auf – 09. nich so grimmig, lächeln – 10. lächeln, nicht grinsen – 11. hach, mit dir kriege ich einfach kein vernünftiges selvie – hin – Sellvieh! – 12. ich friere – 13. stell dich nicht so an – dass ist dann das Ergebnis….. Danke Liebste, hast mal wieder viel Geduuuld in deinen Alten investiert!

Der Riese mit der Mückengittertür


In unserer Wahlheimat Türkei tut die Sonne meist mehr als nur ihre Pflicht. Nach runden eineinhalb Jahrzehnten hat sie die Netze in den Fliegengittertüren zermürbt – und Händen und Wind die Reste überlassen. Lauf der Dinge, neue Netze und eine ganze neue Schiebetür mussten her.

Der Riese schleppt sie, hinten dran hilft ein kleines Kerlchen. Das hilft dem Riesen als sein eleman, sein Handlanger. Der Kleine springt behende, umher, reicht seinem usta die Bohrmaschine, die speziellen Schrauben und anderes zur Arbeit. Zunächst sind wir ratlos, das Kerlchen besteht fast nur aus Augen, die überall sind, wo zuzufassen ist. Aber der Junge sagt kein Wort.

Erkan, sein Meister, erklärt uns: mein kleiner eleman ist dreizehn Jahre jung, ein sehr wacher Junge, geflüchtet mit seiner Familie aus Syrien. Die Menschen sind zunächst hier in Alanya untergekommen. Er darf hier noch keine Schule besuchen. Erst muss die türkische Bürokratie tätig werden. Das Klagelied über türkische Bürokraten verkneife ich mir, das singen schon die Dauersauren lange und laut genug.

Erkan: den kleinen Fleißigen nehme ich seit einigem immer mit zu Kunden und Lieferanten und gelegentlich hilft er mir mit leichten Zuarbeiten. Er muss ja nicht auf der Straße vergammeln. Er freut sich über jedes Trinkgeld, das ihm die Kunden geben und ich selbst gebe ihm auch immer wieder ein  paar Lira. Der Riese Erkan ist wohl noch nicht lange selbständig und kämpft um jeden Auftrag. Sein eleman und er können sich nur nonverbal verständigen. Er spricht nicht syrisch und sein Helfer – noch – nicht türkisch.

Das Mückenviehzeug muss jetzt wieder draußen bleiben, aber wir sind gespannt, ob wir mehr erfahren, hoffentlich! Sollte eine Leserin, ein Leser neue Fenster, neue Mückentüren oder solche Notwendigkeiten benötigen, einfach eine Postkarte – oder so eine dieser fb pn….

Waschinkton


Waschinkton heißt die größte, die duftendste, die saftigste Orange in unserer Wahlheimat Türkei. Lediglich die Amerikaner schreiben, buchstabieren und sprechen das völlig falsch aus. Das Weiße Haus steht in einer Stadt, die nach ihrem türkischen Ursprung Apfelsine heißt.

Zum heutigen Beginn einer neuen Woche verspeisten wir zum kahvaltı genossen wir zwei dieser Köstlichkeiten – geschenkt vor zwei Tagen von diesem neuen Elektrikerladen hier in Kestel. Wir kauften eine professionelle Großtüte mit dem Allheilmittel im Haushalt: Kabelbinder. Ob altersschwacher Sonnenschirm, Bildaufhängungsverlängerer, Rucksackreparatur, Gartenschuhzusammenhaltung, das Allheilmittel.

Als eine dieser immer wieder zu erlebenden Freundlichkeiten in unserer Wahlheimat Türkei packte der Stromer uns zwei dieser Riesenapfelsinen mit in den Einkaufsbeutel. Es ist nicht das erste Mal, dass wir auf diese Weise überrascht werden. Vor einiger Zeit giftete uns eine dieser hin und wieder anzutreffen schmalen Oberlippen an: mir hat noch niemand jemals in der Türkei etwas geschenkt.

Warum auch? Wenn ich ständig mit einer Alletürkenwollenmichnurbetrügen-Miene herumziehe,… Gar manches Stück Blech glänzt auch hier nur goldig, aber das ist so selten. Wie man in ein Amphitheater hineinruft, so schallt es zurück. Bei einem Blecheimer eben auch. Türkei hat etwas! Vor allem für uns Landeier hinterm Dimçay.

