. . . nur eine Birne, eine simple grüne Birne –


. . . nur eine Birne, eine simple grüne Birne -aber die wärmt. Nicht nur den Magen! Abend ist es, kurz vor acht, wir in der Wahlheimat Türkei, sind Germanien und Umlieger eine Stunde voraus. Zeytin, der Leasinghund muss. Einige Nachbarn vor den Häusern auf einer Decke, der zahlreiche Nachwuchs rundum.

Zeytin Zeytin Zeytin! Die Kleinen kennen Hund und den am anderen Ende der Leine. Die nackten Sohlen halten den spitzen Steinchen stand, der Hund muss doch dringend gestreichelt sein. Ein Lockenkopf wird energisch zurückgerufen, kommt zurück mit einer dicken fetten Armut, einer Birne, freundliches Nicken aus dem Kreise der Damen. Sie war so köstlich, so frisch, so herzerfrischend.

Für manchen vielleicht keiner Rede wert, für mich, den Nachbarn, etwas, das den Abend, einen dieser Abende zwischen dem schwindenden Tag und noch nicht beginnenden Nacht. Nachdenken auf dem Rückweg. Armut cok lezzetli, teşekkürler! Freundliche Empfangsbestätigung, ein Streicheln über den Lockenkopf des Überbringers, gutes Gefühl für den Glatzkopf. Gutes Gefühl, Nachbar dieser Menschen zu sein. Gute Nacht!

Rolf kommt heute – R-o-l-f !


Rolf Ritschsrds Foto.

So in ca. zwei Stunden, ob türkischer oder europäischer Zeitrechnung muss offen bleiben, dann knattert Rolf auf seinem Quad zu uns herauf. Mit ihm die süßesten Tomaten auf der Welt und die dicksten und aromatischsten Zwiebeln der Welt. Die und noch andere Gemüse baut er auf einem der Nachbarhügeln selbst an – und verweigert ihnen jeglichen Kunstdünger. Auch die Hersteller von Spritzmitteln würden in Konkurs fallen, gäbe es nur solche Rolfs auf der Welt.

Rolf und ich sind Freunde. Erst Freunde im CdaS und seit einigem auch Freunde in facebook. Wenn es zwischen Eiger, Mönch und Jungfrau in seiner Heimat Schweiz donnert, dann hört man unschwer das Grummeln des gök gürültüsü auch hier in Kestel von einem der Nachbarhügel. Rolf ist unverwechselbar, ein Unikat. Seine Statur dürfte die Zweimetermarke nur sehr knapp unterschritten haben. Sein Gardemass besteht aus Sehnen. In sein Gesicht grub das Leben Interessanteres als nur Runzeln, es sind Runen. Aus denen lächelt es ständig oder mehr noch ertönt ein tiefes Grollen leicht als Lachen zu definieren.

Jodeln habe ich meinen Freund Rolf auch schon gehört. Damit könnte er jeden frommen Gesang aus den Lautsprechern übertönen, Rolf mäßigt sich da sehr; er weiss, was sich gehört. Wehe aber jenen Figuren, die ihn einengen wollen, ihm vorschreiben, was zu tun ist. Und selbst nichts tun, ihm das Leben zu erleichtern. „Ich war bei einer Behörde, hatte alle Unterlagen vorbereitet und geordnet mitgenommen. Der Memur war offenbar von keiner Ahnung geplagt, wirft meine Akten hin und her, Ratlosigkeit im Gesicht. Zwischendurch fertigt er andere Bittsteller ab.“

Wie er das schildert, kann ich mir lebhaft vorstellen: mein Freund nimmt das mickerige Männlein am Kragen und hält es aus dem Fenster, lässt es zappeln. Zugegeben, bei mir nicht eben eine wohlmeinende Vorstellung hergebrachten Berufsbeamtentums hier in unserer Wahlheimat Türkei. Rolf bekam sofort das Dienstsiegel nebst hierzulande großartiger Unterschrift.

Leute, die ihn mit guten Ratschlägen überschütten, wie er sein gemietetes Haus ergänzt und wie er seine Tomaten auszurichten hat, die beißen auf Granit und niemals auf Rolfs leckere Tomaten. Am besten ziehen sie den Kopf ein und enteilen.

