Hört – hört!


„Hast du deine Ohren drin?“ – die Frage der Dame zu meiner Rechten, als ich sie nächtens zum Bus der fünfzig Frauen echauffierte. Damit die Fuhre komplett war und zu den heißen Gewässern aufbrechen konnte. Die Frage war die reine Fürsorge, in gehöriger Lautstärke gestellt. Der „Phaeton“ äußert sich bei der Arbeit auch und mischt sich in jedes Gespräch ein.

„Natürlich, Schätzelein, habe ich meine Ohren drin.“ Ein Griff unter den Wollpudel auf dem Kahlkopf des Kaptans. „Nein, du hast deine Ohren nicht drin!“ „Doch, mein Liebling, die Ohren sind sehr wohl drin!“ „Aber…“ „Kein Aber! Die Ohren sind sehr wohl drin! Drin auf dem Schreibtisch. Ohren sind nicht umsonst zu bekommen. Sie kosten und Wollpudel und Ohren sind sich spinnefeind und wenn der Pudel könnte, wie er wollte, dann landen die Ohren auf dem Asphalt.“

Dann erkläre ich noch, was die Ohren auf dem Schreibtisch alles hören: die Hähne der Nachbarn, das wachsame Gebell von Dost, dem freundlichen Riesenkangellköti, den Müllwagen, hier ist Leben in der Mahalesi. Ende der Debatte. Weil Abreise.

Nun ist die Welt wieder im Lot. Weichgespülte Eheliebste wieder da, und die Ohren an den Stellen, wo sie hingehören. Auf meine Öhrchen.

Schön` Sonntag!

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