Luftschläge


Luftschläge – damit verbindet sich meist Unangenehmes bis Tödliches. Mit Luftschlägen wird politisch veranlasstes Bombardieren höflich umschrieben. Leider. Ich habe heute wie allmonatlich einige hundert Luftschläge verspürt – bei Eyüp, dem so lange schon bekannten Kuaför vor dem Freitagsmarkt.

Mangels Material auf der Hirnschale klappert er bei jedem vorgenommenen Schnitt mit seiner Schere in der Luft herum. Das kühlt, tut gut und vermittelt dem Opfer, in diesem Falle mir, das Gefühl, reichlich Wolle mehr herunterfallen zu sehen, als gewachsen.

Dafür macht sich Eyüp über das Gestrüpp etwas tiefer unter dem Kinn zu schaffen – und das ist feinste Maßarbeit! Barthaar für Barthaar macht Einzelbekanntschaft mit Figaros Schere – und meine immer  und überall freundliche Visage bekommt wieder Kontur. Wie wohl das tut, in Sachen Mensch wieder zuzulegen.

Luxusrasur pur, ein wenig Verzweiflung beim Weichei, hebt er das Riechorgan hoch und mit diesem den Kopf, hat er doch darin Schneidbares entdeckt – klapp klapper in der Luft und innen ist auch wieder alles im Lot.

Den Schreck der Schrecken erlebt man(n), wenn eine brennende Fackel dir Dreiviertel der Öhrchen abgrillt. Der Salon riecht nach Gesottenem und Gebratenem. Das war es dann aber auch; eine Stunde hinhalten, Schönheit braucht ihre Zeit, und du bist am Hirn wieder ein neuer Mensch.

Die Tuben und die Flaschen mit dem Duft der großen weiten Welt bleiben zu! Auf in den Mai!

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