Wenn Rollis Blauaugen blitzen, Achtung, Schönwetter oder es grollt wie aus den Tiefen eines Sivaskangals. Es gibt noch einiges zu entdecken an dieser Urgewalt und guten, gut gewordenen, Freundes. Und ganz für mich und in der Stille habe ich eine Änderung des dienstags in Alis Bahnhof tagenden Kreises beschlossen: aus dem CdaS, dem nur für mich so bezeichneten Clubs der alten Säcke in CdiO – den Club der interessanten Originale. Wir haben noch mehr solche Rolfs da, die sich die Welt erklären.

 

 

. . . Der Zahlerich und die Adlersche . . .


Die Blitzeaugen waren dem Vernehmen nach schon in früher Zeit meiner Liebsten mitgegeben. Sie blitzen auch heute noch so wie dunnemals. Mal wie in einem nahen Gewitter, meistens intensiv und freundlich zu jedermann. Die Jahre brachten es mit sich, dass wir einander prägten. Wie Zahl und Adler, jeder auf seiner Seite der Münze. Der Zahl, das ist der Ehemann, die Adler meine Liebste.

Die Grammatik schreit mal wieder zum Himmel, aber die Ausnahme von der korrekten Grammatik sei erlaubt. Einfacher ist es mit der Sprache in unserer Wahlheimat Türkei. Hierzulande kennt man Vieles, hingegen keine Artikel,  also  Toroz und Sayı.

Heute musste ein Glied an ihr schwer arbeiten, der rechte Zeigefinger. Nicht vom Indernasebohren sondern vom Tippen auf ihrem Mäusekino; Antworten, antworten, antworten. Nicht nur andere Leute machen die Bekanntschaft ihrer Präzision bei der Anwendung der deutschen Sprache. Badisch ausgedrückt halten das so einige für Tipfelesschei…….. Ich auch, mir ist sie manchmal harsche, öfter liebevoll bei Korrekturen. Nicht Jedem/Jeder gefällt das…

Noch ein weiteres Jahr miteinander, dann willkommen im Club, aber erst in einem Jahr. Nur noch runde 630 Tage, dann sind Zahl und Adler, dieses Mal ganz ohne Artikel an der Oberfläche gülden geworden. Danke Adlerin, ich hoffe doch, damit der Genderei genügt zu haben. Auf ein Neues!

Hi Sommer! Heißer kannst du nicht mehr werden . . .


Hi Sommer! Heißer kannst du nicht mehr werden . . .

„Schau doch mal, liebster Ehemann, was ich heute für dich aus Alanyas Metropole mitbrachte!“ Der Schalk saß ihr auf der Schulter und ihre Blitzeaugen blitzten um einiges noch mehr. „Probier doch gleich man an!“ Sie konnte es kaum erwarten, als ich in die Plasteundelastetüte griff. Der Inhalt – er war ganz einfach der Hammer.

Die Straßen- und mehr und immer mehr Hauskatze riskierte ein Auge. Wäre Katzekatze ein Blindenhund, er hätte vernehmlich geknurrt, aber um eine spontane Aus- und Umkleidung kam ich nicht herum. Seit Olims Zeiten war für unsereiner doch graues Köper angesagt, schlotternd und innen angeraut.

Hat sich unter südlicher Sonne längst in die Vergangenheit verabschiedet und ersetzt durch farbenmutige Boxer. Auf der Leine immer verschämt verdeckt durch die mitgewaschenen Handtücher auf der Außenkurve. Und nun das! Wer weiß, was sie in Gedanken vor sich sah beim Erwerb dieser Farbwunder. Ich denke, einen jugendlichen durchtrainierten Kerl und nicht ihren alten knurrigen Sack. Der sich rundum wohl fühlt in diesen …. Danke danke Liebste – das dazu erworbene Produkt zum Indenbartschmieren. erdete dann.

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Antrittsbesuch in einem Paradies


Landläufiger Meinung der diversen Verkündigungsindustrien nach gibt es nur ein einziges Paradies. Es existiere irgendwo da ziemlich weit oben irgendwo. Einspruch! Ich war heute Gast in einem sehr sehr bodenständigen Paradies. Es liegt weitab vom Schuss irgendwo in Kestel am Gülden Bach. So wie der wildschäumende Dimçay nur in meinem Kopf wild schäumt, ist der Güldenbach ein Rinnsal christallklaren Wassers, welches das Paradies umfliesst.

