Lavendelzeit


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Lavendelzeit

Martina Yaman darf sich zu Recht als Entdeckerin der zwei Lavendelkaffs nahe Isparta fühlen. Und als Pionierin einer ersten Expedition dorthin. Ich darf sagen, ich sei dabei gewesen – und unsere zwei Freunde aus Berlin auch.

Der Duft des Lavendels ist mir in der Nase geblieben und heute erneut ausgebrochen. Lavendel sei gut gegen Magengrimmen, Schmerzen im Hirn, gegen Fußpilz und andere Gebrechen, sehr gut für den Magen, die Nerven, den Fußpilz usw. usw. Heute kroch er mir ins Riechorgan! Du verdöst die heißen Tage im Liegestuhl und auf dem Trockentablett verströmen sich Lavendeldüfte. Im eigenen Garten gepflückt und – nein, nicht um sie in Leinensäckchen zu stopfen damit im Kleiderschrank verduften.

Das allgegenwärtige Internet hat die Idee: nimm dreißig Gramm getrocknete und entstängelte Lavendelblüten, rubble eine Zitronenschale, stopfe sie in den engen Hals einer stilvollen Flasche, kernig viel Industriezucker drüber – und warte. Letzteren verkniff sich der bekennende Diabetiker und nahm anstelle dieses Übels das kleinere Übel, Süßstofftabletten. Daraus soll ein anregender Trunk werden. Allerdings nur, reißt du dir eine Flasche (Doppel-)Korn, oder Wodka, diesen nur bei einer Affinität zu Russland, vom Herzen und badest damit den Lavendel. Prosit! Die Geschmackspapillen und die Synapsen verjüngen sich doch glatt wieder, zumindest eine von beiden ….. Proost!

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Bilder nicht von mir, habe heute schon Katzekatze geknippst, dafür aus dem internet

Straßenkatze?? Das ich nicht lache . . .


Straßenkatze?? Das ich nicht lache . . .

Katzekatze ist eine Straßenkatze. Punkt. Aber sie weiß nicht, dass sie eine Straßenkatze ist. Und deshalb testet sie in unserer Hütte täglich neue Schlafplätze aus; derzeit legen wir  Schlüssel und anderes Gedöns in ein Behältnis im Flur; das arme Vieh könnte sich ja eingeengt fühlen . . .

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. . . nur eine Birne, eine simple grüne Birne –


. . . nur eine Birne, eine simple grüne Birne -aber die wärmt. Nicht nur den Magen! Abend ist es, kurz vor acht, wir in der Wahlheimat Türkei, sind Germanien und Umlieger eine Stunde voraus. Zeytin, der Leasinghund muss. Einige Nachbarn vor den Häusern auf einer Decke, der zahlreiche Nachwuchs rundum.

Zeytin Zeytin Zeytin! Die Kleinen kennen Hund und den am anderen Ende der Leine. Die nackten Sohlen halten den spitzen Steinchen stand, der Hund muss doch dringend gestreichelt sein. Ein Lockenkopf wird energisch zurückgerufen, kommt zurück mit einer dicken fetten Armut, einer Birne, freundliches Nicken aus dem Kreise der Damen. Sie war so köstlich, so frisch, so herzerfrischend.

Für manchen vielleicht keiner Rede wert, für mich, den Nachbarn, etwas, das den Abend, einen dieser Abende zwischen dem schwindenden Tag und noch nicht beginnenden Nacht. Nachdenken auf dem Rückweg. Armut cok lezzetli, teşekkürler! Freundliche Empfangsbestätigung, ein Streicheln über den Lockenkopf des Überbringers, gutes Gefühl für den Glatzkopf. Gutes Gefühl, Nachbar dieser Menschen zu sein. Gute Nacht!

SKYPE – ich habe fertig mit dir . . .


