Hamburg, mein schönes Hamburg


. . . vor einem halben Jahrhundert, im Jahr 1965, machten wir Bekanntschaft miteinander. Von Hannover kommend war ich dazu verdonnert, alle vierzehn Tage eine Woche lang einen ernsthaft erkrankten Kollegen im Außendienst zu vertreten. Erhart St., mein lieber Kollege, hoch angesehen in Hamburg, machte mich mit seinem Hamburg bekannt, dann vertraut, schließlich heimisch.

Der Kerl, alsbald schon nach sehr schwerer Erkrankung höhern Orts abberufen. Täglich saßen wir an seinem Krankenbett und er gab mir die Karteikarten mit den Adressen. „Pass auf, Alter, gestern warst du im Sachsenwald unterwegs, heute geht es auf die Reeperbahn, da habe ich auch Kunden; von der Höhe des Sachsenwaldes hinein ins durch und durch Menschliche. „Wir brauchen kein Genussfrühstück von deiner Firma, hier wird gevögelt!“ Ich lockerte den Schlips und meine Einstellung, schließlich kennt kaum ein Nichthamburger den Sachsenwald, ein jeglicher doch die Reeperbahn und die Davidswache und die entsprechende Straße. 

Dort wurde eben nicht nur nur ge……, sondern auch für viele hundert Hungrige das Essen gekocht – wenn du von unserem Freund Erhart St. kommst, komm man rein min Jung! So ging es mal ganz hamburgisch vornehm zu und mal, siehe weiter oben. Ich fing an, mich an den Nieselregen zu gewöhnen, die Yacht der Königin am Hafen zu bestaunen, min Hamburg umgab sich mit britischem flair, Polizeiberamte und Beamteninnen von der Insel, rote Briefkästen, fish and chips allenthalben – auf echtem englischen Zeitungspapier.

Meine tägliche abendliche Schreibarbeit, die abendliche Strafe nach aufregenden Tagen, sie kam fast zu kurz. Der Film auf der Elbe, die ausfahrende und die heimkehrenden Schiffe, sie waren interessanter, schließlich wohnte ich direkt an der Elbe in Blankenese. Das Leben bestand nicht nur aus sehr interessanter Arbeit. Ein sehr guter Bekannter aus gemeinsamer Vergangenheit in einen superfrommen Hagener Zeitungsverlag hatgte die Provinz schon vor mir verlassen und war in das damalige hochmoderne futuristische Spiegelhochhaus an der Brandstwiete gewechselt. Allabendlich zogen wir durch Hamburg und das immer geerdete Hamburg nahm uns an die Hand. Ich erinnere mich noch an das Hallenbad in der Hudtwalker Straße und anschließend, wurde es nach der Feuchte auch fröhlich, sehr fröhlich meistens.

Selbst die Kunst hatte ihren Platz. „Lümmel“ Duncker betrieb eine Galerie im Turm nahe dem anderen hamburger Großbahnhof, ein halbes Jahrhundert  später ist der Name mir entfallen. Bilder vom Dunki aus dem Turm hingen viele Jahre lang in unserem Zuhause. Hamburg hat mich keinen einzigen Tag lang losgelassen, das Haus nahe Eichtalpark bewohnte unsere Tochter lange lange, sie modernisierte es, ehe sie es veräußerte und ihren schwedischen Torbjörn heiratete. Ihr Alter hat sie für HH angefixt und heute noch kommen die Beiden aus Örebro immer noch wieder nach HH.

Mein liebes liebes Hamburg, in diesen Tagen hast Du es schwer mit Dir und Deinen Leuten; traurig für alle, die verletzt zurückbleiben, ehe die Interessenvertreter von Politik und Wirtschaft sich wieder an ihre jeweiligen Fleischtöpfe in aller Welt begeben, wenn die Geschädigten sich mit den Versicherungen streiten müssen, ihre Schäden an Häusern und Menschen mit Euroscheinen entschädigt sind. Wenn ihre Seelen heilen. . .  Wenn deine liberale weltoffene Einsicht wieder sichbar wird – und du wieder allen Menschen guten und demokratrischen Willens wieder auf Augenhöhe begegnen kannst – und du den Sdhwarzgewandeten, die sich fälschlich Autonome nennen in den ARSCH trittst! Denn sie wissen, sehr wohl, was sie tun! Du hast Besseres verdient, mein Hamburg, mein liebes Hamburg! Peter Hockenholz

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