Gastgeber Christoph holt mich fürsorglichst an Alis Hauptbahnhof ab. Das Haupt existiert natürlich wieder nur in meinem Hirn, aber Alis Bahnhof gibt es wirklich. Alldienstags trifft sich dort der CdaS, welche Bezeichnung wiederum nur in mir lebt. Es ist der Club der alten Säcke, eine meiner Gemeinheiten. Natürlich sind das alles ehrenwerte Damen und Herren, leicht reiferen Alters.

„Peter komm mit, wir fahren jetzt ins Paradies!“ „Wie, jetzt schon, ich bin doch erst achtzig“ …

Christoph lebt dauerhaft mit seiner Frau Ayşe dort. Die war aber nicht anwesend. Vertreten wurde sie von der Superkangalhündin Akis und sie ersetzte mit viel Zuneigung die Hausherrin, vermutlich zugeneigter als es ihr Frauchen getan haben dürfte.

Ein Riesengelände voller Obstbäume, der fünf Jahre alte Hauserpel hinkt vorüber,  ein Huhn, das im Schlafzimmer oben auf dem Kleiderschrank seine Eier in einen Schuhkarton legt, jeder Baum hat seine Geschichte, alle Obstsorten in Massen, der Eigentümer wird dieses Areal nicht der üblich gewordenen Fruchtfolge in Richtung Beton verfüllen. Inşallah!

So ein Paradies, zumindest eines hienieden auf Erden ist uns normalen Menschen zur auf eine kurze Zeit zugänglich. Christoph und Ayşe bewahren und schützen und genießen es und Akis, diese Traumhündin hilft dabei.

Der selbst angesetzte Magenbitter, Walnüsse, nur reif dürfen sie nicht sein, zwei Jahre alt – es ist, als ob ein Engelein dem Gast auf Zeit auf die Zunge pinkelte. Nur die anderen Zutaten verschweigt der Hüter der Niederlassung des Paradieses auf Erden dem neugierigen Besucher. Es sind ja nicht Geheimnisse auf Abruf verfügbar.

Eine interessante Biografie eines interessanten Lebens im Beruf und nach diesem lässt sich der Saarländer dann doch noch entlocken; der Selbstangesetzte half uns beiden ein wenig, çok tesekkür ederim, grüße  von ayse und dem katholischen moslem im ramazan christoph – hacibaba. grüße auch von akis-kanggal….

 

Das ist Şerife, eine unserer freundlichen Nachbarinnen


Das ist Şerife, eine unserer freundlichen Nachbarinnen hier in der Sarağlar Mahallesi. Wenn sie, so wie heute, kein Brennholz nach Hause buckelt, dann hat sie den Buckel voll mit Futter für ihre drei Ziegen. Wie alt sie ist? Wir wissen es nicht, mögen sie auch nicht fragen Ayip, unhöflich. Wie lange sie das noch macht? Allah wird es wissen.

 

Ein schöner Tag beginnt mit einem schönen Gewinn . . .


Zum Frühstückstee des heutigen Dienstages findest du einen Glücksboten, der dir einen Geldsegen übers kahle Haupt zu kippen verspricht: 950.000.00 € sind ja schon mal was:
El Gordo Interloto <elgordointerloto@aol.com>
Di 16. Mai 02:59
Bcc
Ich <peter.hockenholz@tutanota.de>
Sie gewonnen 950.000,00 Euro.
OFFIZIELLE GEWINNBENACHRICHTIGUNG..pdf
(460.1 KB)
Lieber Gewinner

Wir freuen uns, Sie ber die Freigabe der preisgekr, nten Programm Ank ndigung zu informieren.
Füllen Sie das Formular aus und senden Sie es per Fax an Ihren Anwalt
Glckwunsch
Dr. Joseph Aragonez .
„Du hast doch wohl nicht den Anhang geöffnet?“ Meine Liebste wittert das da Unrat dran klebt. Ich bin ihrem Rat gefolgt und habe auf diesen warmen Regen irgendwo aus dem off jammernd verzichtet. „Gier frisst Hirn!“ ergänzte sie noch.
Sehr geehrter Herr Doktror Joseph Aragonez, es tut mir so leid, aber ich bin zu dämlich, den Anhang ihrer großzügigen Offerte nicht öffnen zu können  und meine liebe Frau lehnt es ab, mir dabei zu helfen.
Schön´ Schiet, nicht? Unschön´ Gruß!