. . . diese ist mein letzter Kontakt mit dir, du über Jahre hinaus so angenehmer Kontakt!. Du hast mein Konto gesperrt, weil du so überaus fürsorglich bist. Weil du mich nicht erkannt hast. Soll ja vorkommen, so etwas, das kommt vor. Wenn man es will, gibt es Mittel und Wege, wieder zueinander zu finden.

Nicht so bei dir; seit du aufgekauft wurdest, bist du fies geworden! Erstens hast du nie mit mir gesprochen. Du teiltest ex cathedra mit, noreply. Lass mich in Ruhe, öde  mich nur nicht an. Antworteten hattest du im Dutzend billiger, such dir einfach eine halbwegs passende heraus. War sie hilfreich genug, fragtest du. NEIN, zu keinem Zeitpunkt.

Der Kontakt zum himmlischen und sich unverzichtbar wähnenden Skype zeit sich schwieriger als ein Gebet zum Schöpfer der Erde. Den ruft man an und erhält je nachdem klare Antworten.

Skype, der du über den Wolken wohnst: erzähle uns erstmal, wann hast du das letzte Mal geskypt, welche Schuhgröße hatte deine Mutter, insoweit vorhanden gewesen, was hast du am 17.4.2015 doch gleich zu Abend gegessen; du willst gar keine Antworten, sondern den genervten Skyper beschäftigen. Aber der will nicht mehr!

Dann machst du kryptische Reihen, reichlichst vorhanden – tippe zum Beispiel Großesskleinc-halbgroßhunlesbarescergänztquergestelltese – nicht geklappt, das nächste Kryptische, könnte unendlich weitergehen,  als meine Geduld reicht .Macht sie aber nicht!

Sinngemäß mailst du mir: wenn du zu dämlich bist das zu tun, was wir wollen, dann melde dich doch erneut an. Mach ich aber nicht; Schnauze  voll von Skype! Steckt euch das Guthaben an den Hut, an das Cap, kauft euch Fassbrause davon.

Oder geht in euch und überweist es auf Peter-und-Luise, Skepsis ist angesagt. UND TSCHÜSS skype! Es gibt Alternativen. Punkt

 

Hallo Fön!


Der Fön ist, so steht zu vermuten, fester Bestandteil eines jeglichen Haushalts. Knipst man ihn an, entströmt ihm warme Luft. Neuerdings auch sehr viel heiße Luft. Ein neuer Fön weht derzeit durch die Medien. Täglich drei mal nach den Mahlzeiten schaltet er sich voll elektronisch quer durch die Medien ein.

Er braucht dazu keinen Schalter an sich, er drückt auf einen imaginären Knopf und ist „da!“ Gelernt hat er es wohl von einem seinem Vorgänger Peer Sowieso, der Name entfiel mir, das Alter, wissen Sie! Ich erinnere mich nur an sein Tun: hoch dotierte Vorlesungsreisen zu hochmögenden Zuhörern. Die konnten lernen, wie man auf Knopfdruck das Haifischgrinsen an- und sogleich wieder abschaltet.

Fön Schulz, Import aus Straßburg, kann das ganz genau so perfekt: Kamera, knips an, Scheinwerfer aus, Haifischgrinsen aus. Das muss erst einmal geübt werden. Haifischgrinsen – ein Geschenk aus seiner angestrebten Geschenkwunderkiste, gleich mal zwanzigtausend Euros für jeden, der etwas lernen will. Dargeboten mit aufspießendem Oberlehrerfinger und – Haifisch……., siehe weiter oben.

„Wir schaffen das schon, den doofen Wählern zu verkaufen“, mag er sich selber glauben. Das die Milliarde Euros erst verdient werden muss? Fön Schulz, wie verdient man erst Geld, ehe man es vor lauter Großmut unter die Leute schleudert? Nie gelernt?

Die erste Lektion könnte im September kommen, in schallah! Der Fön wird dann heißlaufen im Bemühen, seine Partei wenigstens an die Zwanzigprozentgrenze hochzuheizen . . . Man darf sich wohl doch noch mal etwas außerhalb vom Hype zum heiligen Christfest etwas wünschen. . .