 

Der Splitter im eigenen, der Balken in einem anderen Auge…


Sadik Akdogan: „Warum muss ich eigentlich aus türkischen Medien erfahren, dass in Deutschland desaströse Militärübungen der US-Luftwaffe stattgefunden haben? Für die Mainstreammedien ist es doch ein hervorragendes Thema, um die Verkaufszahlen von Printmedien oder die Klickzahlen digitaler Medien zu erhöhen. Es gibt kaum Zweifel darüber, dass die Mehrheit der Gesellschaft sich für Militärübungen einer fremden Militärmacht im eigenen Land interessieren würde… Wo bleibt die öffentliche Aufklärung, für die Medien eigentlich verantwortlich sind? Hat man da Angst, dass die Gesellschaft bei solchen Ereignissen etwa Antipathien entwickeln könnte? Warum gibt es Themen, Länder, Personen, die jedesmal von unseren Medien nach der Manier von Kettenhunden in Angriff genommen und Feindbilder erzeugt werden und wiederum andere, über die man lieber versucht schweigend hinwegzuschauen? Kann es mir jemand erklären?“

Avni Bilgin hat Yeni Şafaks Beitrag geteilt. heute in fb

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Muss man die alttestamentarische Wahrheit irgend Jemandem noch erklären? Eher wohl nicht. Aber wir Deutschen sind es doch über die Jahrzehnte gewöhnt worden: die Stationierung von Nuklearwaffen, die Nutzung von militärischen Einrichtungen und anderes. Dinge, welche der Weltmacht nutzen. Da muss man doch wohl nicht erst extra nachfragen….. Oder?

 

Tiner for two


img_20160424_153751.jpgTiner, sprich Tinner, ist diese etwas übel riechende Flüssigkeit, die Man)n) zum Reinigen des Pinsels benötigt. Den man vorher mit einer Büchse voll etwas angenehmer duftenden Möbelöls quälte.

Mehrmals habe ich die Hände mit diesem Tinner geschruppt, nun riechen sie nur noch wenig. Tiner for two; gestern ölten meine Liebste und ich die Sommerhütten, gleich für alle Fünfe, die zur Eigentümergemeinschaft zählen. Gestern Abend lief meine Frau zur Hochform auf und nahm sich bei nächtlicher Beleuchtung gleich noch einen der beiden Liegestühle vor. „Am Abend werden die Faulen fleißig, das stimmt also nicht immer.

Den heutigen Sonntag verschönte ein Frühstück unter Freunden. Nicht alle Freunde waren Freunde, aber die meisten….

Heute war ich dran – und der zweite Liegestuhl und als Dreingabe auch noch die vier Stühle Balkoniens. Tiner for two, same procedere as every year…. Die Ölbüchse ist fast leer, die Tinerflasche zu. Hoffentlich auf eine lange Zeit….

…. hach, wie dankbar sind wir Rentner…..


….. hach, wie ungemein dankbar bin ich als Rentner! Dafür, dass eine besonders gütige Bundesregierung uns, also auch mir, völlig unverdient natürlich, die Renten so großzügig zu erhöhen gedenkt. Dadurch kann ich getrost  vom Neunundsiebzigsten ins baldige Achtzigste hinein schlemmen. Dankbar nicht nur für die Großzügigkeit der Dame Nahles und dem Herrn Bundesfinanzminister, dass er die Kröten irgend wo aus seinen Schubladen für uns Alte heraus diskutiert. Weitere Verschuldung heißt das doch nur.

Da kommt mir die von interessierter Seite provozierte sogenannte Neiddebatte irgend wie in die Quere. Neiddebatte???

Obwohl mit scharfen Worten geführt, die sogenannten Jungen sollen ja künftig noch viel mehr von uns unersättlichen alten Knackern und alten Schachteln ernähren müssen. Man hetzt die Generationen gegeneinander auf. Um selbst fein aus dem Schneider zu sein. Die Verantwortlichen verhalten sich verantwortungslos.

Uns schmieren sie Honig um die Bärte, halten uns für senil genug, nicht zu erkennen, was wirklich läuft. Nämlich, dass sie systematisch die Rentenkassen durch rentenfremde Leistungen aussaugen. Sondern dies noch vielmehr verstärkt auch in der nahen Zukunft tun werden! Runter mit den Bemessungsgrenzen. Private Vorsorgen werden hemmungslos ausgeplündert. Eine ganze junge Generation in von der Politik so hochgelobten Europa ist ohne Arbeit, der Studierte fährt Taxi, Manpower unter Wert.

Die nur scheinbare Großzügigkeit der Regierenden uns Rentnern gegenüber soll ihnen die Pfründen über die nächste hinaus Wahl sichern. Ein Danaergeschenk! Unsere Mehrrenten, uns gewährt, ist eine weitere Hypothek auf dieses sogenannte Europa und seine jungen Menschen. Überzieht nur nicht, ihr da oben am Geldhebel.

Wir sind nicht mehr so blöd wie unsere Großeltern, unsere Eltern, insoweit je vorhanden, so groß sind eure Teppiche nicht mehr, als das Alles und Jedes darunter gekehrt werden kann! Die nächste Wahl kommt. Es sieht nicht rosig aus, wartet´s ab!