Peter Hockenholz

Rolf kommt heute – R-o-l-f !


Rolf Ritschsrds Foto.

So in ca. zwei Stunden, ob türkischer oder europäischer Zeitrechnung muss offen bleiben, dann knattert Rolf auf seinem Quad zu uns herauf. Mit ihm die süßesten Tomaten auf der Welt und die dicksten und aromatischsten Zwiebeln der Welt. Die und noch andere Gemüse baut er auf einem der Nachbarhügeln selbst an – und verweigert ihnen jeglichen Kunstdünger. Auch die Hersteller von Spritzmitteln würden in Konkurs fallen, gäbe es nur solche Rolfs auf der Welt.

Rolf und ich sind Freunde. Erst Freunde im CdaS und seit einigem auch Freunde in facebook. Wenn es zwischen Eiger, Mönch und Jungfrau in seiner Heimat Schweiz donnert, dann hört man unschwer das Grummeln des gök gürültüsü auch hier in Kestel von einem der Nachbarhügel. Rolf ist unverwechselbar, ein Unikat. Seine Statur dürfte die Zweimetermarke nur sehr knapp unterschritten haben. Sein Gardemass besteht aus Sehnen. In sein Gesicht grub das Leben Interessanteres als nur Runzeln, es sind Runen. Aus denen lächelt es ständig oder mehr noch ertönt ein tiefes Grollen leicht als Lachen zu definieren.

Jodeln habe ich meinen Freund Rolf auch schon gehört. Damit könnte er jeden frommen Gesang aus den Lautsprechern übertönen, Rolf mäßigt sich da sehr; er weiss, was sich gehört. Wehe aber jenen Figuren, die ihn einengen wollen, ihm vorschreiben, was zu tun ist. Und selbst nichts tun, ihm das Leben zu erleichtern. „Ich war bei einer Behörde, hatte alle Unterlagen vorbereitet und geordnet mitgenommen. Der Memur war offenbar von keiner Ahnung geplagt, wirft meine Akten hin und her, Ratlosigkeit im Gesicht. Zwischendurch fertigt er andere Bittsteller ab.“

Wie er das schildert, kann ich mir lebhaft vorstellen: mein Freund nimmt das mickerige Männlein am Kragen und hält es aus dem Fenster, lässt es zappeln. Zugegeben, bei mir nicht eben eine wohlmeinende Vorstellung hergebrachten Berufsbeamtentums hier in unserer Wahlheimat Türkei. Rolf bekam sofort das Dienstsiegel nebst hierzulande großartiger Unterschrift.

Leute, die ihn mit guten Ratschlägen überschütten, wie er sein gemietetes Haus ergänzt und wie er seine Tomaten auszurichten hat, die beißen auf Granit und niemals auf Rolfs leckere Tomaten. Am besten ziehen sie den Kopf ein und enteilen.

Wenn Rollis Blauaugen blitzen, Achtung, Schönwetter oder es grollt wie aus den Tiefen eines Sivaskangals. Es gibt noch einiges zu entdecken an dieser Urgewalt und guten, gut gewordenen, Freundes. Und ganz für mich und in der Stille habe ich eine Änderung des dienstags in Alis Bahnhof tagenden Kreises beschlossen: aus dem CdaS, dem nur für mich so bezeichneten Clubs der alten Säcke in CdiO – den Club der interessanten Originale. Wir haben noch mehr solche Rolfs da, die sich die Welt erklären.

 

 

Hamburg, mein schönes Hamburg


. . . vor einem halben Jahrhundert, im Jahr 1965, machten wir Bekanntschaft miteinander. Von Hannover kommend war ich dazu verdonnert, alle vierzehn Tage eine Woche lang einen ernsthaft erkrankten Kollegen im Außendienst zu vertreten. Erhart St., mein lieber Kollege, hoch angesehen in Hamburg, machte mich mit seinem Hamburg bekannt, dann vertraut, schließlich heimisch.

Der Kerl, alsbald schon nach sehr schwerer Erkrankung höhern Orts abberufen. Täglich saßen wir an seinem Krankenbett und er gab mir die Karteikarten mit den Adressen. „Pass auf, Alter, gestern warst du im Sachsenwald unterwegs, heute geht es auf die Reeperbahn, da habe ich auch Kunden; von der Höhe des Sachsenwaldes hinein ins durch und durch Menschliche. „Wir brauchen kein Genussfrühstück von deiner Firma, hier wird gevögelt!“ Ich lockerte den Schlips und meine Einstellung, schließlich kennt kaum ein Nichthamburger den Sachsenwald, ein jeglicher doch die Reeperbahn und die Davidswache und die entsprechende Straße. 

Dort wurde eben nicht nur nur ge……, sondern auch für viele hundert Hungrige das Essen gekocht – wenn du von unserem Freund Erhart St. kommst, komm man rein min Jung! So ging es mal ganz hamburgisch vornehm zu und mal, siehe weiter oben. Ich fing an, mich an den Nieselregen zu gewöhnen, die Yacht der Königin am Hafen zu bestaunen, min Hamburg umgab sich mit britischem flair, Polizeiberamte und Beamteninnen von der Insel, rote Briefkästen, fish and chips allenthalben – auf echtem englischen Zeitungspapier.

Meine tägliche abendliche Schreibarbeit, die abendliche Strafe nach aufregenden Tagen, sie kam fast zu kurz. Der Film auf der Elbe, die ausfahrende und die heimkehrenden Schiffe, sie waren interessanter, schließlich wohnte ich direkt an der Elbe in Blankenese. Das Leben bestand nicht nur aus sehr interessanter Arbeit. Ein sehr guter Bekannter aus gemeinsamer Vergangenheit in einen superfrommen Hagener Zeitungsverlag hatgte die Provinz schon vor mir verlassen und war in das damalige hochmoderne futuristische Spiegelhochhaus an der Brandstwiete gewechselt. Allabendlich zogen wir durch Hamburg und das immer geerdete Hamburg nahm uns an die Hand. Ich erinnere mich noch an das Hallenbad in der Hudtwalker Straße und anschließend, wurde es nach der Feuchte auch fröhlich, sehr fröhlich meistens.

Selbst die Kunst hatte ihren Platz. „Lümmel“ Duncker betrieb eine Galerie im Turm nahe dem anderen hamburger Großbahnhof, ein halbes Jahrhundert  später ist der Name mir entfallen. Bilder vom Dunki aus dem Turm hingen viele Jahre lang in unserem Zuhause. Hamburg hat mich keinen einzigen Tag lang losgelassen, das Haus nahe Eichtalpark bewohnte unsere Tochter lange lange, sie modernisierte es, ehe sie es veräußerte und ihren schwedischen Torbjörn heiratete. Ihr Alter hat sie für HH angefixt und heute noch kommen die Beiden aus Örebro immer noch wieder nach HH.

Mein liebes liebes Hamburg, in diesen Tagen hast Du es schwer mit Dir und Deinen Leuten; traurig für alle, die verletzt zurückbleiben, ehe die Interessenvertreter von Politik und Wirtschaft sich wieder an ihre jeweiligen Fleischtöpfe in aller Welt begeben, wenn die Geschädigten sich mit den Versicherungen streiten müssen, ihre Schäden an Häusern und Menschen mit Euroscheinen entschädigt sind. Wenn ihre Seelen heilen. . .  Wenn deine liberale weltoffene Einsicht wieder sichbar wird – und du wieder allen Menschen guten und demokratrischen Willens wieder auf Augenhöhe begegnen kannst – und du den Sdhwarzgewandeten, die sich fälschlich Autonome nennen in den ARSCH trittst! Denn sie wissen, sehr wohl, was sie tun! Du hast Besseres verdient, mein Hamburg, mein liebes Hamburg! Peter Hockenholz